20 November 2020 | Natur & Umwelt

Begrünte Hauptstadt trotz Sicherheitsrisiko

Stadt plant weiteren Ausbau von Grünflächen -Schutzvorkehrungen erhöht

Grünflächen in Städten sollen Bürgern die Möglichkeit geben, sich an der frischen Luft zu betätigen. Die Stadt Windhoek unterhält selbst einige Grünanlagen, verpachtet jedoch auch zahlreiche. Neben Problemen wie die Deckung der Instandhaltungskosten steht besonders die Sicherheit der Besucher im Fokus.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Farm Windhoek, auf der sich auch die IJG Trails befinden, ist eine von mehreren Grünflächen in der Umgebung von Windhoek, die die Stadt verpachtet. Das Gebiet liegt an der südöstlichen Grenze der Vororte von Windhoek, wodurch es sich laut Wanda van der Merwe von IJG Trails ideal dafür eignet, die Natur vor der eigenen Haustür zu genießen. „Diese unmittelbare Nähe bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich“, so van der Merwe. So werde das Gebiet zu einem der Hauptziele von Wilderern und Kriminellen, die sich dort entweder verstecken oder es auf Menschen abgesehen haben, die das Gebiet zur Erholungszwecken nutzen“, sagt sie ferner.

Die gesamte Instandhaltung, die nicht grundwasserbezogen ist, fällt laut van der Merwe ebenso wie die Sicherheitsvorkehrungen dem Pächter zu. „Durch Eintritts- und Sponsorengelder sowie Mitgliederbeiträge finanzieren wir Sicherheitskräfte und decken die Instandhaltungskosten“, so van der Merwe. Angesichts des starken Anstiegs der Kriminalität habe man sich mit mehreren Nachbarschaftswachen zusammengetan, um Anti-Wilderei-Einheiten zu bilden, die das Gebiet patrouillieren.

Eine weitere beliebte Grünfläche in der Hauptstadt ist der Avis-Damm. Auch dieser wird von der Stadt verpachtet und von der gemeinnützigen Organisation Greenspace verwaltet. Laut eigenen Angaben fallen die Administration und somit die Sicherheitsvorkehrungen nicht in den Aufgabenbereich der Stadt Windhoek. Laut Vera Freyer, der Greenspace-Vorsitzenden, gab es in den vergangenen Jahren sehr wenige Vorfälle am Damm - und wenn, dann häufig abends, wenn die am Eingang des Geländes postierten Wachen bereits ihren Dienst beendet hatten. Diese sind laut Freyer im Sommer bis 19 Uhr vor Ort, im Winter bis circa 18 Uhr.

Mitte Juli kam es auf dem Gelände des Damms zu einem erschütternden Übergriff, bei dem ein Mann bei einem abendlichen Spaziergang nach Weggang der Wachen von zwei Männern mit Pangas angegriffen und schließlich umgebracht wurde. Um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, hat die Organisation nun auf der Zufahrtstraße zum Gelände (Avis Road) ein Tor installiert. „Wir möchten dadurch verhindern, dass Besucher sich in den späteren Stunden des Tages allein auf dem Gelände aufhalten und möglicherweise angegriffen und ausgeraubt werden. Greenspace bedauert diese Einschränkung, es ist jedoch unsere Pflicht, das Dammgebiet so sicher wie möglich zu halten”, erklärt Freyer.

Harold Akwenye von der Presseabteilung der Stadt Windhoek gab in einem AZ-Gespräch unterdessen an, dass die Stadt zahlreiche Grünanlagen betreibe, die zudem sehr sicher seien. Darunter fielen beispielsweise Spielplätze im Agostinho Neto Park beim Ausspannplatz oder dem Snyman Circle sowie die Parks am Südeingang der Stadt. „Tagsüber werden die Sanitäranlagen gereinigt und die Einrichtungen instandgehalten. Unregelmäßigkeiten werden unverzüglich der Stadtpolizei oder der Abteilung für Parks gemeldet, die die Polizei zum sofortigen Handeln auffordert“, so Akwenye. In den westlichen Vorstädten seien der UN-Plaza und der Goreangab-Damm die einzige Grünfläche für die Bewohner. Das Brakwater-Gebiet gelte aufgrund seiner geschützten Vegetation indessen als Naturpark.

Die einzige Sicherheitseinschränkung tritt laut dem Pressesprecher nach Feierabend auf bestimmten Spielplätzen in den Wohngebieten, Eros, Klein Windhoek, Suiderhof und Pionierspark auf, die hauptsächlich von Obdachlosen besetzt werden, die dort Unterschlupf suchen. „Die Polizei führt jedoch stichprobenartige Inspektionen durch und evakuiert diese Menschen“, hieß es ferner.

Gleiche Nachricht

 

Umwelthilfe schaltet sich ein

vor 15 stunden | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Seit gestern zieht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit der Umweltaktivistin der Windhoeker Organisation Fridays for Future (FFFW), Ina-Maria Shikongo, gegen...

Fracking birgt Erdbebengefahr

vor 1 tag - 07 April 2021 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Das Erdbeben, das am vergangenen Osterwochenende laut Richterskala 97 Kilometer nordwestlich von Khorixas eine Stärke von 5,6 erreichte (AZ berichtete), ist...

Mutmaßliche Wilderer gefasst

vor 1 tag - 07 April 2021 | Natur & Umwelt

Windhoek (cr) - Drei mutmaßliche Nashorn-Wilderer wurden am Samstag mit Hilfe von Farmern und der K9-Anti-Wilderei-Einheit mit einer Schusswaffe festgenommen, nachdem am Freitag bei einer...

Erdbeben der Stärke 5,6 in der Nähe von Khorixas...

vor 2 tagen - 06 April 2021 | Natur & Umwelt

Khorixas/Windhoek (sb) • Ein Erdbeben der Stärke 5,6 wurde am frühen Sonntagmorgen etwa 97 Kilometer nordwestlich von Khorixas aufgezeichnet. Das gab das Ministerium für Bergbau...

Neu Klassifikation: Waldelefanten nun vom Aussterben bedroht

1 woche her - 31 März 2021 | Natur & Umwelt

Windhoek (sno/dpa) - Afrikas Elefanten werden nach neusten Erkenntnissen in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt, wobei die Weltnaturschutzunion (IUCN) den afrikanischen Waldelefant auf die Rote Liste...

Pilotprojekt gestartet

1 woche her - 30 März 2021 | Natur & Umwelt

Von Steffi Balzar, Windhoek Der Leiter der Forstwirtschaftsabteilung des Umweltministeriums, Joseph Hailwa, gab kürzlich den offiziellen Startschuss für das Pilotprojekt „Commercialisation of Bush Biomass in...

Offenbarer Informationsmangel

vor 2 wochen - 23 März 2021 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek/Ncaute Bei einem Besuch der West-Kavango-Region und Gesprächen mit der Kommunalbevölkerung in den Siedlungen Ncaute, Makandia, Kawe, Shakambu und Mbambi (siehe AZ-Freitagausgabe),...

Wasser nicht durch ReconAfrica gefährdet

vor 2 wochen - 19 März 2021 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek/Ncaute NMH sprach mit der Bevölkerung aus den Gebieten um Ncaute, Makandia, Kawe, Shakambu und Mbambi, insbesondere auch mit Andreas Mawano, dessen...

Gemeinschaftsprojekt anlässlich Welt-Recycling-Tages

vor 3 wochen - 18 März 2021 | Natur & Umwelt

Windhoek (sb) - Das Recycle Namibia Forum (RNF) hat anlässlich des heutigen internationalen Welt-Recycling-Tages ein kommunales Recyclingprojekt vorgestellt. Die Initiative wird in Zusammenarbeit mit dem...

Mann stirbt bei Elefantenangriff

vor 3 wochen - 17 März 2021 | Natur & Umwelt

Windhoek/Ongwediva (Nampa/sb) - Ein 46-jähriger Mann starb, nachdem er am Sonntag im Dorf Okatseidhi in der Omusati-Region von einem Elefanten angegriffen wurde. Das Regionalratsmitglied...