19 Januar 2007 | Lokales

Turnhalle ausgebrannt

Windhoek - Ein Sicherheitsmann des Britischen Hochkommissariats hatte zur frühen Morgenstunde den Brand gemeldet. Einstürzendes Gebälk hat dem Feuerwehrmann Brass Nalitu über 75 % seiner Körperfläche schwere Brandwunden zugefügt. Er wird im Katholischen Krankenhaus behandelt. Laut Marx Hipandwa von der Stadtpolizei ist der Zustand des Verletzten stabil. Zwei weitere Feuerwehrmänner wurden leicht verletzt.

Über die Ursache des Brands wollte Hipandwa sich nicht auslassen, weil die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei. Der gesamte historische Teil der Halle, inklusive der Bühne auf der Ostseite und der Empore an der Westseite sowie angegliederte Büros des Hauptgebäudes, das 1908 gebaut und 1913 zum ersten Mal erweitert wurde, ist den Flammen zum Opfer gefallen.

Das Wellblechdach sowie die imposanten hölzernen Rundbögen des Dachgebälks sind komplett eingestürzt und zerstört. Der Holzfußboden und die Möbel des regionalen Gerichtshofes der Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika, SADC, die das Gebäude zuletzt benutzt hat, sind unwiederbringlich verbrannt.

Die namibische Regierung hat die Turnhalle vor zwei Jahren zur Freude der Windhoeker und Besucher gründlich zu dem Zweck renoviert, der SADC einen Justizpalast, das SADC-Tribunal, einzurichten, zu dessen Sitzung die Flaggen der Mitgliedsstaaten vor dem Gebäude an der Bahnhofstraße gehisst wurden. Die Frage nach den Kosten der kürzlichen Renovierung hat die Direktorin Maria Iyambo vom Ministerium für Öffentliche Arbeiten gestern unbeantwortet gelassen.
Gefragt nach der Möglichkeit des Wiederaufbaus gab die Architektin Monica Ochse zunächst zu bedenken, dass Ingenieure zuerst die Statik und Beschaffenheit der übrig gebliebenen Außenmauern überprüfen müssten: "Es ist noch zu früh ein kundiges Urteil abzugeben.

" Die Architektin hatte im Auftrag der Regierung vor zwei Jahren die Renovierung der Turnhalle und den ansprechenden Neuanstrich beaufsichtigt. Sie war gestern Morgen am Brandort sichtlich schockiert, hofft aber auf den Wiederaufbau.

Ihr Berufskollege Hans-Erik Staby und der Denkmalsexperte Dr. Andreas Vogt sind optimistisch, dass man mit den erhaltenen Außenmauern die Rekonstruktion wieder in Angriff nehmen könne. "Es sollte nicht schwierig sein, dass Gebäude zu restaurieren", so Vogt. Er erinnert daran, dass die Turnhalle nicht unter Denkmalsschutz steht, aber er empfiehlt es dringend.

Zeichnungen aus deutscher Zeit wurden laut Monica Ochse bei der letzten Renovierung herangezogen. "Obwohl es nicht unter Denkmalsschutz steht, hat das Gebäude als Bau über 50 Jahre besondere Bedeutung für uns", sagte Karl Aribeb, Direktor des Denkmalsrates, gestern nach Besichtigung der Brandruine.

"Es fragt sich, ob die Regierung das Geld und den Willen aufbringt, das Gebäude wieder herzurichten, was nach meinem ersten Eindruck möglich ist." Katuutire Kaura, Präsident der Demokratischen Turnhallenallianz, DTA, wies gestern auf die Herkunft des Parteinamens des derzeitigen oppositionellen Willensträgers hin.

"Das Gebäude erinnert an die Anfänge der nationalen Versöhnung und an die Bevölkerungsgruppen, die durch die Apartheid voneinander geschieden waren. In der Turnhalle haben schwarze und weiße Namibier zum ersten Mal im Kollektiv über unsere Zukunft beraten." Kaura gehörte im September 1975 zur Herero-Delegation der Verfassung-gebenden Turnhallenkonferenz, aus der 1977 die multirassische Allianz hervorging und ihren Namen ableitete.

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