20 Juni 2019 | Polizei & Gericht

Sondereinsatz zeigt Wirkung

Operation Kalahari Desert geht weiter, bis sie ihr Ziel erreicht

An der Operation Kalahari Desert wird nicht gerüttelt. Die verstärkte Präsenz von Polizei und Militär zeigt Wirkung. Dieses Erfolgserlebnis wollen sich die Behörden auch nicht durch den Verlust eines Menschenlebens trüben lassen – auch ist dieser Tod offenbar auf das Fehlverhalten eines Soldaten zurückzuführen.

Von Clemens von Alten

Windhoek

Die gemeinsamen Sondereinsätze aus Militär und Polizei haben eine „wesentliche, positive Wirkung“ auf die Verbrechenstatistik gehabt, erklärte am Dienstag der Befehlshaber der namibischen Polizei (Nampol), Generalsinspektor Sebastian Ndeitunga. Anlass war eine Parade der Einsatzkräfte, bei der er nicht nur über den Verlauf der am 11. Mai lancierten Operation Kalahari Desert, sondern auch über den Ablauf der Vorgängerkampagne Operation Hornkranz informierte, die zwischen November vergangenen Jahres und April 2019 stattfand.

Im Vorfeld des Hornkranz-Einsatzes hätten die Behörden von August bis November 2018 im Schnitt monatlich in 8746 Straftaten ermittelt. „Zwar gab es zum Jahresende einen Anstieg mit 8560 Fällen im Dezember, doch in den Folgemonaten Januar und Februar gab es mit 8046 beziehungsweise 8039 Fällen einen deutlichen Rückgang bei der Kriminalität“, erklärte Ndeitunga, laut dem im März – als die Operation Hornkranz eine Pause einlegte – insgesamt 8787 Straftaten registriert wurden und es somit wieder deutlich mehr Verbrechen gegeben hat.

„Als der Einsatz fortgeführt wurde, gab es im April allerdings nur 8186 Fälle“, so der Polizeichef, der auch weitere „Erfolge“ aufzählte (Infokasten).

Vor diesem Hintergrund rief Ndeitunga erneut die gesamte Bevölkerung dazu auf, zu kooperieren und sich den Bemühungen anzuschließen, damit für ihre Sicherheit und den Schutz ihres Eigentums gesorgt werden könne. „Die Operation Kalahari Desert wird landesweit fortgesetzt, bis die Einsatzziele erreicht wurden“, verkündete der Generalinspektor.

Auch äußerte sich der Polizeichef zu dem „tragischen“ Tod eines Taxifahrers, der am vergangenen Donnerstag in Windhoek bei einer Polizeikontrolle erschossen wurde, die im Rahmen der Operation Kalahari Desert errichtet worden war. Das Opfer, der 22-jährige Fambauone Black, soll direkt vor der Straßensperre gewendet haben und davongefahren sein, woraufhin ein inzwischen verhafteter Soldat das Feuer auf den Wagen eröffnet haben soll (AZ berichtete).

Ndeitunga sprach den Hinterbliebenen des Opfers sein Beileid aus und erklärte, dass „jedes verlorene Menschenleben im Gesetzesvollzug ein Verlust zu viel“ sei. Er nutzte die Gelegenheit, alle Einsatzkräfte daran zu erinnern, dass der Einsatz von Feuerwaffen nur mit Erlaubnis von Vorgesetzten gestattet sei. Ferner habe stets die Polizei das Sagen – es sei denn „der Befehlshaber gibt andere Anweisungen“. Und zudem sollte Gewalt nur in Ausnahmefällen angewandt werden wie „während einer Festnahme“.

Indes erklärte Justizminister ­Sacky Shanghala, dass der Tod des Taxifahrers durch das angebliche Fehlverhalten eines Soldaten nicht „politisch instrumentalisiert“ und „dramatisiert“ werden sollte, wie die Presseagentur Nampa gestern berichtete. „Wir sollten den Todesfall bedauern und die Tat verurteilen – aber politischer Opportunismus ist hier völlig unangebracht“, sagte der Politiker.

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