Managementplan entwickelt

Zwischenfälle durch Wüsten angepasste Löwen bei Torra Bay sollen verhindert werden
Das Wüstenlöwenprojekt „Desert Lion Conservation Trust" möchte den Mensch-Tier-Konflikt zwischen Mensch und den wüsten angepassten Löwen bei Torra Bay mit Hilfe eines Managementplans entschärfen, wenn nicht sogar verhindern.
Claudia Reiter
Claudia Reiter

Windhoek

Im vergangenen Jahr haben sich laut dem Wüstenlöwenprojekt „Desert Lion Conservation Trust“ mehrere Löwengruppen in den Küstengebieten aufgehalten und die marinen Nahrungsquellen (hauptsächlich Kap-Pelzrobben) zwischen der Koigab-Robbenkolonie, dem Uniab-Delta und der Hoanib-Flussmündung genutzt.

„Die Entdeckung der Kap-Pelzrobben und anderer mariner Nahrungsquellen durch die Wüstenlöwenpopulation stellt sowohl aus biologischer als auch aus naturschutzfachlicher Sicht eine bedeutende Entwicklung dar. Aus biologischer Sicht ist dies einer der wenigen Orte auf dem Planeten, an dem eine große terrestrische Raubtierart Nahrungsressourcen aus zwei verschiedenen trophischen Zonen nutzt, was sich positiv auf den Nährstofffluss zwischen den Zonen auswirkt.“

Die an die Wüste angepassten Löwen haben große Reviere, um mit der Variabilität und geringen Dichte von Beutetieren zurechtzukommen. Dies hat dazu geführt, dass alle Löwenrudel und -gruppen in Konflikte zwischen Menschen und Löwen verwickelt sind. „Die Löwen, die daraufhin die marinen Nahrungsressourcen entdeckt haben, sind jedoch nicht in die Schutzgebiete zurückgekehrt, in denen Menschen mit Vieh leben.“ Für die Erhaltung der Wüstenlöwenpopulation ist es demnach wichtig, dass sie weiterhin Zugang zu den marinen Nahrungsressourcen als Alternative zum Viehbestand haben.

„Die Störung der Löwen, wenn sie sich an der Küste aufhalten, ist ein großes Problem, das dazu führen kann, dass sie das Gebiet meiden.“ Aufgrund der rauen Umweltbedingungen an der Küste sind die Löwen extrem gefährdet, da sie keinen Schutz und keine Versteckmöglichkeiten haben. „Brandungsangeln als eine Form des Tourismus, bei der Menschen mit dem Auto an den Stränden entlang fahren und spazieren gehen, ist mit der Beobachtung von Löwen in einer so offenen und exponierten Umgebung nicht vereinbar“, erklärte das Projekt.

Gegen Ende der Saison 2021/2022 kam es bei Torra Bay zu einer Reihe von Zwischenfällen zwischen Fischern und einer Löwin, die zu Konflikten führten, wobei die Löwin aggressiv wurde und sogar die Fahrzeuge angriff.

Managementplan entwickelt

Das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT) und das Projekt arbeiten nun zusammen, um potenzielle Konfliktfälle zu lösen. „Der folgende Managementplan wurde entwickelt, um solche Vorfälle zu entschärfen und zu verhindern. Wir rufen alle Besucher auf, sich zu ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz dieser einzigartigen Löwen während der bevorstehenden Urlaubssaison in Torra Bay an die Richtlinien zu halten.“

Der Plan umfasst die folgenden Anforderungen und Aktivitäten:

– Alle Löwen werden mit Satellitenhalsbändern ausgestattet.

– Die Löwen werden stündlich geortet und das Torra Bay Management wird täglich über die Position der Löwen informiert.

– Wenn die Löwen die Küste besuchen und sich von einem Robbenkadaver ernähren, wird ein kleiner Strandabschnitt vorübergehend abgesperrt.

– Es wurde eine detaillierte Karte mit potenziellen Sperrpunkten erstellt, um einen Strandabschnitt zu schützen, an dem die Löwen aktiv sind.

– Die Informationen werden an das Torra Bay Office weitergeleitet und täglich aktualisiert.

– Es werden Geo-Fencing-Auslöser entwickelt und automatische Warnungen an eine entsprechende Liste von E-Mail-Adressen und Handynummern gesendet.

– Wenn möglich, müssen die Touristen über folgende Regeln informiert werden: kein Fahren abseits der Straße, keine Spaziergänge bei Nacht und Fahrzeuge müssen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang im Camp sein.

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