Jetzt als CAoN bekannt, bekennt sich das ehemalige NCA schon seit einigen Jahren zur besseren Ausbildung der Köhler, damit die Holzkohleherstellung in Namibia keine Brandgefahr darstellt. Foto: CAoN/NCA
Jetzt als CAoN bekannt, bekennt sich das ehemalige NCA schon seit einigen Jahren zur besseren Ausbildung der Köhler, damit die Holzkohleherstellung in Namibia keine Brandgefahr darstellt. Foto: CAoN/NCA

„Namibia sitzt auf einer Goldmine“

Holzkohleverband blickt nun optimistisch in die Zukunft
Bei dem Holzkohleverband Namibias hat es in letzter Zeit einige Reformen gegeben. Endlich steigen auch die so lange stagnierenden Exporte wieder. Vorsitzender Michael Dege erkennt großes Potenzial.
Wazon Gastredakteur
Von Katharina Moser, Windhoek

Der Holzkohleverband von Namibia (Charcoal Association of Namibia, CAoN) schaut optimistisch in die Zukunft: Nach einem sehr schweren ersten Halbjahr habe sich der Wind gedreht und die Holzkohleexporte nähmen wieder zu. Das sagte Michael Dege, Vorsitzender des Verbands, im Gespräch mit der AZ. Für das Jahr 2022 prognostiziere er bis zum Jahresende eine Exportmenge von 220 000 Tonnen namibischer Holzkohle – das seien knapp 15 000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Ein weltweiter Engpass von Transportcontainern hatte in letzter Zeit den Export erschwert. Zudem plant der Verband, einen neuen Industriezweig als Alternative zur Holzkohleproduktion zu eröffnen. Holzessig soll in Zukunft als künstlicher, aber nicht chemischer Dünger exportiert werden, was sich sogar noch erfolgreicher als der Verkauf von Holzkohle erweisen könnte. „Damit sitzen wir hier in Namibia auf einer Goldmine“, so Dege. Dieses neue Produkt werde die Wirtschaft des Landes voranbringen. Mehr dazu will der Verband auf seiner Expo am 2. und 3. September dieses Jahres mitteilen.

Dege nahm auch Stellung zu den zahlreichen Vorwürfen, die Holzkohleindustrie und ihe Köhler seien schuld an den zahlreichen Veldbränden im vergangenen Jahr. „Diejenigen Holzkohleproduzenten, die Mitglied der CAoN sind, müssen sich an äußerst strenge Sicherheitsregeln halten, die regelmäßig vom Forstamt kontrolliert und daher auch eingehalten werden. Entstehen Feuer durch die Holzkohleproduktion, geschieht das bei Nichtmitgliedern des Verbandes, welche die Regeln bewusst umgehen“, behauptet Dege. Der Verband sei zu Unrecht zum Sündenbock gemacht worden und versichere im Gegenteil, dass die Mehrheit der Holzkohleproduzenten sicher produziere.

Die Namibia Charcoal Association (NCA) hatte sich jüngst zur Charcoal Association of Namibia (CAoN) umbenannt. Nach Angaben Deges sei dies aus rein bürokratischen Gründen geschehen: Der Verband habe sich erst jetzt offiziell bei der Behörde für Unternehmen und geistiges Eigentum (BIPA) registrieren lassen und dort sei ein mit „Namibia“ beginnender Name inzwischen nicht mehr zugelassen.

Auch das Mitgliedersystem hat die CAoN reformiert: Nun würden die Verbandsmitglieder sowie ihre Arbeiter mit Foto eingetragen und nehme man Feedback und Beschwerden entgegen, wie zum Beispiel ob ein Farmer seine Arbeiter angemessen behandelt und andersherum. ob der Angestellte verlässlich arbeitet. „Das soll für verbesserte Disziplin in der Industrie sorgen“, so Dege. Über das neue System könne in Härtefällen auch die Polizei oder Regierungsstellen eingeschaltet werden.

Die Expo im kommenden Monat wird den Besuchern weitere Neuerungen und das Potenzial der Industrie vor Augen führen. „Da wird sich in nächster Zeit noch viel tun.“

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2022-11-27

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