16 Mai 2007 | Glosse

Lustig auf Namutoni

Jung-Namibia ist das Land unbegrenzter Möglichkeiten. Das wissen die Bauherren, die im Auftrag von Vater Staat und ihrer eigenen kulturellen Fantasie folgend namibische Rastlager moi neu machen. Das hat mit Macht zu tun, wer jetzt bestimmt, was moi und was lellek ist.

Der Baas von Namibia Wildlife Resorts (NWR), Omushamane Tobie Aupindi, weiß nochall moi was für ausländische Touris gut ist und was für den gewöhnlichen Sterblichen aus dem Lande der Braven passend zu sein hat. Wer in Namibia das 21. Jahrhundert betreten hat und im glorreichen Etoscha-Nationalreservat köiert, braucht sich künftig nicht mehr im Freien und unter den Sternen am schmierigen Rost und im beißenden Rauch für sein Braaivleis abzumühen. Für das leibliche Wohl sorgen die hilfreichen NWR-Kräfte, die ganze Busfuhren von Touristen ruckzuck durch das Frühstückslokal schleusen und die Selbstfahrer kriegen sommer xhou-xhou ihr Rührei.

Was meinst Du, wie die Kräfte, die jedem Besucher für ihre Arbeitsstelle dankbar sind, nach dem neuen Tarif ab November 2007 springen werden, um dem Gast zu gefallen? Abends das Gemsbocksteak, dann schnell die Falle, denn die muss sich bei dem Preis besonders gut beschlafen lassen, und dann hurtig zum Rührei. Und das alles für N$ 1200 ( es muss ja nicht gleich ein Buschbungalow für N$ 1500 pro Nacht sein) und halt, als Einheimischer kriegste mos ein Viertel Abschlag! Also blätterst Du nur N$ 900 hin, na ja, orrait, mit Frau kommst Du auf N$ 1800 pro Nacht. Aber denk daran wie Du im Vergleich zu dem Ausländerpaar schkohrst, das pro Nacht N$ 2400 blechen muss! Du sitzt jetzt mit dem bleddy Problem, was Du mit den roten Witboois in Höhe von N$ 600 anfängst, die Du als namibischer Passträger im Vergleich zu den Zugereisten gespart hast. Dass Du Dir mit dem Eingesparten keine zweite Nacht im Etoscha-Nationalpark leisten kannst, ist Dir mos kein Problem, denn die Höhe des neuen Tarifs garantiert von vornherein auf Anhieb stief Qualität und höchste Zufriedenheit, dass Dir sommer xhou-xhou die Überzeugung reift, dass Dir und Deiner Mitreisenden eine Nacht huka reicht. Also ziehst Du wieder ab, fährst vor das Etoscha-Tor und schlägst Dein Zelt im Padkamp auf oder besuchst mit dem eingesparten Ovimariva eine private Gästefarm, wozu die Kohle dann wieder reicht.

Wenn Du jetzt vor Einführung der neuen Tarife aber noch schnell und auch länger auf der Baustelle Etoscha köiern willst, dann garantiert Dir Omushamane Aupindi auch derart viel Qualität, dass Du trotz Bauarbeiten und Baugerümpel, das ja wieder weggeräumt wird, überhaupt keinen Abschlag für Dein Nachtquartier anfragen brauchst. Schließlich bist Du nicht wegen Stuhl, Bett und Dusche gekommen, sondern wegen dem Viehzeug da draußen. Dickhäuter, Pelztiere mit Loch im Pelz und Piepols Galore. Langer Rede kurzer Sinn, solange das Getier draußen fleucht und kreucht, was worriet Dich solch Nebensache wie Schlafquartier. Das hast Du mos zu Hause und den Braaiplatz auch. Deshalb kann das Braai in der Weisheit der neuen Planungselite mos abgeschafft werden.

Die Oukies mit dem hellen Teint haben früher aus besserem Wissen beschlossen, was für alle gut ist. Die Oukies mit dem dunklen Tähn beschließen heute aus besserem Wissen, was für alle gut ist. Poetischer Ausgleich. Kapiert?

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