05 Oktober 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-10-05

AUSSCHLUSSANTRAG GEGEN DIE AZ ABGELEHNT

Windhoek — Vom 2. bis 5 zum 4. Oktober fand im Gemeindezentrum in Windhoek die Synodaltagung der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Südwestafrika statt. Die Eröffnung der Tagung erfolgte im Zuge eines Gottesdienstes mit Verpflichtung der neuen Synodalen in der Markuskirche, der sich Grußworte von Vertretern und Delegierten der Föderation Evangelisch-Lutherischer Kirchen, der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen im Südlichen Afrika, der ELK (Rheinische Missionskirche) wie auch der ELOK anschlossen. Als Vertreter aus der Republik waren Präses von Delft (Kapkirche) und Präses Wernecke (Transvaal) anwesend. Der Ovambo-Okavango-Raum war durch Pastor Ihamäki vertreten.

Am Samstagmorgen legte Otto Milk der Tagung zum zweiten Mal in seiner Funktion als Landespropst seinen Tätigkeitsbericht wie auch den der Kirchenleitung vor. Bei einer im Anschluss hieran unter dem Vorsitz von Präses Diehl geführten Besprechung des Tätigkeitsberichtes geriet „jene Zeitung, die bedauerlicherweise das Monopol als Nachrichtenkanal für die deutschsprachige Bevölkerung Südwestafrikas in der Hand“ halte, ins Kreuzfeuer der Kritik. In diesem Zusammenhang wurde auf die Stellungnahme der Allgemeinen Zeitung zum Thema des vom Weltrat der Kirchen geplanten und inzwischen ausgeführten Beschlusses, Guerillaorganisationen im südlichen Afrika materiell und moralisch zu unterstützen verwiesen und die Zeitung einer „entstellenden Berichterstattung“ beschuldigt.

EINBRÜCHE AM WOCHENENDE

Windhoek — Während des vergangenen Wochenendes wurde bei vier Geschäftsunternehmen in Windhoek eingebrochen. Aus einem Herrenbekleidungsgeschäft wurden Waren im Werte von 1 500 Rand gestohlen. Nach Angaben der Polizei ist noch niemand in diesem Zusammenhang verhaftet worden.

STRAFMASS GEMILDERT

Bloemfontein — Das Appellationsgericht in Bloemfontein hat einen Antrag auf Urteilsrevision von Jonas Shishilen Shimuefeleni, der im vergangenen Jahr im Rahmen des Terroristengesetzes von Gerichtspräsident F. H. Badenhorst im Windhoeker Obergericht zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, zurückgewiesen. Auch der Antrag von Justus Festus Haita gegen seine lebenslängliche Zuchthausstrafe wurde abgelehnt.

Solomon Festus Haile, Joseph Ipangelua und Gaus Shikomba waren seinerzeit vom Windhoeker Obergericht ebenfalls zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt worden. Das Appellationsgericht setzte dieses Strafmaß auf 20 Jahre herab.

15 JAHRE ZUCHTHAUS

Pretoria — Wegen seiner Beteiligung an terroristischen Aktivitäten und einer Verschwörung gegen die südlafrikanische Regierung wurde Benjamin Sello Ramotse (45) von dem Obergericht in Pretoria zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ursprünglich war Ramotse mit 19 anderen Bantus im Rahmen des Terroristengesetzes angeklagt gewesen. Die anderen wurden jedoch freigesprochen.

NEUER UN-BOTSCHAFTER

Kapstadt — Das südafrikanische Außenministerium hat die Berufung von Carl F.G. von Hirschberg in das Amt des ständigen Botschafters bei den Vereinten Nationen in New York angekündigt. Er tritt damit die Nachfolge von Matthys I. Botha an, der als Botschafter Südafrikas nach Kanada gegangen ist. Botschafter von Hirschberg ist seit 1948 im diplomatischen Dienst tätig. Er diente zuvor in London und Wien, ehe er 1969 nach New York versetzt wurde. Zuletzt amtierte er als Botschafter Südafrikas bei den Vereinten Nationen.

DER WELTKIRCHENRAT ZAHLTE BEREITS

Genf — Der Weltkirchenrat hat trotz weitverbreiteter Kritik den größten Betrag der den Terroristenorganisationen zugesagten 140 000 Rand ausgezahlt. Dies erklärte Dr. Baldwin Sjollema, ein 43 Jahre alter holländischer Soziologe, der den Fonds leitet. 19 Organisationen in zwölf Ländern sind bereits abgefunden worden, 84 000 Rand gehen an afrikanische Bewegungen, die versuchen, die Regierungen in Südafrika, Rhodesien und den portugiesischen Kolonien mit Gewalt zu beseitigen. Dr. Sjollema bezeichnete die Geldempfänger. „als Befreiungsbewegungen und antirassistische Organisationen“. SWAPO erhält vom Weltrat der (protestantischen) Kirchen 3 500 Rand. Der Beschluss des Weltrates der Kirchen, Terroristenhilfe zu geben, hat in zahlreichen Ländern Proteste hervorgerufen. Abgesehen von Südafrika kam herbe Kritik aus England und Deutschland.

EINE ENTHÜLLUNG DES PREMIERS

Kapstadt — Ministerpräsident B.J. Vorster gab am Donnerstag im Volksrat Einzelheiten über den Besuch von Dr. Eugene Blake, Direktor des Referats für Kommunikation des Weltrates der Kirchen, in Südafrika bekannt. Dr. Blake habe Gespräche mit hiesigen führenden Geistlichen geführt. Obwohl Dr. Blake seinerzeit schon gewusst habe, dass der Weltkirchenrat die Unterstützung der Terroristen beabsichtige, habe er das niemandem mit Ausnahme einer Person mitgeteilt.

Im Oktober vergangenen Jahres hatten Dr. Beyers Naudé and andere führende Geistliche des Weltrates der Kirchen mögliche Schritte gegen Südafrika erörtert. Die Veranstaltung von gemischtrassigen Zusammenkünften wurde besprochen, wie man die Regierung in dieser Beziehung am besten unter Druck setzen könne, wie man Südafrika im Weltsport weiter isolieren und wie auf Portugal Druck ausgeübt werden könne.

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