12 April 2021 | Meinung & Kommentare

Namensgebung geschieht zu früh

Der Mensch ist generell ein Wesen, das sich im Laufe der Zeit eher an positive Erlebnisse und Erfahrungen zurückerinnert als an die schlechten und nachteiligen Ereignisse. Wenn ein Mensch trotz möglicher guter Taten dennoch in schlechter Erinnerung bleibt, verdient eine solche Person es nicht, Straßen, Gebäude oder Parks nach ihr benannt zu bekommen.

Von totalitären Regierungsformen mal abgesehen, ist das der Grund, warum Straßennamen nicht während Lebzeiten vergeben werden. Letztendlich wird eine Person verehrt, die nicht mehr aktiv am Geschehen teilnimmt und daher nicht mehr auf sich aufmerksam machen kann. Der Zweck ist wohl schon immer jener gewesen, durch solche Gebäude- oder Straßennamen nachträglich an Menschen zu erinnern, derer Taten weit über das hinausgingen, was von ihnen erwartet wurde - ob auf kultureller, politischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher oder gar sportlicher Ebene.

Im Falle der namibischen First Lady Monica Geingos, wird zweifelsohne eine breite Masse einer Straßennamensgebung ihr zu Ehren in Swakopmund zustimmen. Die Ehefrau des Präsidenten Hage Geingob setzt sich auf vielen Ebenen ein, vor allem aber für Frauenrechte und die Gleichberechtigung. Darum wird sie bestimmt eines Tages solcher Art der Ehrenbezeichnungen verdient haben. Doch sollte man basierend auf den obengenannten Kriterien, nicht bereits heute den Tag vor dem Abend loben.

Es ist gar nicht so viele Jahre her, dass jede zweite Ortschaft gerne die Namen Sam Nujoma, Hifikepunye Pohamba und Hage Geingob, aber auch Hidipo Hamutenya und Bernhardt Esau auf Straßenschilder schrieb. Kaum hatte Hamutenya die SWAPO-Partei verlassen, wurden Stimmen laut, dass er es nicht verdiene, seinen Namen auf Straßenschildern und -Karten verewigt zu sehen.

Und obwohl der ehemalige Fischereiminister Esau bisher nicht in einem Gericht für schuldig befunden wurde, an dem Fishrot-Korruptionsskandal beteiligt gewesen zu sein, gibt es erste Aufrufe, die nach ihm benannten Straßen neu zu benennen.

Von Frank Steffen

Gleiche Nachricht

 

Mehr Zerwürfnis als Versöhnung

vor 4 tagen - 14 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Die hoch-emotionale, teils hysterische Reaktion von Stammesführern und Oppositionsparteien auf das Versöhnungspaket, das in Berlin und Windhoek zur Ratifizierung vorgelegt wird, ist total aus dem...

Schwacher Verhandlungspartner

1 woche her - 08 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Die Kommunalvertreter der OvaHerero Traditional Authority (OTA) und der Nama Traditional Leaders‘ Association (NTLA) behaupten die einzigen Vertreter ihrer jeweiligen Volksgruppen zu sein. Die Rechnung...

Rote Linie schützt Arbeitsstellen

vor 2 wochen - 01 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Im Internet kann man über den Veterinärzaun im Norden Namibias - der „Roten Linie der Apartheid-Politik“ - nachlesen. Es gibt unterschiedliche Ansichten über den Ursprung,...

Blödsinnige Phrasendrescherei

vor 3 wochen - 28 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Namibische Farmer besitzen Mut und haben wiederholt ihr Durchhaltevermögen bewiesen. Sie müssen sich ständig - genau wie jeder andere Beruf - weiterbilden, und jedes Mal...

Zu viele Themen unbereinigt

vor 3 wochen - 26 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Namibier sind nicht grundsätzlich gegen den Bergbau - seit vielen Jahren gibt es kaum Widerstand. Namibier sind allerdings stolz auf ihre Umwelt, die zu den...

Unerhört freche Forderungen

vor 4 wochen - 21 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Wer soziale, wirtschaftliche oder politische Systeme aus dem eigenen Umfeld kritisiert, wird gern als Nestbeschmutzer verschrien. Darum hadert der Mensch mit solch einem Schritt, und...

Tourismus mit Waffen bedrohen

vor 1 monat - 14 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Man kann sich darüber streiten, ob der botswanische „Schießbefehl“, laut dem die Sicherheitskräfte unseres Nachbarlandes grundsätzlich mit tödlicher Gewalt gegen Wilderer vorgehen dürfen, in Ordnung...

Vetternwirtschaft wird zu Norm

vor 1 monat - 12 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Neulich verzweifelte eine Freischaffende, weil ihre Neffen einem Umfeld ausgesetzt seien, in dem Korruption und Vetternwirtschaft zur Norm würden. Diese Teenager würden derartige Vergehen als...

Vandalismus „made in France“

vor 1 monat - 06 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Namibia kann seine Museen an den Fingern abzählen und die meisten leiden an Geldmangel, sie sind von Spenden und Hilfe abhängig. Zweckgebundene Spenden dienen hauptsächlich...

Warnung fiel auf taube Ohren

vor 1 monat - 28 April 2021 | Meinung & Kommentare

Seit Wochen machen Aufnahmen und Berichte von völlig abgemagerten Wüstenlöwen im Nordwesten Namibias Schlagzeile in den Medien. Das Umweltministerium und Experten sind sich einig: es...