13 März 2019 | Natur & Umwelt

Raubbau in Wäldern dauert an

Geschlagene Bäume werden von Chinesen gegen Barzahlung verkauft

Chinesen wie Xuecheng Hou fallen unangenehm im Ost-Kavango auf, denn sie Treiben scheinbar ohne jegliche Rücksicht auf das vom Umweltministerium ausgerufene Moratorium einen Raubbau an Namibias spärlicher Ressource. Sie holzen weiterhin kostbare Bäume in ungeahntem Masse ab und schleusen dies nach China.

Von C. Sasman & F. Steffen, Windhoek

Obwohl das namibische Umweltministerium am 26. November 2018 ein Moratorium gegen das Fällen und den Handel von Bäumen in den beiden Kavango- sowie Sambesi-Regionen verhängt hatte, kehrt in diesen Gegeneden keine Ruhe ein. Anfangs wurde auf Nachfrage erklärt, dass es sich bei den wiederholt in den elektronischen Medien genannten Transporten lediglich um versteigertes Material handele, dass zuvor vom Staat beschlagnahmt worden war. Dem folgten Erklärungen, dass es sich dabei um Holzfrachten handele, die entweder aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) oder aus Angola stammten.

Nach nunmehr mehr als drei Monaten scheint es allerdings inzwischen Anzeichen zu geben, dass es Beamten des Ministeriums für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft an dem nötigen Ernst fehlt, denn laut Quellen der NMH soll die Firma New Force Logistics CC, die dem chinesischen Staatsbürger Xuecheng Hou gehört, momentan im Massenverfahren Bäume auf Farmen südöstlich von Rundu, zwischen den Straßen D3401 und D3425 bei Cumo und Gcwatjinga im Ost-Kavango, abholzt.

Laut einer der Nachrichtenzuträger könne man den Unterschied zwischen alten und neugeschlagenen Bäumen an der Farbe der Schnittstelle erkennen - Letztere hätten eine gelbliche Farbe, während die alten Stämme sich rot verfärben. Laut dieser Person hat Hou in den vergangenen drei Wochen zwischen fünf und sechs Frachten Holz nach Walvis Bay geschafft, von wo es nach China verschifft wird. Angeblich wurde eine der Frachten bei einer Kontrolle wegen der verfallenen Exportgenehmigung zurückgehalten. „Das stört Hou nicht, er zahlt das Bußgeld und macht weiter“, meinte der Berichterstatter und fügte dem hinzu, dass Hou seine Lkws statt der zugelassenen 20 Tonnen mit 40 Tonnen belädt.

Unglaubliches Tempo

Indessen scheint die Befürchtung eines totalen Stopps die namibischen Farmbesitzer und chinesischen Holzfäller geradezu anzustacheln mit einem unglaublichen Tempo wertvolles Holz abzuforsten - meist mit der Zustimmung von Förstern und Beamten des Forstamts, denen Korruption und Fehlverhalten vorgeworfen wird. So sei Hou damit beschäftigt Genehmigungen aus der Zeit vor dem Moratorium auszunutzen und auf 35 Farmen bei Ncaute und Coma einen Kahlschlag durchzuführen. Vor dem Moratorium hatte er 20 Farmen abgeforstet und nun versucht er die restlichen 15 Farmen kahl zu schlagen, welches ihm bei einer Kapazität von 740 Bäumen pro Tag sicherlich möglich ist.

Das Holz wird prinzipiell in der Nacht verfrachtet und Hou soll bis zu 500000 N$ pro Fracht bezahlen. Hou selbst streitet alle Beteiligung an diesem Raubbau ab, doch wirbt er auf seinem WhatsApp-Profilfoto mit einer Annonce: „Holzeinkauf (Fällen und Sägen), Zahlung in Bar während des Schlagens.“ Und ferner bietet er seinen Dienst an: „Holztransport und -Export.“ In Gesprächen versichert er wiederholt, dass sämtliche Tätigkeit unter Voraussetzung gültiger Genehmigungen stattfinde.

Laut Zahlen der Hafenbehörde NamPort, hat Namibia in den vergangenen zehn Monaten 11660 Tonnen Holz durch den Walvis Bayer Hafen exportiert - davon 7502 Tonnen nach China.

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