29 Januar 2018 | Polizei & Gericht

Ausländerin kämpft um Arbeitserlaubnis

Gynäkologin aus Simbabwe erzielt juristischen Teilerfolg gegen Innenministerium

Windhoek (ms) - Eine Gynäkologin und Geburtshelferin aus Simbabwe, der wegen Nicht-Verlängerung ihrer Arbeitserlaubnis die Abschiebung droht, hat einen juristischen Teilerfolg gegen das Innenministerium erzielt.

Dieser ergibt sich aus einer am Freitag erzielten Einigung am Obergericht, wonach das Innenministerium bis morgen seine Entscheidung überdenken will, die Arbeitserlaubnis der Klägerin Clara Muchapiwei Jeketera nicht zu verlängern. Sollte das Ministerium dabei erneut gegen die Antragstellerin entscheiden, hat diese im Zuge der Einigung bis Mittwoch Zeit, ihren gegen das Innenministerium gerichteten Eilantrag zu ergänzen, der dann am 1. Februar verhandelt werden soll.

Zur Begründung ihrer Klage führt Jeketera in einer eidesstattlichen Erklärung an, sie verfüge über 13 Jahre Berufserfahrung als Ärztin und habe im Jahre 2009 ein Jobangebot des namibischen Gesundheitsministeriums angenommen, für den ihr am 10. Februar 2010 ein Visa und am 27. Juli eine Arbeitserlaubnis ausgestellt und über einen Zeitraum von drei Jahren kontinuierlich verlängert worden seien.

Nach Abschluss dieser drei Jahre habe sie ein Jobangebot der namibischen Firma Wanaheda Medical Centre erhalten, die ihr nach der Rückkehr in die Heimat mitgeteilt habe, dass sie beim Innenministerium erfolgreich eine Arbeitserlaubnis für sie beantragt habe. Weil sie jedoch bereits berufliche Verpflichtungen in Simbabwe gehabt habe, habe sie dieses Angebot nicht annehmen können.

Im Jahre 2015 habe sie ein weiteres Jobangebot aus Namibia erhalten, diesmal von der Firma Northlands Medical Group, die sie als Gynäkologin für ihren MediPark in Walvis Bay habe verpflichten wollen. Nachdem sie dieses Angebot angenommen und Northlands beim Innenministerium eine Arbeitserlaubnis für sie beantragt habe, sei diese mit der Begründung verweigert worden, Jeketera sei noch beim Wanaheda Medical Centre angestellt, obwohl sie diese Stelle nie angetreten habe.

Nach Klärung dieses Missverständnisses habe das Innenministerium ihr am 18. April 2016 eine bis zum 31. Januar 2018 gültige Arbeitserlaubnis gewährt und sie am MediPark die Arbeit aufgenommen. Im August 2017 habe die Firma Northlands ihr mitgeteilt, dass sie sich aus dem MediPark zurückziehen wolle und sie gefragt, ob sie die Praxis dort in Eigenregie fortführen wolle. Dem habe sie zugestimmt, mit ihrem Mann die Firma Jeketera-Khumala Surgery CC gegründet und beim Innenministerium eine Umwidmung ihrer Arbeitserlaubnis beantragt, was jenes am 6. November 2017 abgelehnt habe.

Dies habe das Innenministerium damit begründet, die vorangegangene Arbeitserlaubnis gelte allein für ihre Tätigkeit bei Northlands und unterliege der Auflage, dass die damit verbundenen Auflagen nicht verändert würden.

Dies hält Jeketera für unzulässig, weil sie vor der Entscheidung vom Innenministerium nie angehört worden sei und dieses die Tatsache missachtet habe, dass sie nach wie vor dieselbe Arbeit verrichten wolle und den Rückzug von Northlands nicht habe beeinflussen können. Ferner hebt sie hervor, dass sie der einzige Spezialist in ihrem Fachgebiet in der Erongo-Region sei und ihre Expertise dort dringend benötigt würde.

Folglich sei die Umwidmung ihrer Arbeitserlaubnis nicht nur im Interesse der Patienten, sondern auch im Belang von Nachwuchskräften, die außer ihr niemand ausbilden könne. Demnach stehe ihr zumindest eine befristete Arbeitserlaubnis zu, weil ihr nach dem 31. Januar die Verhaftung und Abschiebung und ihren Patienten damit der Verlust der einzig qualifizierten Geburtshelferin mit ihrer Erfahrung drohe.

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