24 März 2016 | Kultur & Unterhaltung

Art Inside bringt Kunstwerke in die Ministerien

Windhoek (lke). Die neueste Ausstellung in der Nationalgalerie ist eine ganz besondere. „Art Inside“ bringt namibische Kunstwerke, egal ob Gemälde, Skulpturen oder Großkunstwerke, in die doch meist tristen vier Wände von Ministerien. Seit das Projekt 2013 gestartet wurde, konnten bereits über 200 Kunstwerke in den Büros von Ministern aufgehängt oder aufgestellt werden. Eine Änderung gab es dieses Jahr jedoch: Zuvor war es den Künstlern nur gestattet, bereits fertig gestellte Kunstwerke einzureichen.

Dieses Jahr konnten die Künstler in direkter Absprache mit den Ministern Kunstwerke planen und sie so auf Wunsch anfertigen. „Das stärkt die Beziehungen zwischen Künstler und Ministerien, die in dem Fall als Auftraggeber agieren“ sagt Alexandra Lasky von der NAGN. Sanet Steenkamp vom Ministerium für Erziehung, Kunst und Kultur war begeistert von den zahlreichen Kunstwerken und sprach den Künstlern vergangene Woche großes Lob aus: „Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt, wenn man die Vielfalt der wunderbaren Kunstwerke sieht“, so Steenkamp. Und tatsächlich haben sich die Künstler etwas einfallen lassen. Zum Beispiel erzählt die Künstlerin Elisia Nghidishange die Geschichte eines Kindes, das im Township lebt. Für ihre Bilder nutzte sie nur natürliche Materialien, die dort auch vorkommen: Asche, Erde, Holz und andere natürliche Materialien. Die Preise der Kunstwerke variierten stark, aber laut Sanet Steenkamp solle auch nicht der Preis, sondern der Wert im Vordergrund stehen. Das belegte sie mit einem Zitat von Oscar Wilde: „Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert.“ Zu der privaten Eröffnung vergangenen Freitag sind natürlich auch Mitarbeiter der verschiedenen Ministerien gekommen. Gefiel ihnen ein Kunstwerk, markierten sie es mit einem roten Sticker und dem Namen ihres Ministeriums. Eva Maria Phillemon vom Justizministerium entschied sich für ein Kunstwerk von George Edward, das ein schwarzes, weinendes Kind zeigt. „Das Kunstwerk ist relevant für unser Ministerium, wir müssen die Aufmerksamkeit auf arme Kinder richten, wir sind schließlich verantwortlich für sie“, sagte Phillemon, nachdem sie den Sticker neben das Gemälde geklebt hat.

Neben klassischen Kunstwerken gab es aber auch ausgefallene Ideen. Unter dem Arbeitstitel „The Car Collective“ arbeiten Studenten der COTA daran, die Autos der Ministerien schöner zu machen. Dazu legten sie in der Nationalgalerie Stifte und ein Papier mit einem farblosen Auto aus. Jeder durfte das Auto so anmalen, wie er wollte und es einem Ministerium zuordnen, zu dem die Bemalung passen könnte. Auch Sanet Steenkamp griff zum Buntstift und malte darauf los. Ab heute können auch Sie das Auto anmalen und die Kunstwerke betrachten. Ab 18 Uhr ist die Ausstellung für die Öffentlichkeit geöffnet, sie dauert noch bis zum 23. April an.

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