19 Februar 2020 | Afrika

Pompeo: Geplante Landreform in Südafrika wäre „desaströs“

Addis Abeba (dpa) - US-Außenminister Mike Pompeo hat vor einer geplanten umstrittenen Landreform in Südafrika gewarnt. Die Reform, die die Enteignung von privatem Landbesitz ohne Entschädigung ermöglichen würde, wäre „desaströs für die Wirtschaft und die Menschen Südafrikas“, sagte Pompeo am Mittwoch bei einem Besuch in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Bereits US-Präsident Donald Trump hatte sich 2018 mit einem Tweet in die Debatte um die Landreform eingemischt und dafür viel Kritik in Südafrika geerntet.
Unter dem rassistischen Apartheid-System in Südafrika waren Nicht-Weiße jahrzehntelang benachteiligt und unterdrückt. Unter anderem wurde das Besitzen von Land stark eingeschränkt. Auch ein Vierteljahrhundert nach Ende der Apartheid besteht in Südafrika noch immer große Ungleichheit. Etwa machen Weiße nur rund acht Prozent der Bevölkerung aus, ihnen gehören aber einem Bericht der Regierung von 2017 zufolge 72 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Landes.
Die Regierungspartei ANC plant seit 2018 eine entsprechende Verfassungsänderung, die heftig debattiert wird. Derzeit dauert der parlamentarische Prozess der Verfassungsänderung noch an.
US-Außenminister Pompeo reiste nach einem Besuch in München nach Senegal, Angola und Äthiopien und wird anschließend nach Saudi-Arabien und in den Oman reisen.

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