25 April 2018 | Geschäft

Namene kritisiert Bergbau

Ungenügende Schritte zur Verbesserung des Geschlechterverhältnisses

Als Gastsprecherin der Business7-Frühstücks-Vorträge und vor dem heutigen Beginn der Bergbau-Expo in Windhoek, äußerte sich die Chefin der Elektrizität-Kontrollbehörde sehr kritisch zu dem bestehenden Geschlechterverhältnis im Bergbau-Sektor und dem dahingehend fehlenden Fortschritt in dieser scheinbaren Männerdomäne.

Von Frank Steffen, Windhoek

Auf der Internetseite des Investmentberaters Bloomberg, wird die ehemalige Rechtsberaterin Foibe Louise Namene als Aufsichtsratsvorsitzende des Uran-Minenbesitzers Rössing Uranium Limited (seit Dezember 2017) und als Geschäftsführerin der namibischen Elektrizität-Kontrollbehörde (ECB) angegeben.

Als Gastsprecherin des Business 7-Frühstücks, dass vom NMH-Verlag angeboten wird, wollte Namene gestern den Anwesenden einen Einblick in das Bergbaugeschehen gewähren, mit Schwerpunkt Geschlechtergleichheit. Sie beleuchtete die weitreichende Gesetzgebung und hielt die tatsächliche Ausführung dieser Vorsätze dagegen. „Heute mehr denn je, wird die Notwendigkeit deutlicher, das intime Verhältnis zwischen Geschlechtergleichheit und den daraus folgenden Möglichkeiten zu erkennen, und diesem ein erneutes und realistisches Verständnis entgegenzubringen“, berief sich Namene auf ein Zitat der Vize-Bergbauministerin, Kornelia Shilunga, die als erste Frau eine solche Stellung besetzt.

Der aus dem Bergbau-Sektor stammende Ausdruck der „marginalisierten Beteiligten“, sei ärgerlich und stufe die Anstellung von Frauen zu einem notgedrungenen Übel herab. „Ich wäre sehr verärgert, wenn Rössing mich lediglich als Aufsichtsratsvorsitzende angestellt hat, damit sie ihre Frauenquote in Ordnung halten“, betonte Namene und ergänzte: „Es ist an der Zeit einzusehen, dass wir Frauen etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen. Eine erzwungene Geschlechtergleichheit sollte längst unnötig sein, denn jeder vernünftig denkende Mensch weiß, dass dies nicht nur gesellschaftliche Vorteile beinhaltet, sondern wirklichen Geschäftssinn ergibt.“

Die weiblichen Festangestellten im namibischen Bergbausektor betragen gerade mal 16% und von den insgesamt 16000 Arbeiter/Innen landesweit, seien 3360 (21%) Frauen. Dies sei ein internationales Phänomen, doch hätten laut Weltbank 87 Länder in den vergangenen zwei Jahren Gesetzgebung verabschiedet, die Frauen zur Gleichberechtigung verhelfen. Vor allem die USA, England, Neu-Seeland und Spanien genießen ein höheres Rating als die restliche Welt.

Wortwahl angezweifelt

Hatte Namene noch vorher verlangt, dass Namibia gemäß des Grundgesetzes Frauen eine „bevorzugte Behandlung“ einräumen sollte, so meinte einer der Gäste (der ungenannt bleiben wollte), dass das Wort „bevorzugt“ zu verkehrter Auslegung führen könne, da es den Anschein erwecke, als ob Frauen prinzipiell den Vorrang genießen sollten. „Eine grundsätzliche bessere Einstellung ist einem Zwang doch zu bevorzugen“, erklärte der Gast. Laut Namene gebe es bereits den gesetzlichen Zwang, der allerdings umgangen werde, weshalb sie verstärkte Verpflichtungen verlangt.

Ein weiterer Teilnehmer und Arbeitsnehmer der Bergbaukammer setzte sich förmlich in die Brenneseln, als er feststellte, dass einige Frauen nicht dem Erfolg nacheilten, wodurch Männer schneller befördert würden. Doch wurde dabei klar, dass der Bergbausektor zum größten Teil keine Karriereplanung vornimmt, wodurch gerade schwangere Frauen immer wieder zurückgesetzt werden.

Namene lamentierte die traditionell existierenden Hürden und betonte wie wichtig es sei, Jungen und Männern in den ländlichen Gebieten den Respekt vor Frauen beizubringen: „Die Kinder müssen die Geschlechtergleichheit als eine Selbstverständlichkeit erkennen. Die Erhebung der Frauen ist nicht gleichbedeutend mit dem Fall der Männer.“

JHV der Bergbaukammer

Später am Nachmittag hielt die Bergbaukammer ihre diesjährige Jahreshauptversammlung, bei der Tom Alweendo als erst unlängst ernannter Bergbauminister Schwerpunkte setzte. So wolle er allem voran das Investment in den Bergbau vorantreiben, denn es gebe zu viele verpasste Gelegenheiten. Auch bei der Wertschöpfung verlangt er eine Verbesserung, denn zu viel Mineralien verließen seiner Meinung nach das Land, ohne dass ein Veredelungsprozess stattgefunden habe, obwohl dies möglich sei. Auch an der Ethik hapere es: Ethik ist den Unterschied zu kennen, zwischen dem wozu man das Recht hat und dem was ‘recht” ist.”

Heute wird die diesjährige Bergbau- und Minenmesse in Windhoek eröffnet.

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