03 Februar 2012 | Politik

Friedensdialog ist zu retten

Windhoek - Der deutsche Afrika-Beauftragte Walter Lindner hat gestern nach Aussprachen mit Premier Nahas Angula, Außenminister Uutoni Nujoma und dem Einpeitscher der SWAPO-Fraktion im Parlament, Prof. Peter Katjavivi, am Nachmittag noch eine Besprechung mit der Maharero-Gruppierung untergebracht. Danach ist er zu einem Kurzbesuch aus Windhoek zum Waterberg abgereist und wird heute vor seiner Rückreise nach Deutschland noch einmal in in der Hauptstadt erwartet.

Zu der Begegnung mit Lindner, der von Botschafter Kochanke begleitet wurde, hatte der OCD-Generalsekretär Festus Tjikuua auch die Presse eingeladen, aber nach Mahareros Eröffnungsworten zur Begrüßung von Lindner und dessen kurze Replik veranlasste ein Funktionär Mahereros, dass die Medien wieder ausgesperrt wurden. Nach Ablauf der geschlossenen Aussprache mit Lindner verteilte die OCD-Fraktion ihre Erklärung an die Medien, die sich im Tenor und den Forderungen im Wesentlichen mit dem Statement vom Vortage von Chef Kuaima Riruako an Lindner deckt.

Maharero stellte die Großleute in seinem Gefolge vor und sprach in seiner Begrüßung die Hoffnung aus, dass Lindner ihnen gute Nachrichten bringen möge, "so dass wir alle mit Lächeln auseinandergehen". Lindner entgegnete, dass es ihn freue, Maharero in einem günstigeren Rahmen wieder zu sehen (d. Red.: als im September 2011 in Berlin). Er wolle die Position der Bundesregierung, die er bei den diversen Aussprachen den ministeriellen Gesprächspartnern vermittelt habe und die in der aktuellen Presse (am gestrigen Donnerstag) mehrfach abgedruckt sei, nicht wiederholen. Er wolle aber betonen, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia solide seien. An dieser Stelle unterbrach Mahareros Funktionär die noch offene Besprechung, um den Nachrichtenmedien die Tür zu weisen, weil die Ovaherero-Abordnung mit Lindner offensichtlich Tacheles reden wollte.

Mahareros Gruppe hat Lindner und der deutschen Bundesregierung in ihrer Erklärung erneut die Forderung nach einer "bedingungslosen Entschuldigung auf der Grundlage eines moralischen Schuldbekenntnisses" nahegelegt. Darauf müssten Handlungen "restaurativer Justiz und Gerechtigkeit" folgen, um als "Pfeiler wahrer Versöhnung und des Friedens zwischen unseren beiden Völkern zu dienen". Maharero betont, dass seine Gruppe die bilaterale Kooperation (Entwicklungshilfe) zwischen Deutschland und Namibia zwar schätze, dass er aber bestürzt sei und bedaure, dass Entwicklungshilfe an die namibische Regierung mit dem Anliegen "restaurativer Justiz/Wiedergutmachung" durcheinandergebracht werde. Als betroffene Gruppe will Mahareros Gruppe die "restaurative Justiz" direkt von der deutschen Regierung und nicht durch die namibische Regierung erfahren.

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