08 April 2021 | Politik

„Impfstoff-Apartheid“

Geingob über Verzögerungen mit Corona-Impfstoff enttäuscht

Präsident Hage Geingob hat gegenüber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine Enttäuschung darüber ausgesprochen, dass Namibia bis dato noch keine Impfstoff-Sendung von der COVAX-Einrichtung erhalten hat, obwohl das Land „sehr früh dafür gezahlt hat“. Dies bezeichnete er als „COVID-Apartheid“.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek/Genf

Namibia wird die erste Sendung eines COVID-19-Impfstoffs von der COVAX-Einrichtung in den nächsten zwei Wochen erhalten. Das hat der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Tedros Ghebreyesus, am Dienstagnachmittag während einer Live-Sendung mit Präsident Hage Geingob versprochen. Geingob hatte zuvor seine Enttäuschung kundgetan, dass „wir in Namibia uns ausgeschlossen fühlen“ und das Land bisher lediglich durch Spenden Impfdosen erhalten habe.

Die von der Weltgesundheitsorganisation durchgeführte Online-Pressekonferenz wurde angesichts des Weltgesundheitstages am gestrigen 7. April veranstaltet. Nebst Geingob und Dr. Ghebreyesus hielten auch die Premierministerin von Barbados, Mia Mottley, der Präsident von Costa Rica, Carlos Quesada, und der Präsident von Aserbaidschan, Ilham Aliyev, Reden.

„Wir in Namibia fühlen uns ausgeschlossen“, sagte Geingob, indem er von seiner vorbereiteten Rede abwich. „Wir haben uns gleichermaßen bei der COVID-Impfstoff-Einrichtung (COVAX) beworben und haben bis jetzt noch nichts bekommen. Wir haben lediglich Hilfe von unseren guten Freunden China und Indien bekommen, die uns Impfstoffe gespendet haben“, sagte er. Obwohl Namibia bereits eine Vorauszahlung gemacht habe, werde das Land ausgeschlossen. „Es gibt eine COVID-Apartheid. Das ist nicht gut”, sagte er.

Dr. Ghebreyesus sagte dazu lediglich, dass er Geingob wegen technischer Fehler bei der Live-Übertragung nicht habe hören können, weshalb sich Geingob wiederholte: „Als kleines Land fühlen wir uns ausgeschlossen, was ich eine Impfstoff-Apartheid nenne, und wir haben viele Jahre gegen die Apartheid gekämpft.“ Er fügte hinzu: „Diese Impfstoff-Apartheid will ich als Mann, der unter Apartheid gelitten hat, sehr deutlich machen. Einschließung bedeutet Harmonie und Ausschließung bedeutet Konflikt.“

Daraufhin verlas Geingob seine vorbereitete Rede weiter. Er ließ allerdings große Teile aus und schloss seine Ansprache plötzlich mit dem Satz ab: „Da ich sabotiert werde, schließe ich hier ab.“

Dr. Ghebreyesus stimmte mit Geingob überein und sagte schließlich, dass es im Interesse aller Nationen liege, Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen zu gewährleisten. „Wir sind mit Problemen bei der gerechten Verteilung konfrontiert“, sagte er und versicherte, dass die COVAX-Einrichtung demnächst eine Sendung nach Namibia liefern werde.

Bis jetzt hat Namibia lediglich 130 000 Impfstoff-Dosen erhalten. 100 000 hat China gespendet, Indien wiederum weitere 30 000.

Gleiche Nachricht

 

Geingob baut auf Projekte und Jobs

vor 10 stunden | Politik

Von Brigitte Weidlich, WindhoekGeingob bekräftige erneut das Engagement der Regierung, Prozesse, Systeme und Institutionen zu stärken, um qualitativ hochwertige Dienstleistungen zu erbringen, Freiheiten zu schützen...

Strategie für Wirtschaftswachstum erläutert

vor 10 stunden | Politik

Windhoek (bw) - Die Regierung wird demnächst eine umfassende Strategie für das Wirtschaftswachstum nach der COVID-19-Pandemie vorstellen, die sich auf Strategien zur wirtschaftlichen Diversifizierung konzentriert....

USA spenden Laborausstattung gegen Corona

vor 2 tagen - 14 April 2021 | Politik

Windhoek (km) • Im Rahmen des Hilfsprogramms der US Agency for International Development (USAID) haben die USA am gestrigen Dienstag Laborausttattung an das Ministerium für...

Fishrot: Handys bei Angeklagten in Haft gefunden

vor 2 tagen - 14 April 2021 | Politik

Windhoek (NAMPA/km) - Dem ehemaligen Justizminister Sacky Shanghala und dem Geschäftsmann James Haitukulipi, die beide in den Fishrot-Skandal involviert und in Untersuchungshaft sind, wird vorgeworfen,...

Anschuldigungen reißen nicht ab

vor 3 tagen - 13 April 2021 | Politik

Von Steffi Balzar, Windhoek Die Premierministerin, Saara Kuugongelwa-Amadhila, geriet in den vergangenen Tagen aufgrund des Verkaufs zweier Farmen an den Staat in die Schlagzeilen. Landwirtschaftsminister,...

Abschied von Prinz Philip

vor 4 tagen - 12 April 2021 | Politik

Windhoek/London (dpa & ste) - Die britische Königsfamilie hat sich am Tag nach dem Tod von Prinz Philip berührt gezeigt von der großen Anteilnahme. Thronfolger...

Farmverkauf nicht unlauter

vor 4 tagen - 12 April 2021 | Politik

Von Steffi Balzar, Windhoek Der Premierministerin, Saara Kuugongelwa-Amadhila, wurde vergangene Woche im Parlament von der Opposition vorgeworfen, eine ihr im Rahmen des Landumverteilungsprogramms des Staats...

Opposition wettert gegen Korruption

1 woche her - 09 April 2021 | Politik

Von Brigitte Weidlich, Windhoek Nachdem Peter Vilho als Verteidigungsminister am Dienstagabend wegen mutmaßlichen Korruptionsverdachts seinen Rücktritt erklären musste, versuchte die Premierministerin, Saara Kuugongelwa-Amadhila, tags darauf...

Kindsmord: Regierung wartet auf Generalstaatsankläger

1 woche her - 09 April 2021 | Politik

Windhoek (Nampa/sb) - Der Staat wartet auf die Empfehlung des Generalstaatsanklägers über das weitere Vorgehen im Fall einer namibischen Frau, die beschuldigt wird, ihre zwei...

„Ich habe nichts falsch gemacht“

1 woche her - 08 April 2021 | Politik

Swakopmund/Windhoek (er) - Der Minister für Verteidigung und Veteranenangelegenheiten, Peter Hafeni Vilho, hat wegen des „andauernden Medienangriffs“ gegen ihn gekündigt und nicht angesichts Korruptionsvorwürfen....