29 Februar 2008 | Kultur & Unterhaltung

Ein Hauch von Haute Couture im FNCC

Und versuchten sich bei dieser Gelegenheit auch gleich als Models: Unter den Augen einer neugierigen Öffentlichkeit, im Blitzlichtgewitter der Digitalkameras, zum kühlen Elektroklang einer Thom-Yorke-CD stolzierten die Windhoeker Modeschöpfer über den Laufsteg, trugen die eigenen, selbst entworfenen und geschneiderten Kreationen zur Schau: Afrikanische Einflüsse waren zu erkennen, europäischer Chick und amerikanische Coolness. Gefertigt aus Leder, Plastik, Seide, bunten Stoffen oder Dingen, die andere eigentlich wegschmeißen.

Zwei Wochen lang hatten die 20- bis 42-Jährigen bei der französischen Designerin Fred Sathal lernen dürfen - ganz offenkundig mit durchschlagendem Erfolg. "Es ging darum, dass sie ihre eigene Marke entwickeln", erklärte die 40-Jährige, "ein eigenes Logo und vor allem einen eigenen Stil. Besonders wichtig war der freiwillige Einsatz - der Wille und der Wunsch, das Begonnene auch fortzuführen."

Täglich, von 9 bis 17 Uhr, hatten die zwölf Teilnehmer in den Räumen des FNCC an ihren Kreationen gearbeitet - an Schneidetischen, Nähmaschinen oder am Computer. Einige von ihnen studieren im "Katutura Arts Centre", andere haben schon den ersten Schritt in die Welt der professionellen Mode-Schöpfung hinter sich. "Man merkt, dass sie sich an der internationalen Mode orientiert haben", so Sathal, "allerdings kommt hier noch der afrikanische Einfluss hinzu. Das finde ich sehr beeindruckend."

Unterstützung erhielt der Gast aus Frankreich von der jungen Windhoeker Modeschöpferin Ina Maria, die ebenfalls an der Organisation des Workshops beteiligt war. "Viele von den Teilnehmern hatten bislang eher für sich selbst kreiert", so Maria. "Innerhalb der letzten zwei Wochen haben sie eine Menge über Präsentation gelernt. Die Ideen waren gut, aber sie müssen verstehen, dass sie auch Geld damit verdienen müssen."

Eine, die diese Lektion schon vor einiger Zeit gelernt hat, ist Beverly Kaposiao. In Capetown hat sie ihr Diplom abgelegt, kürzlich gründete die 26-Jährige eine kleines Windhoeker Mode-Unternehmen. Ihr Augenmerk liegt unter anderem auf der Kreation von hochwertigen Kleidungsstücken aus gefundenen, recycelten Materialien: Aus den Plastik-Inneneinlagen von Cola-Schraubverschlüssen fertigte sie ein Kleid, auch mit natürlichen Materialien wie Holz oder Seide arbeitet die Designerin - mit Dingen, die andere gar nicht beachten würden. "Fred Sathal", sagt sie, "hat uns beigebracht, dass wir etwas Besonderes schaffen müssen. Wer erfolgreich sein will, der muss in ungewöhnliche Richtungen denken."

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