04 Juli 2019 | Natur & Umwelt

Elefanten-Abschuss verteidigt

Umweltministerium: „Voortrekker“ verursachte „ständig Probleme“

Das Ministerium für Umwelt und Tourismus hat gestern in einer schriftlichen Erklärung den umstrittenen Abschuss des Elefantenbullen „Voortrekker“ gerechtfertigt und gleichzeitig sämtliche kritischen Berichte zu diesem Thema als „ungenau, falsch und blödsinnig“ beschrieben.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Mehr als eine Woche nach dem Abschuss des Wüstenelefanten „Voortrekker“ in der Kunene-Region, der auf sozialen Medienplattformen ein gewaltiges Echo ausgelöst hat (AZ berichtete), hat nun das Ministerium für Umwelt und Tourismus Stellung bezogen. „So sehr wir den Tourismus als einen wichtigen wirtschaftlichen Sektor schätzen, stehen für uns, als verantwortliche Regierung, die Bedürfnisse unserer Menschen an erster Stelle“, heißt es in der von Staatssekretär Teofilus Nghitila unterzeichneten Erklärung.

Demnach sei der Elefant in der Tat als Problemtier klassifiziert worden, was nach „einer langen Untersuchung und Beobachtung“ erfolgt sei. „Voortrekker“ habe demnach „ständig Probleme“ verursacht, was dazu geführt habe, dass dieser „Konflikt für die Gemeinschaft unerträglich“ geworden sei und der Elefant eine Bedrohung für Menschenleben dargestellt habe. Konkrete Beispiele dieses Mensch-Tier-Konflikts werden in dem Dokument allerdings nicht genannt.

Ferner wiederholt Nghitila, dass das Umweltministerium diesen Mensch-Tier-Konflikt in dem Gebiet bei Omatjete mit einem Projekt im Wert von vier Mio. N$ habe eindämmen wollen. Es sei Infrastruktur zur Wasserversorgung sowie alternative Wasserstellen für die Elefanten errichtet worden. Dies habe allerdings kaum einen Unterschied gemacht, da der Konflikt weiter angedauert habe. Als Grund für die angebliche „Aggressivität“ der Elefanten sowie deren mutmaßlich neues „Migrationsmuster“ geht das Ministerium von „Störungen“ im Ugab-Rivier aus. Diese seien „höchstwahrscheinlich durch unverantwortlichen Öko-Tourismus oder Autofahren verursacht“ worden. „Manche Personen und nichtstaatliche Unternehmen geben Elefanten Namen, was das Ministerium keinesfalls unterstützt. Das ist inakzeptabel, weil Elefanten wilde Tiere sind. Sie sind keine Haustiere und haben keinen menschlichen Charakter“, heißt es ferner.

Nghitila äußert sich auch zu einem Schreiben, in dem die drei Hegegebiete Sorri Sorris, Otjimboyo und Tsiseb von einem Abschuss des Elefanten abgeraten haben. „Der Brief wurde aber nicht mal von einem Bevollmächtigten dieser drei Hegegebiete unterzeichnet“, heißt es dazu. Und: „Der Mensch-Tier-Konflikt hat sich in dem Omatjete-Gebiet und nicht in einem dieser Hegegebiete ereignet, weshalb das Tier abgeschossen wurde.“

Obwohl Umweltexperten einen stetigen Rückgang der Elefantenpopulation, vor allem im Nordwesten bzw. Westen des Landes bemerkt haben wollen, wird in dem Schreiben genau das Gegenteil behauptet. Demnach gebe es in Namibia geschätzte 22000 Elefanten, was die „höchste Anzahl seit 100 Jahren“ sei. Im Jahre 1995 seien noch 7000 gezählt worden. Ferner wird darauf hingewiesen, dass es keine „Wüstenelefanten“ gebe, sondern sich um Afrikanische Elefanten handele, die in ganz Namibia weit verbreitet seien und sich an die Wüste angepasst hätten.

Indes kursiert seit Wochenbeginn auf sozialen Medienplattformen der Name des angeblichen Jagdführers – er sieht sich ebenfalls heftiger Kritik ausgesetzt.

Gleiche Nachricht

 

Schwefelausbruch führt zu Sauerstoffmangel im Ozean

vor 3 tagen - 20 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Der sonst dunkelblaue Atlantische Ozean hat seit wenigen Tagen vor Namibias zentraler Westküste eine helle Türkisfarbe angenommen, wie im Walvis Bayer Hafen zu sehen ist...

Löwen-Konflikt spitzt sich zu

vor 4 tagen - 19 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Marc Springer, Windhoek„Die Abwartehaltung des Umweltministeriums gefährdet Viehzüchter, Löwen und Nutztiere gleichermaßen“, erklärte der Vorsitzende von DeLRHA (Desert Lions Human Relations Aid), Izak Smit,...

Klimawandel und Erderwärmung - einige Gedanken (Teil 3)

vor 4 tagen - 19 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Namibia muss seine Land- und Weidewirtschaft verbessern und auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen und Tierarten umstellen, die besser an Dürre und Hitze angepasst sind. Die Wasserversorgung muss...

Klimawandel und Erderwärmung - einige Gedanken (Teil 2)

vor 5 tagen - 18 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Wenn wir uns nicht einschränken und die Emissionen von CO2, Methan und anderen Treibhausgasen weiter steigen, könnte die Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts um...

Klimawandel und Erderwärmung - einige Gedanken (Teil 1)

vor 6 tagen - 17 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Keine Frage, der Klimawandel ist da. Es ist eine ernsthafte Bedrohung für die gesamte Menschheit und die Umwelt, die sofortiges und durchgreifendes Handeln verlangt. Die...

Millionen für Hegegebiete

1 woche her - 14 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Bei der Überreichung einer großzügigen Spende in Höhe von fünf Millionen Euro (knapp 80 Mio. N$) an die gemeinnützige Gesellschaft „The...

Tag der Pangoline steht vor

1 woche her - 14 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Claudia ReiterWindhoekDas in Namibia vorkommende Schuppentier ist eines von acht Schuppentierarten weltweit und eine von vier Schuppentierarten, die in Afrika vorkommen. Die Tiere sind...

Umweltfonds aus Deutschland unterstützt

1 woche her - 13 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek (ste) – Heute Morgen hat der als gemeinnützige Gesellschaft registrierte Umweltfonds „The Community Conservation Fund of Namibia“ amtlich erste Spenden entgegengenommen, wodurch der Fonds...

Elefant fühlt sich zuhause

1 woche her - 12 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Erwin Leuschner, Swakopmund„Es ist alles sehr neu für alle - für uns sowie den Elefanten“, meinte Dr. Gert Cloete, Geschäftsführer des Swakopmunder Golfplatzes, gestern...

Von Namibia lernen

1 woche her - 11 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek (cev) – Der Umweltfonds von Botswana (National Environment Fund, NEF) ist noch bis zum morgigen Mittwoch in Windhoek zu Besuch, um von dem namibischen...