25 Januar 2018 | Meinung

High-Noon-Echo - Vom Fischfluss- zum Grand-Canyon

Jeder versteht, dass es auf eine Beleidigung und auf Schimpf, die Dich ohne Provokation treffen können, verschiedene Reaktionen gibt. Du kannst es machen wie die Haiti aner, die in dieser Woche auf die Straße gegangen sind. Die ham Omupräsidente Donald Trump auf Plakaten und sonstwie mit Schittschimpf durch den Kakao gezogen, um es milde zu sagen. Mit der Opolifi ihrer Hauptstadt Port-au-Prince ham se sich dabei rumgeschlagen, obwohl diese Gesetzeshüter boggeroll dafür können, dass der Trump-Donald sich auch auf öffentlich-internationaler Plattform der Fäkaliensprache bedient und Haiti und Afrika ins Dreckloch steckt.

Die Haitianer kannste eigentlich gut verstehen, denn der Trump-Donald hat ihre Insel ja bei der Dreckschelte direkt beim Namen genannt. Daher die spontane und randalierende Entrüstung. Und solche Demos, laufen sommer xhou-xhou aus dem Ruder mit Brandstiftung, Plünderei … Zu den seriösen Demonstranten gesellt sich der Pöbel, der eigentlich gar nich weiß, worum es geht, aber da gibt´s was zu holen und da kannste die Sau rauslassen.

Die nächste Reaktion besteht im Achselzucken. Was können wir hier im Busch und den Wüsten des Landes der Bravourösen denn einem Trump-Donald schon entgegnen? Aber ingnorieren kannste seinen Schimpf auch nich. Immerhin kannste achselzuckend sagen; „Nimm´s vom wem´s kommt.“ Denn das Mundwerk des Omupräsidente des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten is immerhin eine Offenbarung, mit wem wir´s da zu tun ham. Eben, ignorieren geht da einfach nich, denn damit is der Schimpf nich aus der Welt geschafft.

Jetzt kommen wir zu Sache

Oder - und jetzt kommen wir zur Sache: Du drehst den Dreckloch-Spieß sommer so um und schleuderst die Verbalwaffe garniert und gepfeffert mit Nam-Flava zurück an den Frevler, dessen Maul mit Kernseife ausgewaschen werden muss - wie se bek met seep uitgewas moet word.

Da is mos ´n Oukie, der - Yes -Ja! - nach der Trumpalié seine Cool Box rausgeholt hat und motiviert vom Lande der Bravourösen mit Unikaten aus der Gondwana Collection in Rekordzeit - noch bevor der Weiß-Haus-Omupräsidente in die eigene Cool Box greifen konnte - sommer so ´n „Shithole Namibia“-Video-Clip in Umlauf gebracht hat. Dieser Ees-Oukie brauchte weder ´ne Expedition, ´nen Vertrieb´ noch ´ne Agentur zu bemühen, den Namibia-Trump-Clip zu verbreiten. Derart zündend is der Clip als Internt-Renner, dass der in Eigendynamik rundum den Globus durchs Netz gerast is. Bis gestern ham sich 670 Millionen Leut´ den Clip angeschaut, meldet die Gondwana-Gruppe.

Eine Minute und 43 Sekunden - in der Kürze liegt die Würze! - sind hier im rechten Zeitfenster ein Volltreffer. Zur rechten Zeit, zu rechter Deadline und in trefflicher, unverwechselbarer Aufmachung nimmt´s dieser Nam-Klong aus Ovenduka nochall mit dem Yankee-Omupräsidente auf. Was überzeugt und bezwingt, is, dass Ees da ´nen Imitator, Nachäffer von Trump, irgendwo zwischen New York und LA, zwischen dem Mississippi und dem See Ontario „Out of America“ engagiert hat, der im echten Yankee-Drawl, langen Vokalen, mit ´ner heißen Kartoffel im Maul, im Tonfall etwas schleppend wie die Südstaatler, dem US-Baas ´ne satirische Einladung ausspricht, um die ihn so mancher anderer Ausländer muhts beneiden wird, der´s noch nich hingekriegt hat, das Land der Braven und Bravourösen zu besuchen. Was hätte so´n Werbeclip in der Länge, bzw. Kürze, wohl bei den großen Fernsehsendern wohl gekostet?

Wenn der Trump-Donald über genügend Humor verfügt, ruft er seinen Botschafter in Ovenduka an, dass der, der Gesandte aus Washington nämlich, der Daughton-Thomas, seinem Baas im Weißen Haus ´ne Safari durch Shithole-Namibia organisiert, die nix zu wünschen übrig lässt.

Die Oukies, Comräds, Tunten, Memes und Tannies zwischen Sambesi und Oranjemund brauchen nich auf die Straße zu gehen, um Zorn abzulassen wie die Haitianer. Das bravouröse Volk von Namibia kann hier elegant der erfrischenden Pad originaler Satire folgen anstatt wie die Haitianer auf der Straße zu rumoren. Aus der Dreckschlacht, die der Trump-Donald gegen Afrika vom Zaun gebrochen hat, is das Land der Braven triumphierend, ohne Verbitterung lecker schmunzelnd hervorgegangen.

Mit Braai bei der Cool Box. Mit stief neuen Freunden!

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