07 Juni 2021 | Politik

Mbumba: Entschä­digung vermutlich zu niedrig

Windhoek (ste) • Die von Deutschland angebotene Entschädigung für den Genozid der Jahre 1904 bis 1908 sei wahrscheinlich zu niedrig. Doch immerhin sei es zu einer Entschädigung in Höhe von 1,1 Milliarden N$ gekommen und sei die deutsche Regierung ferner dazu bereit, diesen Betrag und seine Wirkung von Zeit zu Zeit neu zu betrachten, erklärte der namibische Vize-Präsident, Nangolo Mbumba, am vergangenen Freitag.

Vertreter der Herero und Nama hatten sich zuvor kritisch und erbost über das Rahmenabkommen der Genozid-Verhandlungen gezeigt, nachdem Deutschland das Zustandekommen eines solchen Abkommens angekündigt hatte (AZ berichtete). Der deutsche Sondergesandte, Ruprecht Polenz, erklärte die Verhandlung in einer Twitter-Botschaft als erfolgreich abgeschlossen.

Am Freitag äußerte sich erstmals die namibische Regierung in Person des Vize-Präsidenten zu diesen Verhandlungen. Das namibische Staatsoberhaupt befindet sich momentan infolge seiner COVID-19-Erkrankung in Quarantäne. Somit machte Mbumba deutlich, dass er von Präsident Hage Geingob gebeten worden sei, die Angelegenheit namens Geingob aufzunehmen: „Ich weiß die Schwierigkeiten des langen Wegs zu schätzen – die Herausforderungen, denen wir begegnet sind und die Möglichkeiten, die vor uns liegen, um die Wunden der Vergangenheit zu heilen auf dem Weg der Versöhnung und des Wiederaufbaus.“

Im Jahre 2006 habe das namibische Parlament infolge eines Antrags des ehemaligen Paramount Chiefs der Herero, Kuaima Riruako, entschlossen, dass es von Deutschland erwarte, a) den Genozid der Jahre 1904 bis 1908 anzuerkennen, b) sich bedingungslos für den Völkermord zu entschuldigen, und c) sich zu Reparationszahlungen zu verpflichten. Deutschland habe sich erst 2015 zu einer solchen Unterhandlung bereiterklärt.

Ein Kabinettsausschuss unter der Leitung des Vizepräsidenten (damals Nickey Iyambo und später Mbumba) hätte gemeinsam mit dem spezialbeauftragten Dr. Zed Ngavirue die Unterhandlungen geführt. Im Vorfeld seien die betroffenen Bevölkerungsgruppen und Kommunen befragt worden indem ein „Chiefs-Forum“ einberufen worden sei, das kontinuierlich einbezogen wurde. Die Verhandlungen seien träge vorangeschritten, da Deutschland nicht ohne weiteres die namibische Position habe akzeptieren wollen. Im Grunde seien jetzt aber alle drei Bedingungen erfüllt.

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