24 Januar 2012 | Politik

Gemeinsame Versöhnung wird mit Gott möglich

Windhoek - Bei seinem Namibia-Besuch hat Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), an die "Verstrickung der Kirche in die Schuldgeschichte von Kolonialismus und Völkermord" erinnert. Das teilte die Evangelische Kirche im Rheinland gestern mit.

"Wir gedenken der Menschen aus dem Volk der Herero, aber auch Nama und Damara, die von deutschen Truppen ihres Landes beraubt, bekämpft und vernichtet worden sind", wird der Theologe aus seiner Predigt bei einem Gottesdienst am Sonntag in Windhoek-Katutura zitiert. Und: "Die Missionare haben sich nicht eindeutig gegen die Kolonialmacht gestellt, sie haben versucht zu vermitteln, sie sind mit schuldig geworden. Das ist die Schuld unserer Kirche", sagte Schneider mit Blick auf die Schlacht am Waterberg 1904.

Auch zur Apartheid "war unsere Kirche nicht immer eindeutig an der Seite ihrer Partner", räumte der Präses ein. Es sei eine nicht immer einfache, ungebrochene Geschichte, die die Kirchen in Namibia und die Rheinische Kirche verbinde. Dabei wird daran erinnert, dass die Rheinische Missionsgesellschaft im Jahr 1842 die ersten Missionare in das Land geschickt habe - lange bevor das Gebiet deutsche Kolonie wurde. "Aber ich bin gewiss: Über alle Gräben und Verletzungen hinweg hat uns Gott dazu gerufen, gemeinsam und miteinander das Evangelium zu verkünden, die gute Botschaft, die allen Menschen gilt", so Schneider.

Bereits im September 2008 hatte sich Bischof Wolfgang Huber, damaliger EKD-Ratsvorsitzender, in diesem Land zum Herero-Krieg geäußert und zur AZ gesagt, "dass es aus heutiger Sicht Völkermord war". Anlass war eine kleine Kontroverse mit dem Mainzer Arbeitskreis Südliches Afrika (MAKSA), der Huber vorgeworfen hatte, zum "Völkermord" nicht deutlich genug Stellung bezogen zu haben.

Die zwölfköpfige Delegation der Rheinischen Kirche hat sich gestern in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen eine in den Norden (auch an den Waterberg) gereist ist, derweil die zweite Gruppe Kurs nach Süden genommen hat.

Der gemeinsame Gottesdienst mit Chören und Bläsern aus mehreren lutherischen Gemeinden aus Katutura und Windhoek am Sonntag wurde von über 1000 Menschen besucht.

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