Auf der Suche nach Namibias Palmen
Auf der Suche nach Namibias Palmen

Auf der Suche nach Namibias Palmen

WAZon-Redakteur
Windhoek (led) - In Florida betreut Patrick Griffith Hunderte verschiedener Palmen. Allesamt haben sie saftig grüne Palmblätter, stehen auf grünen Wiesen, die in der Sommerzeit nahezu jeden Abend von Regenfällen getränkt werden. Manchmal schaut ein Krokodil vorbei, denn der Garten liegt an einer Salzwasserbucht südlich von Miami.

Über wilde Tiere wollte der Palmenexperte an diesem Mittwochabend, dem 14. Oktober, im Botanischen Garten von Windhoek aber nicht sprechen. Griffith leitet das Montgomery Botanical Center (der Botanische Garten von Montgomery) im US-Bundestaat Florida, einem 120 Hektar großem Areal mit der wohl größten und schönsten privaten Sammlung von Palmen aus der ganzen Welt. Gemeinsam mit dem Palmenbiologe Fred Stauffer und der Fernsehjournalistin, Coline Utz, aus Genf in der Schweiz reiste er in den vergangenen zwei Wochen durch den Norden Namibias, um die dort ansässige Palmenvielfalt zu entdecken. Den 15 Zuhörern berichtete er von seinen Entdeckungen.

Rund 3 000 Kilometer ging es für die drei von Windhoek über Palmwag, Khowarib und Okangwati, bis zu den Epupa Falls an der Grenze zu Angola. Dort erblickten sie von einer Anhöhe das Tal, in dem zahlreiche Palmen in die Höhe ragen. „Wir verbrachten fast mehr Zeit damit, zu fotografieren, als die Palmen zu untersuchen“, erzählte Griffith der AZ. Der Wissenschaftler verfolgt das Ziel, Eigenschaften verschiedener Palmen zu dokumentieren, um diese zu bewahren. Dabei arbeite er mit Botanischen Gärten auf der ganzen Welt zusammen, um Samen auszutauschen. Verschiedene DNA-Stränge zu sammeln sei wichtig, um Monokulturen zu verhindern, wie bei der Züchtung von Tieren im Zoo auch. Laut Griffith existieren weltweit mehr als 200 verschiedene Palmenarten, von manchen gibt es in der Wildnis nur noch um die 20 Exemplare.

Zurück in Windhoek war sich Griffith sicher: Bedroht ist der Bestand der Palmen in Namibia bisher nicht. Weit im Nord-Osten des Landes, am Ende des Caprivi-Zipfels müssten noch viele weitere Palmen darauf warten, von ihm entdeckt zu werden. Doch bis dorthin hat er es auf dieser Expedition nicht geschafft. Von Thipanana ging es für ihn und seine Kollegen zurück nach Windhoek. Somit habe er schon einen Grund zurückzukehren, sagte Griffith schmunzelnd.

Auf die Frage, warum er sich jeden Tag seines Lebens mit Palmen beschäftigt, sagte er schlichtweg: „Na, weil sie schön sind.“

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2022-12-08

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