08 Mai 2008 | Polizei & Gericht

In der Shebeen ermordet

Windhoek - Ursprünglich musste sich Swartbooi wegen des Besitzes einer unlizenzierten Waffe, der dazugehörenden Munition sowie des fahrlässigen Abfeuerns einer Waffe vor dem Obergericht verantworten. Auf diese drei Anklagen bekannte er sich zu Beginn der Verhandlung schuldig, woraufhin Swartbooi auch gleich verurteilt wurde. Den vorsätzlichen Mord stritt er aber ab.

Swartbooi hatte vor Gericht beteuert, dass er am 12. April 2003 in Marias Shebeen im Stadtteil Wanaheda eingekehrt sei. Dort habe er sich zu Sidney Kamato (den Verstorbenen) und dessen Freund gesetzt - er kannte sie vorher nicht. Er habe sich mit ihnen unterhalten, woraufhin die zwei fremden Personen ihm ein Getränk gegeben hätten. Swartbooi habe das Duo um eine Zigarette gebeten und Kamato habe ihn durch Flüche beleidigt. Kamatos Freund dementierte diese Aussagen jedoch. Der Mörder habe daraufhin die Shebeen verlassen und sei nach Hause gegangen. Zuhause habe er auf seines Vaters Schrank eine Haarschneidemaschine gesucht, sei aber auf eine 9-mm-Pistole gestoßen. "Ich habe die Waffe in meine Hose gesteckt und bin zurück zur Shebeen gelaufen, weil ich die zwei Besucher 'nur erschrecken' wollte", sagte Swartbooi vor Gericht aus. In der Bar habe er die Waffe gezückt und diese auf den Boden gerichtet. Kamatos Freund beteuerte aber vor Gericht, dass der Mörder die Waffe vorher geladen und auf den Verstorbenen gerichtet habe. Der Freund sei auf Swartbooi gestürzt und habe versucht, ihm die Waffe zu entnehmen. Dabei sei ein Schuss gefallen, der Kamato direkt in den Kopf getroffen habe. "Als wir auf dem Boden lagen, ist der Schuss versehentlich abgegangen. Ich weiß nicht, wer den Hahn abgezogen hat", so der Mörder. Kamatos Freund sagte aber aus, dass Swartbooi ihn überwältigt habe und mit der Waffe direkt auf Kamato gerichtet, abgedrückt habe. "Ihm wurde das Gehirn weggeschossen und ein Teil davon landete auf mir", sagte der Zeuge. Nach Kamatos Tod sei Swartbooi vom Tatort geflohen und habe einen weiteren Schuss auf der Straße abgefeuert. Er stellte sich kurz darauf der Polizei.

In seinem Urteil sagte Richter John Manyarara, dass Swartbooi gelogen habe. Manyarara zufolge war die Aussage des Freundes viel überzeugender, als die des Mörders. "Swartboois Aussagen waren erbärmlich und seine Beweise schockierend", so der Richter. Zudem fragte Manyarara verzweifelt, wie der Mörder nur eine geladene Waffe in eine Shebeen nehmen könne, und dies nur, weil er eine Person erschrecken wolle. "Du hast ihn absichtlich töten wollen und Du hast das beschlossen, als Du die Waffe vom Schrank entwendet hast", fuhr der Richter fort und fügte hinzu: "Und all dies nur, weil Kamato dich gedemütigt hatte."

Richter Manyarara vertagte den Prozess auf morgen. Er wird dann sein Strafmaß verkünden.

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