31 Oktober 2016 | Meinung & Kommentare

Die Chance in der Not

„Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“ Diese Devise kenne ich von meinen Eltern, die sie wiederum von ihren Eltern gelernt haben. In heutigen Zeiten von Raffgier und Pump ist diese Tugend nahezu in Vergessenheit geraten. Auch in Namibia, wo es sich jetzt gerächt hat, jahrelang auf großem Fuße gelebt zu haben. Nun befinden sich die Staatsfinanzen in Not, was zu drastischen Ausgabenkürzungen führt. Doch die Not bietet auch eine Chance.

Die Devise ist so einfach wie effektiv: Man kann nicht mehr Geld ausgeben als man einnimmt. Das sagte der Finanzminister und bestätigte somit eine Weisheit, die in tausenden Familien längst Alltag ist. Am Ende war es eine mutige und nicht selbstverständliche Entscheidung der Regierung, einen Sparkurs einzuschlagen. Anderswo lebt man noch allzugern über die Verhältnisse. Übrigens auch in Namibia, wenn man sich die Verschuldung der Privathaushalte ansieht. An diese sendet der eingeschlagene Sparkurs des Staates vielleicht ein Signal: Man darf nur so viel Geld ausgeben, wie zur Verfügung steht. Natürlich kann man sich für große Anschaffungen auch Geld leihen, beispielsweise für Immobilien. Aber für die Rückzahlung an die Bank gilt das gleiche Prinzip, auch diese muss leistbar bleiben.

Wenn Namibia wirksam spart, hat das nicht nur finanzielle Vorteile. Das Vertrauen und die Kreditwürdigkeit bleiben erhalten, Namibia kann selbst über die Zukunft entscheiden und bleibt in Finanzfragen handlungsfähig, anstatt in einer Zwangsverwaltung die Souveränität zu verlieren. Gib nur soviel Geld aus wie du hast – am heutigen Tag des Weltspartages hat dieses Motto mehr Bedeutung denn je.

Stefan Fischer

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