30 November 2010 | Afrika

Afrika will mehr Profit aus Diamanten

Es gebe noch viele Ungereimtheiten in der Aufmachung und Anwendung der Richtlinien des afrikanischen Diamantsektors. "Dies beeinflusst die Fähigkeit des Kontinents, Investitionen anzulocken, sowie die Auswirkungen des Sektors auf die Wirtschaft", erklärt die Vereinigung Afrikanischer Diamantproduzenten (ADPA).

"Es ist allgemein bekannt, dass Afrika eine Vielfalt an Mineralien besitzt - manche sind eine treibende Kraft der Modernisierung und des technologischen Fortschritts", sagte der namibische Bergbau- und Energieminister Isak Katali in seiner Eröffnungsrede. Afrika produziere zurzeit mehr als 60 Prozent aller Diamanten der ganzen Welt. Katali zufolge werden diese Ressourcen schon seit einhundert Jahren abgebaut. "Doch ich denke wir sind uns einig, dass unser Kontinent bisher nicht viel von dieser Industrie profitiert hat", so der Bergbauminister.

Er fuhr fort, dass Rohdiamanten aus afrikanischen Ländern exportiert worden seien und Länder wie Indien und Belgien sehr stark von diesen ungeschliffenen Edelsteinen profitiert hätten. "Diamant-produzierende Länder haben bisher nur ein kleines Mitspracherecht bei der Preisfestlegung sowie bei den Vertrieb- und Marketing-Richtlinien gehabt", bemerkte Katali, und: "Wir waren Zuschauer in einer Industrie, die von Afrikanern für Afrika angetrieben und kontrolliert werden sollte."

ADPA legte verschiedene Aspekte fest, welche im Seminar behandelt werden sollten. Erstens sei die Regulierung ein wichtiger Punkt. Dies beinhalte die Auflagen, welche mit der Lizenzerteilung verbunden sind. Dazu gehörten die Laufzeit der Lizenzen und eine Standardisierung der Behörden, welche diese Lizenzen ausstellen. Ein weiterer Punkt sei der Finanz- und Wirtschaftsaspekt. "Das Seminar sollte sich vor allem mit den Lizenzgebühren, dem Steuersatz für Minen sowie die Erfassung, Verbreitung und Verarbeitung von Informationen und Daten über den Diamantsektor beschäftigen", so die ADPA. Auch der Kampf gegen Diamantbetrug und -schmuggel sei ein wichtiger Faktor bei der Maximierung der staatlichen Profite.

Der soziale Aspekt konzentriert sich auf die Einführung von trainierten und informierten Genossenschaften auf der Ebene des Kleinbergbaus, auf die Förderung von öffentlich-privaten Partnerschaften und der Umgruppierung der Produzenten in Kooperativen. Unter den sozialen Gesichtspunkt fällt auch der technische Aspekt. Dieser schreibe vor, dass Länder Maßnahmen einführen, welche Bergarbeitern gestatten sollen, Bewertungsverfahren zu erlangen. Auch die Diamantpreis-Informierung und technische Unterstützung sollen den Bergarbeitern zugute kommen. Ein weiterer Punkt ist der Umwelt-Aspekt, welcher sich auf den Schutz der Natur und die durch den Bergbau entstandenen Schäden bezieht. "Investoren sollten vor Abbau-Beginn Umweltverträglichkeitsstudien durchführen (...). Zudem sollten Bergarbeiter eine Bio-Erholungsgebühr zahlen", erklärte ADPA.

Nach dem Seminar lud ADPA zu einer Pressekonferenz ein, welche sich auf den Handel mit Diamanten aus Simbabwe bezog. Hier gab der Verband Rückendeckung für Simbabwe. "Die exportierten Edelsteine aus den Marange-Diamantfeldern in Simbabwe sind keine Konfliktdiamanten", erklärte ADPA-Repräsentant Edgar de Carvalho. Aufgrund von angeblichen Menschenrechtsverletzungen wurde der Export von Marange-Diamanten vorübergehend gestoppt und war dann mit Auflagen verbunden. Dies ist jedoch für ADPA unverständlich. Die Vereinigung habe ein Aufsichtsteam zu den besagten Diamantfeldern geschickt. "Das Team hatte nichts auszusetzen", so de Carvalho. ADPA drohte deshalb mit rechtlichen Schritten und damit, die Mitgliedsschaft im Kimberly-Interessenverbund (Kimberly-Process, KP) zu "überdenken" (AZ berichtete).

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