02 Juli 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1. Juli 1969

TERRORISTENPROZESS BEGANN IN WINDHOEK

Windhoek - Der Prozess gegen acht mutmaßliche Terroristen hat heute Vormittag im südwestafrikanischen Obergericht in Windhoek begonnen. Die Angeklagten sind acht Ovambos: Messack Victory, Jonas Shishileni Shimnefeleni, Alfred Shijanya, Ahiles Theeraamandje Ipangelua, Justus Festus Haita, Solomon Festus Haita, Joseph Ipangelua und Gaus Shikomba. Ihnen werden terroristische Aktivitäten“ im Rahmen des Paragraphen 2 (1) des Gesetzes 83 von 1967 vorgeworfen. Gerichtspräsident F. H. Badenhorst übernimmt den Vorsitz während der Verhandlung. Zwei Beisitzer stehen ihm zur Seite. Advokat Piet Oosthuizen, der persönliche Referent des Transvaaler Staatsanwalts W. Rein, wird die Kläger vertreten. Sein Assistent ist Advokat D. H. Rothwell. Die Verteidiger sind (beide pro deo) Advokat J. A. van der Merwe und Advokat S. Selikopwitz aus Kapstadt. Unter erheblichen Sicherheitsmaßnahmen wurden die Angeklagten dem Gericht vorgeführt. Die Anklageschrift gegen die acht mutmaßlichen Terroristen umfasst 14 maschinengeschriebene Seiten. Der Anhang dazu besteht aus zwölf Seiten. Die Hauptanklage richtet sich gegen die acht Ovambos wegen „terroristischer Aktivitäten“, die gemeinsam mit dem Staatsanwalt unbekannten Personen der South West African Peoples‘ Organization begangen worden sind.

5 000 ANGOLA-FLÜCHTLINGE IN BOTSWANA

Maun - Der Häuptling von Ngamiland, Chief Letsholathebe, der gleichzeitig Vorsitzender des provinzialen Rates von Ngamiland ist, erklärte in einem Gespräch mit der AZ, dass im Nordwesten seines Gebietes, in der Gegend von Shakawe, etwa 5000 Flüchtlinge aus Angola angesiedelt werden vor kurzem aus der portugiesischen Provinz gekommen sind. Bei den Flüchtlingen soll es sich um Bewohner der Gebiete nördlich des Okavango handeln, die befürchteten, von portugiesischer Seite verfolgt zu werden. Zum Tell sollen die Bewohner der Gebiete von Terroristen, die aus Sambia nach Südostangola eingedrungen sind, zur Zusammenarbeit gezwungen worden sein. Um etwaigen portugiesischen Aktionen zu entgehen, sind sie nach Botswana geflüchtet. Sie müssen dabei den Caprivi-Zipfel passiert haben.

Chief Letsholathebe enthüllte diese Nachricht in einem Gespräch mit der AZ in Maun. Die Fiüchtlinge aus Angola sollen sich, wie er erklärte, in der neuen Umgebung wohl fühlen. Ihre Eingliederung in die Bevölkerung am Okavango bei Shakawe macht gute Fortschritte.

NERVENGAS IDENTIFIZIERT

Den Haag - Niederländischen Untersuchungsexperten ist es inzwischen gelungen, das den Rhein verseuchende Nervengas zu identifizieren. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um das Insektengift „Endosulvin“. Ein Sprecher des niederländischen Gesundheitsamts erklärte Reportern, dass es sich bei dem Gift um eine dem chlorierten Kohlenwasserstoffhydrat ähnliche Verbindung handelt. Obwohl das Gift die Atmungsorgane der Fische angegriffen habe, sei es weiterhin unsicher, ob das Nervengas einen schädlichen Einfluss auf den Menschen haben würde. Bisher seien noch keine Menschen ums Leben gekommen. Die zuständigen westdeutschen Beamten haben inzwischen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die ersten toten Fische entdeckte man am vergangenen Donnerstag in der Nähe von Bingen, etwa 180 Kilometer flussaufwärts von Düsseldorf. Man nimmt deshalb an, dass das Gift in der Rhein-Pfalz-Gegend in den Rhein geleitet worden sei. Wie aus deutschen Rundfunksendungen verlautet, habe das verseuchte Wasser Düsseldorf am vergangenen Sonntag erreicht und sei am Montag über die Grenze nach Holland eingedrungen. Ein Sprecher des rhein-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums ließ verlauten, dass es Jahre dauern werde, ehe der Fischbestand des Rheines seinen bisherigen Umfang wieder erreicht haben werde.

RETTUNGSAKTION DER „SIMON VAN DER STEL“

Pretoria - Der Zerstörer S.A.S. „Simon van der Stel“ befindet sich gegenwärtig auf dem Wege zu der etwa 1600 Meilen südwestlich von Kapstadt gelegenen Insel Gough. Auf der Insel befindet sich zur Zeit ein Team von Meteorologen. Die Entsendung des südafrikanischen Kriegsschiffes wird als eine „Vorsichtsmaßregel“ angesehen, da zwei Wissenschaftler seit dem 20. Juni auf Grund eines heftigen Wetterumschwungs von ihrem Hauptlager abgeschnitten sind. Die beiden Personen hatten sich am 20. Juni auf den Weg gemacht, um eins ihrer früheren Lager zu besuchen. Kurz nachdem sie im Lager eintrafen, verschlechterte sich das Wetter zusehends. Ein zwischen den beiden. Lagern befindliches Rivier schwoll nach wolkenbruchartigen Regengüssen derart an, dass nicht an eine Überquerung zu denken war. Die beiden Personen verfügen jedoch über genügend Nahrungsmittel sowie Schlafsacke. Zwischen den beiden Lagern besteht keine Funkverbindung. Obwohl die Entfernung zwischen den beiden Lagern nur wenige Meilen beträgt, konnte wegen des schlechten Wetters bisher noch keine Verbindung hergestellt werden.

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