23 Juni 2019 | Afrika

Helfer warnen vor Hungersnot in Mosambik

Im März verwüstete der tropische Wirbelsturm "Idai" Teile von Mosambik, Simbabwe und Malawi. 100 Tage später ist die Katastrophe aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch die Menschen werden noch viele Monate mit den Folgen des Zyklons kämpfen.

Maputo (dpa) - 100 Tage nach der verheerenden Verwüstung durch Zyklon "Idai" in Mosambik steht für mehr als eine Million Menschen das Schlimmste womöglich noch bevor. Rund 1,5 Millionen Menschen würden voraussichtlich bis April nächsten Jahres auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen sein, sagte die Leiterin des Welternährungsprogramms (WFP) in Mosambik, Karin Manente. Die genaue Zahl der Betroffenen werde derzeit ermittelt. "Wir werden es wahrscheinlich mit einer erheblichen Hunger-Saison zu tun haben."

Zyklon "Idai" war Mitte März über Mosambik hinweggezogen und hatte dort sowie in Simbabwe und Malawi ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Dem Wirbelsturm folgten Sturmfluten, massive Überschwemmungen und schwerer Regen. Häuser wurden zerstört, Brücken weggeschwemmt, Stromleitungen gekappt und Ackerland unter Wasser gesetzt. Rund drei Millionen Menschen waren nach UN-Angaben in Mosambik, Simbabwe und Malawi betroffen, Hunderte Menschen starben.

Die Weltorganisation für Meteorologie bezeichnete "Idai" als wahrscheinlich schlimmsten Zyklon der südlichen Hemisphäre. Er war so verheerend, weil er besonders stark war und auf ein sehr dicht besiedeltes Gebiet traf, die Großstadt Beira mit etwa 500000 Einwohnern. Dann folgte wenige Wochen später Zyklon "Kenneth", der über den Norden Mosambiks zog. Das Land im Südosten Afrikas gehört einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Staaten der Welt.

Nach der unmittelbaren Nothilfeversorgung droht den Menschen nun ein großes, langfristiges Problem: fehlende Nahrungsmittel. Viele Bürger Mosambiks sind Kleinbauern. "Der Zyklon 'Idai' kam zum schlimmsten Zeitpunkt, genau zur Erntezeit", erklärte der Leiter der Hilfsorganisation Care International in Mosambik, Saul Butters. Große Teile der landwirtschaftlichen Produktion wurden demnach zerstört. "Die Menschen haben nichts mehr." Um die Zeit bis zur nächsten großen Erntezeit im April nächsten Jahres durchzustehen, benötige die Bevölkerung langfristige Hilfe, so Butters.

Organisationen stellen daher derzeit ihre Hilfe um. Man verteile nicht mehr nur Nahrungsmittel sondern helfe beim Wiederaufbau, sagte Manente. Man unterstütze die Gemeinden etwa beim Aufbau der Häuser, bei der Reparatur der Straßen und der Vorbereitung des Ackerlandes. "Unser Hauptfokus ist, die Menschen auf die nächste Erntezeit vorzubereiten und beim Wiederaufbau zu helfen." Unter anderem würden Menschen mit Saatgut versorgt. In einigen Teilen Mosambiks gibt es eine kürzere Erntezeit im Juli und August. Doch auch dafür seien nach den zwei Zyklonen die Bedingungen schwer, sagte Manente.

"Es wird Jahre dauern, bis die Menschen sich wirklich langfristig wieder erholt haben", warnte Butters. Für die Unterstützung benötigten die Hilfsorganisationen aber finanzielle Mittel - an denen mangelt es laut Helfern. Dem UN-Nothilfebüro zufolge werden für die Hilfe nach den beiden Zyklonen in Mosambik sowie der Dürre im Süden des Landes 440 Millionen US-Dollar benötigt, davon habe man bislang erst ein Drittel.

Gleiche Nachricht

 

Nahrungsmittelhilfen für Tausende Menschen in Kenia

vor 5 tagen - 10 November 2019 | Afrika

Johannesburg (dpa) - Tausende Familien sind in Kenia wegen Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten und sollen nun Hilfe vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen bekommen. Das...

UN-Bericht: Türkei, Emirate, Jordanien schicken Waffen nach Libyen

1 woche her - 08 November 2019 | Afrika

New York (dpa) - Der verheerende Bürgerkrieg in Libyen wird nach Angaben von UN-Experten durch illegale Waffenlieferungen von der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und...

US-Regierung belegt führenden Dschihadisten in Mali mit Sanktionen

1 woche her - 08 November 2019 | Afrika

Washington (dpa) - Die US-Regierung hat einen malischen Dschihadisten wegen terroristischer Aktivitäten mit Sanktionen belegt. Damit soll Amadou Kouffa die Planung und Durchführung weiterer Anschläge...

Haft für Milizenführer aus Kongo

1 woche her - 08 November 2019 | Afrika

Den Haag (dpa) - Das Weltstrafgericht in Den Haag hat den ehemaligen kongolesischen Milizenführer Bosco Ntaganda als Kriegsverbrecher zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Zuvor hatten...

Mindestens 37 Tote bei Angriff auf Firmenkonvoi in Burkina...

1 woche her - 07 November 2019 | Afrika

Nairobi (dpa) - Bei einem Angriff auf einen Konvoi mit Beschäftigten des kanadischen Goldproduzenten Semafo sind in Burkina Faso mindestens 37 Menschen getötet und mehr...

Vergessene Arbeiter

1 woche her - 05 November 2019 | Afrika

Von G. Forster und R. E. Krüger, dpaMaputo30 Jahre ist es her. Damals, als die Mauer fiel, wurde José Cossa in Berlin-Schönefeld in einen Flieger...

Ägypten: Mehr als 80 Tote Extremisten bei Einsätzen über...

1 woche her - 04 November 2019 | Afrika

Kairo (dpa) - Bei Anti-Terror-Einsätzen auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten haben Sicherheitskräfte binnen rund fünf Wochen mehr als 80 Extremisten getötet. Bei den Razzien im...

Botswanas Präsident verspricht Akzente beim Schutz von Elefanten

1 woche her - 04 November 2019 | Afrika

Gaborone (dpa) - Der Präsident des afrikanischen Binnenstaates Botswana will sich nach seiner Wiederwahl für den Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren engagieren. Bei seiner...

Drei Mitarbeiter der Organisation für Migration im Südsudan getötet

vor 2 wochen - 31 Oktober 2019 | Afrika

Juba (dpa) - Drei Mitarbeiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im Krisenland Südsudan getötet worden. Die drei freiwilligen Helfer, eine Frau und zwei...

Extremisten im Verdacht

vor 2 wochen - 31 Oktober 2019 | Afrika

Ouagadougou (dpa) - Bei Angriffen auf ein Dorf im Norden des westafrikanischen Staates Burkina Faso haben Terroristen insgesamt 16 Menschen getötet. Die Extremisten hätten wiederholt...