03 April 2007 | Politik

Rebellische Hetzblätter begleiten Demo

Swakopmund - Während etwa 500 traditionell gekleidete Teilnehmer beim Ovaherero-Ovambanderu-Genozid-Entschädigungsmarsch am vergangenen Samstag friedlich und gesittet durch die Straßen von Swakopmund marschierten, hat ein Unbekannter ein Hetzflugblatt unter die Tür des AZ-Küstenbüros geschoben. Die Organisatoren des Ovaherero-Marsches distanzieren sich jedoch von dieser Hetzkampagne. "Weder die Verteilung der Flugblätter noch der Inhalt des Schreibens ist uns bekannt", sagte gestern Ester Utjiua Muinjangue, die Vorsitzende des Ovaherero-Genozid-Komitees, auf Nachfrage zur AZ, "mit dieser Quertreiberei haben wir nichts zu tun".

Die rebellische Formulierung des Hetzblattes ist weder unterschrieben noch trägt der Bogen einen Briefkopf mit Adresse. Im Text bekennen sich die Verfasser als so genannte "Mau-Mau-Panafrikanische-Revolutionäre" und verlangen für das Hererovolk als Wiedergutmachung einen Eurobetrag mit zwölf Stellen hinter dem Komma. Das sind zehn Trilliarden Namibia-Dollar. Sie ersuchen die unerlässliche Enteignung der Farmen weißer Besitzer und gönnen diesen allerdings keine angemessene Entschädigung. Sie verlangen die "faire Verteilung des Landes an die hungrige schwarze Masse". Sie fordern von der Agri-Landbank eine sofortige Freistellung aller Schulden dunkelhäutiger Landbesitzer und ordnen sogar in ihrem Schreiben an "alle Weißen zu töten". "Eine Wiedergutmachung an die Juden ist gezahlt worden", steht geschrieben, "doch ein Schadensersatz für das Genozid an den Herero wird abgelehnt". Die unbekannten Verfasser nennen den angeblichen Grund für den bisherigen Misserfolg zügelloser Reparationsforderungen: "Die Juden sind weiß und die Ovaherero sind schwarz."

Um Stunden verspätet und längst nicht in so großem Stil wie vorab angekündigt hatte sich am Samstag der Ovaherero-Ovambanderu-Genozid-Entschädigungsmarsch an der Ecke Moses-Garoeb- und Tobias-Hainyeko-Straße in Bewegung gesetzt. Lediglich zwei Pferde führten den Marsch zum alten Hererofriedhof und von dort zum Vineta-Sportstadion an. Die Stadtverwaltung hatte den als friedlich gemeldeten Marsch genehmigt. Ein erwünschter Spendenbeitrag wurde allerdings abgelehnt. Bei möglichen Klagen wollte die Stadtverwaltung keine Verantwortung für Schadensansprüche übernehmen.

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