30 April 2009 | Politik

Militär wird für Ernstfall getrimmt

Windhoek - Obwohl die Sicherheitslage im südlichen Afrika "stabil und relativ friedlich" ist, werden die namibischen Streitkräfte für den Ernstfall, also den Einsatz in Kriegssituationen, gedrillt. Das erklärte Verteidigungsminister Charles Namoloh diese Woche im Parlament.

"Die Sicherheitssituation in der modernen Welt bleibt unbeständig und unberechenbar", sagte der Minister. Deshalb könne es keine Kompromisse bei der "Vorbereitung für Verteidigung und Schutz der Souveränität und territorialen Integrität" geben, führte er aus. Namoloh wies auf die solide Sicherheitslage in der Region hin und räumte ein, dass "im Moment keine sichtbare direkte Bedrohung durch einen Krieg gegen unser Land und die SADC" bestehen würde. Die Möglichkeit eines Krieges zwischen SADC-Mitgliedsstaaten sei überdies "unbedeutend".

Im vergangenen Finanzjahr seien 1000 junge Soldaten im Alter von 18 bis 25 Jahren rekrutiert und am 16. April dieses Jahres vereidigt worden, berichtete der Minister. Dies bringe "frisches Blut" in die Streitkräfte, das dringend benötigt werde. Denn: "Die meisten Veteranen-Soldaten, ehemals von PLAN und SWATF, sind weit über 50 Jahre und erreichen das Rentenalter", so Namoloh. Wie er weiter ausführte, habe man bereits manche der so genannten Veteranen-Kinder aufgenommen, deren Ausbildung vergangene Woche begonnen habe.

Derzeit würden 800 Soldaten auf eine UN-Friedensmission vorbereitet, die sie in den Tschad führen werde. Die Abreise sei für Dezember 2009 geplant, sagte der Minister. Er wies ferner darauf hin, dass die Streitkräfte auch für humanitäre Hilfsdienste eingesetzt würden. So seien Soldaten derzeit im Flutgebiet im Einsatz, zum Beispiel bei der Evakuierung von Menschen oder beim Transport von Lebensmitteln. Für diese Aufgaben hätten die Piloten bereits 126 Flugstunden absolviert, so Namoloh.

Die parlamentarische Diskussion wurde im Rahmen der Debatte zum Staatshaushalt 2009/10 geführt, bei der Namoloh den Finanzanspruch seines Ressorts rechtfertigte. Das Verteidigungsbudget wird mit knapp 2,6 Milliarden Namibia-Dollar (10,4% des Gesamthaushalts) angegeben und liegt somit 9,5 Prozent höher als im Vorjahresetat. Das hatte des Öfteren Kritik aus den Reihen der Opposition hervorgerufen (AZ berichtete). Die Diskussion über den Militärhaushalt dauerte gestern bei Redaktionsschluss noch an.

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