28 November 2011 | Politik

Kochanke unter Beschuss

Windhoek - Eine Ovaherero-Fraktion, die OCD-Dialog-Gruppe des Chefs Alphons Maharero, protestiert gegen die Beschuldigung des deutschen Botschafters Kochanke, dass die namibische Abordnung zur Repatriierung von 20 Totenschädeln aus Berlin mit "versteckten Motiven" (hidden agenda) in die deutsche Hauptstadt gefahren sei. Die guten bilateralen deutsch-namibischen Beziehungen seien dadurch gefährdet worden, so der Botschafter bei der Unterzeichnung des jüngsten deutsch-namibischen Kooperationsvertrags im Werte von 660 Mio. Namibia-Dollar.

"Die Namibier, die die Schädel in Deutschland geholt haben, sind guter Treu und nicht mit verdeckten Motiven gekommen, wie vom Botschafter behauptet, reagierte der "Ovaherero/Ovambanderu-Rat für Dialog über den Genozid von 1904" (OCD-1904) am Freitag. "Unsere Agenda ist stets offen und wird auf Generationen offen bleiben, trotz der Unnachgiebigkeit der deutschen Regierung, den Völkermord einzugestehen, der am namibischen Volk verübt wurde, und (der Ablehnung) auf unsere Forderung nach restaurativer Gerechtigkeit einzugehen." Seinerseits stellt nun der OCD-Rat "die Motive" der Bundesregierung in Frage, 660 Mio. N$ an Entwicklungshilfe einzubringen und spricht von "verstecktem Brautgeld" (hidden lobola). Der OCD-Rat betitelt den deutschen Diplomaten als "völlig gefühllos, arrogant und halsstarrig" und plädiert erneut für strukturierten Dialog zwischen Ovaherero und Nama mit der deutschen Regierung.

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