25 April 2019 | Gesundheit

Namibia im Kampf gegen Malaria

Heute wird international der Welt- Malariatag begangen, der auf Beschluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahre 2007 zum ersten Mal stattgefunden hat, um auf die global verbreitete Tropenkrankheit Malaria sowie auf Bemühungen und Erfolge in ihrer Bekämpfung aufmerksam zu machen. Denn obwohl die Krankheitsfälle seit 2010 kontinuierlich abgenommen haben ist Malaria immer noch ein schwerwiegendes Problem in den betroffenen Ländern: Von drei Milliarden bedrohten Menschen gibt es laut dem jüngsten World Malaria-Report der WHO im Jahre 2017 weltweit 219 Millionen Erkrankungen mit 435000 Todesfällen. Mit 61 % stellten Kinder unter fünf Jahren die größte Risikogruppe dar. Afrika, vor allen das südliche Subsahara-Afrika, ist mit 93% dieser Todesfälle der am stärksten betroffene Kontinent. Trotz gezielter und koordinierter gemeinsamer Bemühungen von Regierungen und internationaler Organisationen wie dem Global Fund and RBM haben die Malariafälle in einigen Ländern des südlichen Afrikas nach anfänglich sehr guten Erfolgen in den vergangenen Jahren wieder leicht zugenommen. Auch in Namibia sind in den nördlichen Regionen, vor allem im Kavango, seit 2016 vermehrt Erkrankungen gemeldet worden. Gründe dafür mögen sowohl verbesserte Diagnose und Erfassung einerseits als auch unvollständige und inadäquate Vektorkontrolle sowie klimatische Faktoren andererseits sein. Auch eingeschleppte Fälle aus den im Norden angrenzenden Nachbarländern Angola und Sambia mit ungleich höherem Malariavorkommen spielen eine Rolle. Ein zunehmendes Problem sind auch die sich vergrößernden Resistenzen der bei der Vektorenkontrolle eingesetzten Insektizide (v.a. Pyrethroide).

Malaria wird übertragen durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke, bei dem der eigentliche Erreger, in Namibia ausschließlich Plasmodium falciparum , ins menschliche Blut gelangt und nach einer Inkubationszeit die ersten Krankheitssymptome wie Fieber, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit , Kopf- und Gliederschmerzen auslöst. Spätestens dann sollte man einen Arzt aufsuchen. Schutzmaßnahmen sind das Tragen langer Kleidung ab der Dämmerung sowie Schlafen unter einem Moskitonetz. Medizinische Prophylaxe wird hauptsächlich von Touristen eingenommen, für die Einheimischen ist sie zu teuer und meist auch gar nicht zugänglich. Die Maßnahmen der großen Organisationen und der Länderregierungen zur Eindämmung von Malaria erstrecken sich auf Aufklärung der Bevölkerung, die Einführung verbesserter und kostenfreier Diagnosetests und Behandlungsmethoden sowie auch die statistische Erfassung von Krankheitsfällen, das gezielte Versprühen von Insektiziden in und um menschliche Behausungen und in den Brutgebieten der Moskitos und das großflächige Verteilen von Moskitonetzen an die einheimische Bevölkerung.

Schon bevor diese großen, von der WHO koordinierten Programme anliefen, zu Zeiten da Malaria hier in Namibia noch sehr verbreitet war und Jahr für Jahr viele Opfer forderte, entschloß sich Uwe Rathmann einen Beitrag zur Bekämpfung dieser Krankheit zu leisten und gründete 1990 sein kleines Unternehmen MOSSI NETS in Otavi, um den Menschen Zugang zu Moskitonetzen zu verschaffen. Durch ein Abkommen mit Nampost Anfang der 2000er konnten die Netze von da ab landesweit in jeder Ortschaft in den jeweiligen Nampost-Ämtern gekauft werden, ein großer Fortschritt für die ländliche Bevölkerung. Dieses System besteht immer noch , allerdings hat sich der Schwerpunkt von MOSSI NETS, das nun seit 2008 von Judith Hellweg geführt wird, verschoben auf Netze für Lodges und Gästefarmen , da für die von den großen Programmen angeforderten Netz-Mengen die Kapazitäten doch etwas klein sind und es auch preislich mit den gewöhnlich in Asien gefertigten Netzen nicht konkurrieren kann. Doch anfangs waren es diese kleinen Unternehmen, die ohne jegliche staatliche Koordination oder Unterstützung einen beherzten Beginn machten um der tödlichen Malaria im Lande etwas entgegenzusetzen.

Judith Hellweg

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