29 November 2007 | Kultur & Unterhaltung

Spannende Filmszenen locker-leger gedreht

Wir schreiben das Jahr 1889 und mit dieser Rückblende beginnt im Dünengürtel bei Düne 7 der Film "Der Bibelcode".

"Nach all den Jahren trennen sich unsere Wege", sagt Nora, "mein Weg endet hier". Die Reiterin Nora (Corinna Breite) verabschiedet sich von ihrem Partner Hamed (gespielt vom südafrikanischen Schauspieler Aubrey Shelton). Er antwortet ihr auf Englisch, es folgt ein kräftiger Händedruck, er wendet sein Pferd und der bekannte Ausruf "Cut" beendet die Szene. Genau hier wird aber auch der Schluss des mystischen Abenteuers gedreht und zwar Generationen später mit der Polizistin Johanna Bachmann (Cosma Shiva Hagen) und dem französischen Religionswissenschaftler Simon (Olivier Sitruk). Beide sind auf der Suche nach dem Mörder von Johannas Vater, dem Bibelforscher Bachmann, stoßen dabei auf die Spur des geheimnisvollen Bibelcodes und geraten in einen Mordkomplott gegen den Papst. Nach mehreren spannenden Szenen, gedreht in München, in der Steiermark, in Rom und Avignon/Frankreich, mussten Johanna und Simon auf der Suche nach dem letzten großen Geheimnis des Christentums schon im Swakoptal aus einer Synagoge über die Felsen flüchten. Nun sollen sie sich also in den Dünen von Walvis Bay wieder einfinden, genau dort wo - wie gesagt - Nora vor exakt 118 Jahren auf der Flucht vor den bösen Mächten die Sternscheibe vergraben und Johannas Namen in die "Zukunft" gerufen hatte. Es kommt vorab aber noch ganz dicke, denn ein Sandsturm wird angeblich alle Teilnehmer aus dem Jahr 1889 verschwinden lassen. Weil aber auf den namibischen Südwestwind kaum Verlass ist und er sich meist dann nicht meldet, wenn man ihn braucht, stehen zur Sicherheit Ventilatoren bereit. "Die heranrollende Sandwelle wird aber digital per Computer verfeinert", verrät Carsten Möhle vom Touristenunternehmen "Bwana Tucke-Tucke", "der Filmbeginn muss doch spannungsgeladen sein, damit die Zuschauer nicht zu einem anderen TV-Kanal 'zappen'". Möhle ist der "Entertainer" am Rande des Geschehens und organisiert zwischen den Drehpausen für die Schauspieler unvergessliche Namibiaausflüge. Während er mit gedämpfter Stimme weiterspricht, reißt plötzlich Olaf Benold, der Assistent von Regisseur Christoph Schrewe, begeistert die Hände in die Luft. "Mensch, das klappt ja wie am Schnürchen", ruft er, "sogar die Pferde spielen hier mit". Eines der Pferde sollte reiterlos dem anderen Pferd über die Dünen folgen und ... dressiert ist halt dressiert. "Kommt er auch ohne Reiter wieder, oder müssen wir ihn in Walvis Bay einfangen lassen?", scherzt Benold gut gelaunt. Kurz darauf führte der Stuntman beide Pferde am Zügel zurück zum Set.

Diese locker gehaltene, vermischte Vorarbeit soll also ein packender Abenteuer-Thriller werden. Der Bibelcode ist eine internationale Co-Produktion von Österreich, Frankreich und Belgien und wird im kommenden Jahr im Fernsehkanal ProSieben ausgestrahlt. Bis zum 4. Dezember hat sich Produzent Christoph Schrewe gegeben. "Es läuft aber so gut, dass alle Filmszenen bestimmt schon am 1. Dezember im Kasten sind", sagt Raphael Scriba von der namibischen Produktionsfirma "Power and Glory Films". Auch der Sendetermin habe sich verändert. "Anfangs war von September die Rede", so Scriba, "inzwischen wird von Pfingsten gesprochen", erwidert sein Partner Wolfgang Knöpfler. Geht's nicht schon früher?

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