14 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Millionen für Hegegebiete

Fördergesellschaft erhält 5 Millionen Euro aus Deutschland

Die gemeinnützige Hegegebiets-Fördergesellschaft CCFN hat zwei Jahre lang an ihren Strategien und Verwaltungsgrundsätzen gefeilt. Jetzt durfte sie eine Spende in Höhe von fünf Millionen Euro von der deutschen Regierung - über die Entwicklungsbank KfW - entgegennehmen. Der CCFN will aber höher hinaus.

Von Frank Steffen, Windhoek

Bei der Überreichung einer großzügigen Spende in Höhe von fünf Millionen Euro (knapp 80 Mio. N$) an die gemeinnützige Gesellschaft „The Community Conservation Fund of Namibia“ (CCFN), betonte der deutsche Botschafter Herbert Beck, dass Deutschland spezifisch einen Beitrag zum Mensch-Tier-Konflikt-Projekt leiste. Dies geschehe im Rahmen der Förderung einer nachhaltigen Umwelt- und Tourismuspolitik in Namibia. Der namibische Umweltminister Pohamba Shifeta zeigte sich höchst erfreut über die Spende und gelobte weitere finanzielle Unterstützung aus der Landeskasse. Die nachhaltige Hegegebietsstrategie, wodurch Kommunalbevölkerungen zum Erhalt der Tiere beitragen, zahle sich aus.

Der Geschäftsführer der CCFN, Tapiwa Makiwa, hatte im Vorfeld die Geschäftsstrategie der Fördergesellschaft erklärt, die sich grundsätzlich um die Unterstützung und Finanzierung der CBNRM-Programme kümmern will. Dabei geht es um die kommunalstämmige Verwaltung natürlicher Ressourcen - kurz CBNRM -, die darauf abzielt, alle namibischen Hegegebiete nachhaltig zum Vorteil der Lokalbevölkerung zu nutzen. „Geld das wir empfangen, nehmen wir nicht als Spende entgegen, sondern als Investment. Denn es geht hier um den Verdienst. Wenn wir es schaffen, allen Namibiern auf den ländlichen Gebieten eine Lebensgrundlage durch den nachhaltigen Tourismus zu schaffen, dann ist dies ein Verdienst, der auf diese Investitionen zurückgeführt werden kann“, erklärte Makiwa.

Die CCFN wird drei Sub-Fonds einrichten: das Mindest-Hilfsprogramm (Minimum Support Package, MSP), das Mensch-Tier-Konflikt-Projekt (Human Wildlife Conflict, HWC) und zuletzt Einnahmen, die Dienstleistungen aus dem Öko-System entspringen (Payment of Ecosystem Services, PES). In den kommenden 15 Jahren wolle man 100 namibische Hegegebiete unterstützen. „Jeder von uns kann dabei helfen, denn jeder von uns ist irgendwo mit dem Tourismussektor verbunden - direkt oder indirekt“, forderte Makiwa, als er erklärte, dass man nun fünf Mio. Euro für das HWC empfangen habe, allerdings weitere 1,85 Mio. Euro (etwa 30 Mio. N$) benötige, damit das Projekt sich selbst trage.

Diese Mittel sollen für die Bevölkerung der Hegegebiete eingesetzt werden, wobei es auch um die Armutsbekämpfung gehe, so Beck. Der CCFN will sich mit Lösungen im Konflikt mit Wildtieren wie Elefanten, Löwen, Hyänen, Krokodile und Wilden Hunden befassen. Im weiteren Sinne trachte man auch nach dem Erhalt der Kommunalwälder, sagte Makiwa und versprach, dass demnächst dem Umweltministerium eine Liste von 40 Hegegebieten, die am dringendstem Hilfe benötigen, vorgelegt werden soll .

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