09 Juli 2019 | Sport

„Ich mag einfach die Herausforderung“

Wie Seidlers Karriere mit einem gebrochenen Ellenbogen startete

Windhoek (pl) • Ein unglücklicher Zufall hat Namibias Freiwasserschwimmer Phillip Seidler überhaupt erst zum Schwimmen gebracht. Bereits bei seiner ersten Teilnahme der Jetty Mile in Swakopmund wurde er Dritter und legte die Grundlage für seine folgenden sechs Siege. Wie alles begann, verriet er uns im zweiten Teil der Interviewserie Seidlers Welt des Schwimmens.

Herr Seidler, wie sind Sie zum Schwimmen gekommen?

Ich habe bereits mit fünf Jahren angefangen zu Schwimmen. Mein Ellenbogen am linken Arm war damals gebrochen. Meine Muskeln und meine linke Hand waren damals sehr stark eingeschränkt und mit einer Schwimmtherapie haben wir versucht, die Funktionen wiederherzustellen. Und dann bin ich beim Schwimmen geblieben. Bereits nach einem oder zwei Monaten habe ich dann mein erstes Rennen gegen andere Kinder aus dem Schwimmclub bestritten und bin dabei geblieben. Zu Beginn bin ich eigentlich alle Konkurrenzen von 50-800 Meter geschwommen, ungefähr bis ich zwölf Jahre alt war. Dann kamen die 1 500 Meter dazu.

Wann ging es mit Freiwasser los?

Als ich in der achten Klasse war, bin ich das erste Mal die Jetty Mile in Swakopmund geschwommen. Ich bin damals direkt Dritter geworden und danach haben meine Mutter und meine anderen Trainer mein Talent für das Freiwasser entdeckt und weiter gefördert. In der elften Klasse bin ich dann das erste Mal die fünf Kilometer in Südafrika geschwommen und nach der zwölften Klasse, mit 18 oder 19 Jahren, habe ich begonnen, auch die olympische Distanz von zehn Kilometern in Angriff zu nehmen.

Worin liegt für Sie die Faszination des Freiwasserschwimmens?

Ich mag einfach die Herausforderung. Bei den zehn Kilometer-Rennen bist du mitten im Getümmel. Da wird im Wasser auch mal gekratzt und du bekommst eine Hand ins Gesicht. Zudem gibt es keine Bahnen. Das ist für mich einfach relaxter. Es macht mir einfach mehr Spaß und hat eine größere Faszination.

Gab es bei Ihnen einen konkreten Anlass oder ein Aha-Erlebnis, nachdem Sie gesagt haben: Jetzt bin ich Open-Water-Schwimmer?

Die Weltmeisterschaft in Budapest 2017 war schon ein besonderes Erlebnis. Da habe ich gedacht: Wow, das ist alles, was ich jetzt noch machen will. Da bin ich 42. über die fünf Kilometer geworden und habe mir danach gesagt, dass ich jetzt auch die zehn Kilometer in Angriff nehmen möchte.

Wenden liegt Ihnen nicht?

Die Bahnen im Schwimmbad sind nicht gerade meine Lieblingsdisziplinen, Unterwasser-Kicks liegen mir nicht so. Und wenn ich darauf trainieren würde, wäre das auch nicht von Vorteil für das Freiwasserschwimmen.

– Morgen geht es weiter mit Seidlers Erlebnissen in Deutschland und anderen Grenzerfahrungen in seiner Schwimmkarriere.

Gleiche Nachricht

 

Draisaitl erster deutscher NHL-Topscorer

1 stunde her | Sport

Edmonton (dpa) - Als erster deutscher Sportler hat Eishockey-Profi Leon Draisaitl die Topscorer-Wertung in einer der großen US-Ligen gewonnen. Nach dem Hauptrunden-Abbruch in der stärksten...

Bayern baut Vorsprung mit Sieg im Spitzenspiel beim BVB...

vor 2 stunden | Sport

Dortmund (dpa) - Der FC Bayern München hat mit einem Sieg im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga bei Borussia Dortmund einen großen Schritt in Richtung Titel gemacht....

Elf Meter, fünf Schützen, ein Drama - das Elfmeterschießen...

vor 1 tag - 26 Mai 2020 | Sport

Berlin (dpa) - Ob im Elfmeter-Krimi bei der WM 1982 gegen Frankreich, in der Nervenschlacht bei der Heim-WM 2006 gegen Argentinien oder zuletzt bei der...

Keine Revolution: DFB wendet Drittliga-Aus ab

vor 1 tag - 25 Mai 2020 | Sport

Frankfurt/Main (dpa) - DFB-Boss Fritz Keller lächelte nach dem klaren Votum für eine Saison-Fortsetzung in der 3. Liga zufrieden in die Kamera. Trotz des heftigen...

Im Morgengrauen im Baur au Lac: Das System Blatter...

vor 1 tag - 25 Mai 2020 | Sport

Zürich (dpa) - Die Ermittler kamen im Morgengrauen. Das weiße Luxus-Hotel in den engen Gassen von Zürich war umstellt. Manche Funktionäre wurden im Schlaf überrascht...

Anlegestelle für Ozeanriesen

vor 5 tagen - 22 Mai 2020 | Verkehr & Transport

Swakopmund/Walvis Bay (er) - Schon bald sollen Kreuzfahrtschiffe vor den Häfen von Walvis Bay und Lüderitzbucht vor Anker liegen. Die Hafenbehörde NamPort bietet den Ozeanriesen,...

Virtuelle Tribüne und Autokino - Fußball-Comeback in Dänemark

vor 6 tagen - 20 Mai 2020 | Sport

Kopenhagen (dpa) - Wenn der Ball in Dänemark endlich wieder rollt, dann wird der Profifußball auch in der Heimat der Bundesliga-Spieler Robert Skov, Thomas Delaney...

Lauda fehlt in der Formel 1

vor 6 tagen - 20 Mai 2020 | Sport

Erinnerungen an seinen Freund Niki Lauda trägt Toto Wolff stets bei sich. Der Teamchef von Formel-1-Serienchampion Mercedes hat auf seinem Mobiltelefon noch immer Textnachrichten des...

Politik gibt Grünes Licht für DFB-Pokal-Halbfinale in München

1 woche her - 19 Mai 2020 | Sport

München (dpa) - Nach dem Neustart in der Fußball-Bundesliga steht auch dem Halbfinale im DFB-Pokal (Bild) zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt aus...

Kohfeldt weiter kämpferisch: „Das ist kein K.o.-Schlag für uns“

1 woche her - 19 Mai 2020 | Sport

Bremen (dpa) - Das Selbstvertrauen, das Florian Kohfeldt (Bild) nach dem Spiel zeigte, hätte sich manch ein Werder-Fan am Fernseher zuvor auch von seiner Mannschaft...