06 Februar 2008 | Natur & Umwelt

Der heimliche Energiefresser

Die Worte, mit denen Erongo-Gouverneur, Samuel Nuuyoma oftmals Gäste begrüßt, haben vor dem Hintergrund der Stromknappheit in Namibia eine ungeahnte Bedeutung erhalten. "Willkommen in der Erongo-Region und der wundervollen Stadt Swakopmund mit ihrer natürlichen Klimaanlage", empfängt er Gäste meist scherzhaft.

"Diese Worte können nun als Teil einer Energiesparmaßnahme ernst genommen werden", bestätigt Gerhard Coeln, der Geschäftsführer des Stromverteilers Erongo-RED. "Fenster auf, lasst Frischluft herein", rät er den Küstenbewohnern, "nur bei der bevorstehenden Ostwindstimmung oder wie in Walvis Bay beim Fischfabrikgestank sollte die Klimaanlage notfalls eingeschaltet werden". Eine Klimaanlage verbraucht im Durchschnitt 600KWhs pro Monat. Läßt man lediglich den Ventilator der Anlage laufen, verbrauche man sehr viel weniger Strom, so Coeln.

Der größte Energiefresser im Haushalt bleibe jedoch der Durchlauferhitzer (Geyser) mit einem monatlichen Verbrauch von 300KWh. "Gerade die Abschaltung des Geysers kann den eigenen Geldbeutel spürbar entlasten", erklärt Coeln. Es reiche oft ein wenig Nachdenken und ein Bewusstsein für Umweltprobleme aus, um im Haushalt Strom und somit auch Geld zu sparen. Er erklärt: "Bleibt der Geyser den ganzen Tag angeschaltet, wird auch das Wasser immer wieder erhitzt. Das bedeutet, dass mehrmals am Tag Energie benötigt wird, um eine konstante Wassertemperatur im Geyser zu halten". Das sei nicht nötig. Es reiche völlig aus abends den Geyser eine Stunde vor dem Duschen einzuschalten, um das Wasser zu erhitzen. "Bevor dann jedoch geduscht wird, sollte der Durchlauferhitzer wieder ausgeschaltet werden", betont Coeln, "das nachlaufende kalte Wasser braucht ja nicht unnötig erhitzt werden". Coelns Devise lautet: "Energie sinnvoll nutzen." Wer gerne morgens duscht und nicht unbedingt eine Stunde vorher aufstehen möchte, der sollte in eine Zeitschaltuhr investieren. Zu weiteren Sparmaßnahmen zählen, die Thermoskanne statt der Heizplatte einer Kaffeemaschine zu nutzen, im Flur oder auch im Garten eine Abschaltautomatik oder einen Bewegungsmelder zu installieren.

Kommt es zu der angekündigten, kontrollierten Stromabschaltung, muss Swakopmund sieben MW einsparen. "Das sind 7000 KvA (Kilovolt Amper) oder Watt", erklärt Coeln. Ein Haushalt benötige im Durchschnitt zwischen 2,5 und 5 KW, das bedeute wiederum, dass bei 1400 bis 2800 Haushalten der Strom abgeschaltet werden muss. "Wenn aber alle an einem Strang ziehen und sparen, bleibt uns die Stromabschaltung eventuell erspart", bemerkt Coeln abschließend.

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