14 April 2005 | Glosse

Lass keinen Krieg ausbrechen

Zur Zeit wollen wir was von den Soldaten, zumindest von ihrem neuen Oministeli Generalmajor Omushamane Charles Dickson Ndaxu Phillip Namoloh. Der war früher mos Botschafter. Wir wissen huka, dass der Anlauf zu einer etwas gründlicheren Aussage aus einem Ministerium nicht mit einem Telefonat getan ist, obwohl jeder mal davon träumt, dass ihm schnell und ohne bleddy Gesökkel geholfen wird. Durch einen Telefonanruf eben.

Deshalb haben wir es wider besseren Wissens nicht lassen können (check net, das moie Deutsch!) und haben trotzdem angerufen. Omutjange uomujapa (das heißt soviel wie Schreiberling mit Bleichgesicht) ist also mit der Public Relations Abteilung der Namibischen Wehrmacht, NDF, verbunden und lässt sich mit Meme Amagulu ein. "Guten Tag Meme", sagt der Oukie, "wie geht es Ihnen heute?" - "Nochall naua", meint diese, "wie geht es Dir heute, bist Du gut aufgestanden?" - "Nochall orrait, bin gut aufgestanden, heute darrem nich mit dem linken Bein. Und Sie, sind Sie auch gut aufgestanden?" - "Eeh", sagt sie überzeugt. Also sind wir beide moi aufgestanden und können uns nun dem Tagesgeschäft zuwenden.

"Kann ich schnell ein paar Fragen stellen? Die Leute skindern mos so von der NDF. Die behaupten da Sachen, das klingt wüst lellek. Kannst Du darauf reagieren?" - "Was heißt hier schnell?" will Meme Amulugu wissen und rät dann genau das, was ich mos aus besserem Wissen schon huka gewusst habe, wie das geht: "Schreib die Fragen auf und gib sie uns."

Also schreibt der Schreiberling mit dem Bleichgesicht die Fragen auf, moi auf Englisch mit protokollarischer Anrede und all dem. Damit das bleddy well auch klappt, meldet er sich noch mal telefonisch bei Meme Amulugu und macht sich auf den Weg, um den Schrieb persönlich bei ihr abzuliefern. Da kann man dann irritierend bohren, wenn es keine Antworten gibt.

Im Treppenhaus der früheren Agentur Taeuber & Corssen, wo die Wehrmacht jetzt hockt, trägt er sich ins Besucherbuch ein, geht die Treppe hoch und trifft die PR-Abteilung völlig verlassen an. "Meme Amulugu sitzt im Zimmer nebenan", dirigiert ihn eine freundliche Kraft auf dem Flur. Omutjange klopft an, tritt ein, aber Meme Amulugu ist nicht da. Er könnte jetzt höchstens ihre Handtasche klauen, die sie unbewacht und mitten auf ihrem Schreibtisch hat stehen lassen. Doch da kommt Amulugus junger PR-Sidekick (uniformierter Nachrichten- und Info-Soldat, bitte schön!) den Gang runter, sieht sich des Schreiberlings Umschlag an und sagt: "Jong, Tshirumbu Tseehama is toch gar nich mehr unser Oministeli, das ist jetzt der Namoloh." - Dämmet, hab ich das denn verpennt, als ich paar Tage passjona war, verkneift sich der Omutjange einen Fluch, fordert dann aber freundlich: "Gib mir bitte den ganzen Namen." - Darauf sagt der uniformierte PR-Mann der Namibischen Verteidigungskräfte: "Den muss ich Dir erst beschaffen." Und bleibt so bleddy lange weg, als ob der Name des Oministeli erst noch ausgeheckt werden müsste. Darüber haut der Omutjange ab, kriegt den Namen aber wrachtach noch auf dem Gang nachgeschmissen.

Das Ministerium hat nach 20 endlosen Minuten den Namen seines eigenen Oministeli gefunden. Die PR-Arbeit hat geklappt!

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