04 Juni 2019 | Natur & Umwelt

Botswana bleibt unter Beschuss

Nach Aufhebung des Elefantenjagdverbots hagelt es internationale Kritik

Die internationale Debatte um die Aufhebung des Elefantenjagdverbots in Botswana schlägt weiterhin große Wellen. Während Reiseveranstalter das Land von ihrer Liste streichen, wirft der botswanische Ex-Präsident seinem Nachfolger angesichts der bevorstehenden politisches Kalkül vor. Auch der Afrikanische Jagdverband meldet sich zu Wort.

Von Nina Cerezo, Windhoek/Gaborone

„Nach der bitteren Nachricht, dass Botswana das Verbot der Elefantenjagd aufheben wird, muss ich mit Bedauern ankündigen, dass wir keine Reisen mehr dorthin anbieten werden“, lautet es auf der Facebook-Seite von Nena Chaletzos, Gründerin und Geschäftsführerin des Online-Reiseveranstalters Luxtripper. So hat das Unternehmen mit Sitz in England unmittelbar auf die entsprechende Bekanntgabe der botswanischen Regierung reagiert und erfüllt damit, was von einigen Interessensvertretern bereits prophezeit worden war. „Wir hoffen, dass diese grausame Entscheidung schnell wieder rückgängig gemacht wird und wieder mehr Menschen Botswanas Schönheit entdecken können“, erklärt Chaletzos weiter.

Wie die britische Internetplattform Weekly Travel berichtet, gibt es weitere Reiseunternehmen, die sich über Botswanas Entscheidung enttäuscht zeigen – auch wenn sie bislang keine Maßnahmen ergriffen haben. „Das einzige, was wir in diesem Land schießen wollen, sind Fotos“, wird David Holland von dem Luxusreiseanbieter Knighton & Reeve zitiert. Er wolle nun warten, wie sich die Nachfrage entwickelt und davon abhängig machen, ob das Land weiterhin als Reiseziel geführt werde, heißt es. Auch der Safari-Anbieter Somak wolle vorerst abwarten – doch sollte sich das Land als „Jagd-Platz“ etablieren, werde er es ebenfalls aus seinem Angebot streichen.

Botswanas ehemaliger Präsident Ian Khama wittert laut dem Nachrichtensender CNN eine politische Taktik in der Entscheidung seines Nachfolgers Mokgweetsi Masisi. So wolle sich Masisi Stimmen aus den ländlichen Gebieten für die im Oktober anstehenden Wahlen sichern. Denn Khama zufolge, der das Verbot vor fünf Jahren ins Leben gerufen hatte, bringt dessen Aufhebung nicht den Erfolg, den sich Masisi damit verspreche. „Die Jagd wird den Mensch-Tier-Konflikt nicht mindern können“, sagte Khama, demzufolge zwischen 2009 und 2018 insgesamt 36 Personen von Elefanten getötet worden sind. „Aber vergleicht diese Zahl einmal mit den Todesopfern bei Autounfällen, die durch Alkohol am Steuer verursacht wurden“, so der ehemalige Präsident gegenüber CNN.

Der afrikanische Berufsjagdverband (APHA) hingegen weist in einem offenen Brief, der gestern veröffentlicht wurde, auf die Notwendigkeit des Managements und der Kontrolle über die „Ressource Wildtier“ hin – sowohl mit „tötenden“ als auch mit „nicht-tötenden“ Methoden. Trophäenjagd sei dabei eine dieser Praktiken, die dabei einen „minimalen biologischen Effekt“ habe und gleichzeitig einen großmöglichsten Geldbetrag generiere, der für den Erhalt der Tiere eingesetzt werde. Darüber hinaus „wird niemand, der noch nie in den ländlichen Gebieten Afrikas war, verstehen, wie die Bevölkerung auf täglicher Basis mit Mensch-Tier-Konflikten konfrontiert wird“, lautet es in dem vom APHA-Präsidenten Jason Roussos unterschriebenen Brief. „Und dann, stellt euch vor, wird einer solchen Regierung von fremden Nationen gesagt, sie dürfen diesen Konflikt nicht eigens regeln und das volle Potenzial ihrer Wildtiere – für Mensch und Tier – nutzen“, so Roussos abschließend.

Gleiche Nachricht

 

Die Natur bietet die Lösung

vor 5 tagen - 22 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Von Erwin LeuschnerSwakopmund/Windhoek Menschen sind von einem gesunden Ökosystem völlig abhängig, da es alle Grundbedürfnisse erfüllt“, teilte das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus mit....

Zum 20. Mai: Bienentag: Mehr Natur im Garten –...

1 woche her - 20 Mai 2020 | Natur & Umwelt

München (dpa) - Löwenzahn, Distel, Klee, ungemähte Wiese - ein gepflegter Garten sieht anders aus. Wo mancher Nachbar die Nase rümpft, kann für Insekten das...

Löwen verursachen weitere Viehverluste

1 woche her - 19 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek (ms) – Der Mensch-Tier-Konflikt im Nordwesten des Landes dauert unvermindert an. In dem jüngsten Zwischenfall wurden in der Nacht auf Montag 33 Ziegen von...

Erfolgsgeschichte: Sechs Chamäleon-Babys schlüpfen in Gefangenschaft

1 woche her - 14 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Eine einmalige Geschichte: Im September 2019 wurden bei einer Nekropsie eines Namaqua-Chamäleons, das bereits einige Tage zuvor verendet war, unterentwickelte Eier gerettet - und rund...

Chamäleons trotzen dem Tod

1 woche her - 14 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Von Erwin Leuschner, Swakopmund Sie sind zwar winzig und noch ein wenig unsicher auf den Beinen, doch das Temperament eines erwachsenen Reptils: Sechs Namaqua-Chamäleons, die...

Kadaver gefunden

1 woche her - 14 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek/Rundu (Nampa/cev) – Die Behörden haben am Samstag den Kadaver eines Elefanten entdeckt, der am Mittwoch vergangener Woche auf einer Farm im Wahlkreis Ndonga Linena,...

US-Botschaft: Roden von geschützten Gewächsen war genehmigt

vor 2 wochen - 11 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek (ste) - Auf der Facebook-Seite der Baumschule „Namib Trees“, die sich auf einheimische Bäume, Sträucher und Sukkulenten spezialisiert, wurde die amerikanische Botschaft von einigen...

Mensch-Wildtier-Konflikt bedroht Nahrungssicherheit

vor 2 wochen - 07 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek (Nampa/sb) - Die Gouverneurin der Kavango-West-Region, Sirkka Ausiku, hat Sorge, dass der Mensch-Wildtier-Konflikt die Nahrungsversorgung der dortigen Gemeinden gefährden könnte. Elefanten zerstören laut Ausiku...

Nashörner bei Purros gewildert

vor 3 wochen - 30 April 2020 | Natur & Umwelt

Swakopmund/Windhoek/Purros (er) - Zwei Spitzmaulnashörner wurden in der Umgebung von Purros im Nordwesten Namibias gewildert. Dies hat Romeo Muyunda, Pressesprecher des Ministeriums für Umwelt, Tourismus...

Ein Leben im Dienste des namibischen Naturschutzes

vor 4 wochen - 28 April 2020 | Natur & Umwelt

Garth Owen-Smiths Beitrag zum Naturschutz in Namibia hat entschieden dazu mitgewirkt, die Art und Weise, wie wir über Naturschutz denken, zu verändern. Die Arbeit, die...