12 Juni 2019 | Sport

Semenya kritisiert Weltverband

Paris (dpa) - Olympiasiegerin Caster Semenya hat den Leichtathletik-Weltverband mit drastischen Worten kritisiert. Statt sich in den Streit um erhöhte Testosteronwerte von Läuferinnen zu verbeißen, sollte sich die IAAF vielmehr um das akute Dopingproblem kümmern. „Ich bin doch kein Idiot. Warum sollte ich Drogen nehmen? Ich bin eine saubere Athletin. Ich betrüge nicht“, sagte die 28 Jahre alte Südafrikanerin nach ihrem Sieg in einem 2000-Meter-Rennen am Dienstagabend in der Nähe von Paris. „Sie sollten sich auf Doping konzentrieren, nicht auf uns“, schimpfte Semenya. Sie werde niemals verbotene Substanzen nehmen.
Die IAAF hatte eine Regel eingeführt, mit der Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen festgesetzt wurden. Gegen die Bestätigung dieser Regel durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS war die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin beim Schweizerischen Bundesgericht - der letzten Instanz - vorgegangen. Semenya errang einen Teilerfolg und darf bis auf weiteres wieder auch wieder auf Strecken zwischen 400 und einer Meile (1609 Meter) antreten. Nach dem Rennen in Montreuil bekräftigte die Weltklasse-Läuferin, sich keinesfalls einer Hormonbehandlung zu unterziehen. Am Montag wurde sie zudem in den vorläufigen Kader für die Weltmesiterschaften in Doha berufen um unter anderen bei der 800-Meter-Distanz anzutreten. Ihre Teilnahme hängt jedoch von dem finalen Ausgang ihrer Verhandlung ab.

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