16 März 2021 | Tourismus

Cyberbully „lässt nicht locker“

Viele Namibier drücken ihren Unmut aus

Ein angeblicher Cyberbully hinterlässt in der Tourismusbranche einen bitteren Nachgeschmack. Der Gründer des Namibia Reise- und Tourismusforums hat im Internet Vorwürfe gegen mehrere Verbände erhoben. Die Öffentlichkeit steht jedoch größtenteils hinter den Verbänden.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Im Mittelpunkt des Streits in der Tourismusbranche steht der Inder Nrupesh Soni, der mehrere Vorwürfe gegen mehrere Tourismusverbände erhoben hat. Ausgelöst wurde der Konflikt von einem vor kurzem auf Facebook veröffentlichten Bericht auf der Seite „Project Whistleblower Namibia“. Der Bericht trägt keinen Autornamen, allerdings wird Soni darin zitiert. Er bemängelt in dem Text, dass HAN (Gastgewerbeverband) und FENATA (Tourismusdachverband) sich als „die Stimme der Tourismusbranche ausgeben, obwohl die Mitgliedschaft dort freiwillig und nicht obligatorisch ist“.

„Wie können sie dann die gesamte Industrie vertreten?“, fragte er gestern im Gespräch mit der AZ. Dies will er mit mehreren hochrangigen Personen in der Tourismusbranche besprochen haben. Inzwischen sei ihm mit einer Anklage wegen Verleumdung gedroht worden, in der vergangenen Woche wurde er von der Polizei wegen einer Beschwerde aus der Öffentlichkeit befragt. „Ich lasse mich aber nicht einschüchtern“, sagte Soni. Dass er Personen im Internet schikanieren würde, wollte er allerdings weder leugnen noch zugeben. Er bemängelt indes, dass einige Medienhäuser ihn ignorieren würden, darunter auch der Sender NBC.

Nach Veröffentlichung des Berichts auf „Project Whistleblower Namibia“ haben sich mehrere Personen gemeldet, die Soni drangsaliert haben soll. „Nach dem Bericht habe ich gedacht, jetzt reicht es und daraufhin hat er mich wieder öffentlich angegriffen“, sagte Nadja Schlusche, die seit mehr als 30 Jahren in der Tourismusbranche tätig ist. „Er hört einfach nicht auf.“ Mehrere Personen sagten der AZ, dass Soni ihnen regelmäßig zu später Stunde in Handy-Botschaften drohen würde.

Mit einer persönlichen Attacke hat auch HAN-Chefin Gitta Paetzold zu kämpfen, da sie in dem Bericht namentlich genannt wird. „Wir haben nichts zu verstecken und ich mache nur meine Arbeit. Ich finde dies unfair gegenüber Namibia. Wir arbeiten alle zusammen“, sagte Paetzold der AZ. Obwohl in dem kontroversen Bericht HAN und FENATA kritisiert werden, sind die Kommentare aus der Öffentlichkeit überwiegend positiv. „Einige dieser Leute arbeiten sehr hart daran, den Tourismus zu retten“, kommentierte eine Person darauf. „Dies ist der verabscheuungswürdigste Text, den ich seit Jahren gesehen habe. HAN und besonders Gitta Paetzold haben zusammen mit FENATA so viel für den Tourismus getan. Das ist unglaublich“, schrieb Tim Parkhouse. Ein weiterer Kommentar: „HAN und FENATA waren die ersten Verbände, die für den Tourismus kämpften, als COVID im März 2020 die namibische Tourismusbranche getroffen hat.“

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