25 April 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

24. April 1969



FLEISCHBEMARKTUNG AM KREUZWEG

Windhoek - Das gegenwärtige System der Fleischbemarktung in Südwestafrika befindet sich am Kreuzweg. Das ist das Fazit des Referats Dr. Claude van der Merwes, dem Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums (Wirtschaft und Bemarktung), vor dem 6. Kongress des südwestafrikanischen Verbandes der Fleischproduzenten in Windhoek am Mittwoch. Per Fleischhandelskontrollrat der Republik hat deshalb den zuständigen Minister gebeten, einen Ausschuss mit der Untersuchung aller Aspekte des Frischfleischbemarktungssystems zu beauftragen. Dieser Ausschuss wird demnächst die USA und andere Länder besuchen, um sich darüber die Marktsysteme zu informieren.

Zuvor hatte Dr. van der Merwe das bestehende System der Frischfleischbemarktung behandeIt und betont, dass das gegenwärtige System vorläufig noch als das zweckmäßigste angesehen wird. Änderungsvorschläge und neue Tendenzen haben jedoch dazu geführt, dass man dieses System erneut unter die Lupe genommen hat. Verschiedene Umstände haben nach den Worten des Staatssekretärs dazu geführt, dass der Feischhandelskontrollrat kürzlich eine eingehende Besprechung darüber führte und wichtige Beschlüsse faßte. Diese sind dem Landwirtschaftsrninister unterbreitet worden.



WAPPEN FÜR KRANKENSCHWESTERN

Windhoek - Zum ersten Mal in der Geschichte Südwestafrikas haben Krankenschwestern ihre volle Ausbildung an einem lokalen Krankenhaus erhalten. Nachdem mit ein paar einleitenden Worten die Zeremonie, bei der den Schwestern der Eid abgenommen und ihnen Wappen überreicht wurden, eröffnet hatte, hielt Frau A. Bremer vor dem Vorlesungsraum des Staatshospitals eine kurze Ansprache. Frau A. Bremer, die maßgeblich an der Ausbildung beteiligt war, wies auf die Entstehung des Wappens sowie auf die Pflichten der Krankenschwestern hin. Im Jahre 1961 hatte man mit der Krankenschwestern-Ausbildung begonnen, doch standen die Wappen, die Zeugnis von der abgeschlossenen Ausbildung ablegen sollten, erst 1969 zur Verfügung. Die ersten Entwürfe waren in der Republik abgewiesen worden oder verschwanden gänzlich. Bei der Beschreibung des Wappens, auf denen in Deutsch die Wörter „ Ich dien“ eingestickt sind, griff Frau Bremer in die Geschichte zurück. Sie berief sich auf eines der ersten Krankenhäuser, das in Deutschland entstanden und in dem selbst Florence Nightingale tätig gewesen war. Dieses Krankenhaus hatte dieselben Wörter auf seinen Wappen eingestickt. Man habe sich für diesen Wahlspruch entschieden, weil er die Verpflichtungen der Schwestern treffend wiedergebe. Die deutschen Wörter habe man aus historischen Gründen beibehalten.



KÄLTEWELLE

Windhoek - Die Hauptstadt und ihre Umgebung werden gegenwärtig von einer Kältewelle heimgesucht. Das Wetterbüro gab die gestrige Minimumtemperatur mit sechs Grad Celsius und die Maximumtemperatur mit 21 Grad Celsius an. Der gegenwärtige Temperaturdurchschnitt liegt für diese Jahreszeit weit unter normal. Die kommende Nacht wird es weiterhin kühl bleiben, doch ist ab morgen früh mit einem Anstieg der Temperaturen zu rechnen. Mäßige Ostwinde werden während des Tages vorherrschend sein.



SCHNEE IM KAP

Kapstadt - Leichte Schneefälle und schwerer Frost in der Nähe von Worcester, Ceres und Ladismith haben in den vergangenen Tagen umfangreiche Frucht- und Gemüseernte zerstört. Hinzu kommen extrem hohe Regenfälle, die etwa 9 mm über dem jährlichen Durchschnitt liegen.



DIE SITUATION IM INDISCHEN OZEAN

Kapstadt - Der Abzug Britanniens aus dem Raum östlich von Suez, der Afrika-Besuch des portugiesischen Ministerpräsidenten Marcello Caetano, der rhodesische Verfassungskonflikt und der Diplomatenaustausch mit schwarzafrikanischen Ländern waren am Mittwoch im Volksrat die Hauptthemen der Debatte über den Etatposten des Ministerpräsidenten. Nach der Bewilligung dieses Postens wurde die Debatte, die zwei Tage gedauert hat, abgeschlossen. Premier B. J. Vorster erließ am Mittwoch einen Aufruf an die Westmächte, sich der entfaltenden Situation im Indischen Ozean zuzuwenden. Diesen Aufruf lasse er an den Westen nicht nur im Interesse Südafrikas, sondern gerade auch im Interesse des Westens selbst ergehen. Selbstverständlich gebe die Situation Anlaß zur Besorgnis. Er sei deshalb überrascht, dass diese Entwicklung lange nicht den Grad der Besorgnis unter den Westmächten verursacht, die sie eigentlich verdient.

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