Die Kawe-Bohrstelle liegt knapp 1 000 Meter weg vom Omatako-Omuramba, der Wasserträger, der Wasser von den Omatako-Bergen zwischen Okahandja und Otjiwarongo (siehe Pfeil) hoch zum Okavango-Fluss bei Shitemo bringt - ein Unstand, den ReconAfrica gerne unbeachtet lässt. Foto: NMH
Die Kawe-Bohrstelle liegt knapp 1 000 Meter weg vom Omatako-Omuramba, der Wasserträger, der Wasser von den Omatako-Bergen zwischen Okahandja und Otjiwarongo (siehe Pfeil) hoch zum Okavango-Fluss bei Shitemo bringt - ein Unstand, den ReconAfrica gerne unbeachtet lässt. Foto: NMH

ReconAfrica genießt Sonderstellung

NAMPOA beschreibt Gas- und Ölexploration als ein Hochrisikounternehmen
Am vergangenen Freitagmorgen hatte der namibische Gas- und Ölproduzentenverband (Namibia Petroleum Operators Association, NAMPOA) zu einem Informations-Workshop für die Medien eingeladen. Dabei genoss das Explorationsunternehmen ReconAfrica scheinbar eine Sonderstellung, denn es durfte sich als einziges Explorationsunternehmen profilieren und seine Präsenz im Hegegebiet KAZA TFCA unangefochten profilieren.
Frank Steffen
Von Frank Steffen, Windhoek

Bei einem Informations-Workshop für die Medien stimmte der Vorsitzende von NAMPOA, Klaus Endresen, die Anwesenden auf seinen Gedankengang ein, indem er die gewaltigen Risiken und Finanzmittel-Aufwendungen in den Vordergrund stellte: „Es ist ein Hochrisikounternehmen, in seiner Art einzigartig auf der Welt. Privatinvestoren und Fonds bringen Geld auf für eine Erfolgschance von durchschnittlich 20 Prozent. 80% der Explorationsprojekte bringen keinen Erfolg!” Abermillionen würden aufgebracht für das Vermessen, die aufwendige Exploration, Verwertung der Ergebnisse sowie die Planung – und letztendliche Fertigstellung – einer Produktionsstätte, bevor ein kommerzieller Tropfen Öl oder Gas gewonnnen werden könne.

Endresen selbst ist der Geschäftsführer des Unternehmens BW Kudu Limited, welches als 95-prozentiger Teilhaber, das Kudu-Gasfeld im Oranje-Becken vor der namibischen Südwest-Küste, gemäß eines sogenannten “farm-in and carry agreement” erschließt; darüber schrieb das Handelsblatt Offshore Energy im Januar 2021. Demnach wird BW Kudu alle Explorations- und Erschließungskosten übernehmen und durfte im Tausch seine 56-prozentige Beteiligung an dem Unternehmen auf 95% aufstocken. Er und die amtierende Ölprodukte-Kommissarin, Aune Amutenya, gingen kurz auf die erfolgversprechenden Anzeichen von Ölfunden zwischen dem namibischen Staat (über NamCor) und Shell einerseits und Total andererseits ein.

Unrealistische Erwartungen

“Die Erwartungen der namibischen Öffentlichkeit entsprechen nicht der Realität, denn nur weil wir Öl oder Gas finden, heißt dies noch lange nicht, dass wir einen kommerziellen Brunnen erschlossen haben. Der Weg zur kommerziellen Produktion ist mit vielen Herausforderungen verbunden, nicht zuletzt mit der unwahrscheinlich großen Chance, dass sich die Stätte als kommerziell nicht-lohnend entpuppt”, warnte Andresen. In einem Privatgespräch mit der AZ machte er unmissverständlich deutlich, dass er der Forderung der Medien nach dem Zugang zu Informationen auch seitens der Gas- und Ölindustrie, Verständnis entgegenbringe: “Ich bin gebürtiger Norweger und in unserem Land ist die Transparenz eine Selbstverständlichkeit.”

Interessant war indessen die Präsentation der NAMPOA-Vizevorsitzenden, Bridget Venner, die den Explorationsprozess generell erklärte: „Bevor Norwegen als Ölproduzentenland einen ersten Erfolg verzeichnen konnte, musste es die Kosten von 34 Bohrungen abschreiben. In Kanada dauerte es 133 Bohrungen und in der Nordsee als solches waren es mehr als 200 Bohrstellen, die sich als Misserfolg entpuppten. Daher ist die seismische Erschließung der erste Schritt, denn die Seismik-Vermessung zeigt die Möglichkeiten an, damit Anleger-Geld nicht einem unnötigen Risiko ausgesetzt wird. Die Interpretation der Vermessungen dauert bis zu einem Jahr. Dann weiß man, welches die erfolgversprechendsten Standpunkte sind.” Der Vorgang für “onshore und offshore Exploration” (also zur See und zu Lande) sei etwa derselbe.

Seismik als Streitpunkt

Damit sprach sie indirekt mit den größten Streitpunkt zwischen Umweltschützern (inklusive renommierter Geologen, AZ berichtete) und dem kanadischen Gas- und Öl-Explorationsunternehmens Reconnaissance Energy Africa (ReconAfrica) bei seiner Exploration nach Gas- und Öl in den Kavango-Regionen Namibias (unweit des Okavango-Flusses) und dem Okavango-Flussdelta in Botswana, an. ReconAfrica hatte zwei Bohrlöcher geschlagen, obwohl sie sich nur in Besitz von aero-magnetischen Aufnahmen befanden. Diesen soll normalerweise die seismische Vermessung folgen, bevor irgendein erster Bohrversuch folgt.

Der namibische Projektleiter, Uaapi Utjavari, versuchte den „Medien als Laien” den Explorationsprozess schmackhaft zu machen, ignorierte dabei aber gänzlich die Tatsache, dass sich die Medien bisher bei ihrer Berichtertsattung an Geologen und Umweltfachkräfte gewadt hatten, nachdem ReconAfrica nie vorher zu einem öffentlichen Gespräch bereit war (und auch in diesem Falle ihre Präsentation unangefochten und ohne Beantwortung von entsprechenden Fragen vorlegen durfte). Somit konnten die vielen Fragen hinsichtlich der unvollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung gar nicht erörtert werden. Denn während der Untersuchung des Ständigen Parlamentarischen Ausschusses für Umwelt und Natürliche Ressourcen wurde mehr als deutlich, dass die Befragung der Bevölkerung seitens ReconAfricas mehr als nur unzufriedenstellend war.

ReconAfrica ignoriert Regularien

Das Unternehmen hatte ohne Genehmigungen nach Wasser gebohrt und ohne die Genehmigung seitens des Landwirtschaftsministeriums Prüfungsbohrlöcher in einer wassertragenden Umgebung geschlagen. Es hatte Kommunalland ohne Befolgung der traditionellen Anträge an sich gerissen – dasselbe traf auf die Landnahme zu, was die Genehmigung seitens der kommunalen Forstverwaltung betraf. Sie hatten sogar dem Landwirtschaftsministerium anfangs den Zugang zum Kawe-Bohrstandort verweigert, einer Stätte, derer hochtoxische Bohrschlacke in einem ungesicherten Erdwall-Damm gelagert wurde.

Ndapewoshali Shapwanale – sie stellte sich nun als Mwanyengwa Shapwanale vor – versuchte wieder einmal die “Ignoranz der Medien” als Grund des öffentlichen Widerstands (den sie somit erstmals bestätigte) darzustellen. Den Medien wurde erneut eine Karte vorgelegt, welche die Bohrstandorte als 50 Kilometer weit weg vom Okavango-Fluss anzeigt, ohne anzuzeigen, dass Kawe nur knapp 1000 Meter weg vom Omatako-Omuramba liegt – dieser trägt Wasser zum Okavango-Fluss.

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2024-05-24

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