07 Juli 2016 | Politik

Geingob erhält Gauck-Brief

Die dritte Verhandlungsrunde über den Kolonialkrieg 1904-1907 zwischen dem deutschen Sonderbeauftragten Ruprecht Polenz, und seinem namibischen Gegenpart Dr. Zedekia Ngavirue wurde gestern „in guter Atmosphäre“ abgeschlossen. Laut Polenz findet die nächste Runde bereits im September statt.


Von Eberhard Hofmann, Windhoek


Beide Seiten werden dann an die Textarbeit gehen. Polenz hat jetzt das Stellungspapier der namibischen Regierung erhalten. Vor seiner Abreise hat er die Medien über sein dicht gedrängtes Programm seit Beginn der Woche informiert. Bei seinem zweiten Namibia-Besuch hat Polenz gestern mit Präsident Geingob gesprochen, dem er einen Brief von Bundespräsident Joachim Gauck überreicht hat. „Der Bundespräsident ist sehr an dem Thema interessiert und ist in dem Austausch bereit beizutragen, auf welche Weise auch immer.“


Polenz wollte nicht aus dem namibischen Positionspapier sowie aus den Begegnungen mit Herero- und Nama-Gruppen zitieren, weil dies vertraulich sei. Zur einer Medienfrage, ob bei Reparationen Gelder zu erwarten seien, entgegnete er, vereinbarte Projekte müssten finanziert werden und es gehe um Arbeitsplätze, aber nicht um Barauszahlung. Botschafter Christian Schlaga ergänzte, es werde keinen Bargeldtransfer geben. Bei seinem nächsten Besuch im September will Polenz mit deutschsprachigen Namibiern wieder Kontakt aufnehmen.
Der Sonderbeauftragte hat in dieser Woche zwei Unterredungen mit seinem Gegenpart Dr. Zedekia Ngavirue und dessen Ausschuss gehabt, hat Hererogruppen im Osten besucht, hat sich die Haifischinsel von Lüderitzbucht angesehen, ist mehrere Stunden mit Namachef David Fredericks und Söhnen sowie mit Chef Salomon Witbooi in Gibeon und Lokalbehörden zusammengetroffen. Von der Unterredung mit Ovaherero-Chef Vekuii Reinhard Rukoro und Gefolge berichtete er, dass er den bekannten Standpunkt zur Kenntnis genommen habe, dass Rukoro sich getrennt mit der deutschen Regierung verhandeln wolle. „Deutschland kann diese Anfrage nicht erfüllen.“ Polenz erklärte, dass die deutsche und die namibische Seite großen Wert darauf legten, dass die die Gespräche möglichst „inklusiv“ sein sollten. Er selbst hat verschiedene Gemeinschaften und Gruppen aufgesucht, um sich zu orientieren und die Bedürfnisse zu erfahren.
Bei den Gesprächen mit der namibischen Regierung gebe es keine Deadline. Die deutsche Seite übe keinen Druck aus, so Polenz, aber er habe auf das „derzeit günstige Zeitfenster“ der nächsten Monate aufmerksam gemacht, weil in Deutschland im September 2017 Wahlen anstehen. „Danach bewegt sich in dieser Sache ein Jahr lang nichts.“ Auf die Frage, ob der von der deutschen und namibischen Seite angestrebte Konsens auf wissenschaftlicher oder auf politischer Grundlage angestrebt werde, sagte Polenz, es handle sich um einen politisch-moralischen Gegenstand über Geschehenes. „Wir schreiben kein Geschichtsbuch. Wir streben eine politische Deklaration an, die in die gemeinsame Zukunft weist.“


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