Vor 50 Jahren
Vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren

Ronja Lyhs
„EHRENVOLLER FRIEDEN“ FÜR VIETNAM

Washington/Hanoi/Paris – Die Vereinigten Staaten von Amerika und Nordvietnam haben eine Vereinbarung erzielt, die die Beendigung des Krieges and die Wiederherstellung des Friedens in Vietnam vorsieht. Das verlautete heute Morgen aus gemeinsamen Ankündigungen in Washington und Hanoi. Die formelle Unterzeichnung des Friedensabkommens ist für den kommenden Samstag in Paris angesetzt. Der Friedensschluss selbst sieht einen Waffenstillstand vor, der am Samstag um 24.00 Uhr Greenwich-Zeit in Kraft treten soll. Einer Erklärung Präsident Nixons zufolge würden alle amerikanischen Kriegsgefangenen innerhalb eines Zeitraumes von 60 Tagen nach Unterzeichnung des Abkommens freigelassen werden. Der Abzug sämtlicher amerikanischer Streitkräfte aus Vietnam soll während des gleichen Zeitraumes erfolgen. Durch das Friedensabkommen würde dem südvietnamesischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung unter international überwachtem Waffenstillstand eingeräumt werden. Radio Hanoi erwähnte das Abkommen nur in kurzen Sätzen und unter dem Hinweis, dass Kambodscha und Laos von dem Friedensschluss nicht betroffen seien.

GRÖSSTES MANÖVER AUF KLEINSTEM RAUM

Windhoek – Das bisher größte Manöver des Wehrbereichskommandos Südwestafrika findet vom 19. Februar bis zum 10. Marz in der kleinen Enklave von Walvis Bay statt. Dies gab der Befehlshaber des Bereichskommandos, Brigadegeneral B. Roos, gestern in Windhoek bekannt. An dem Manöver nimmt die ganze Südwestbrigade der Bürgermacht teil. Die Dienstpflichtigen Südwestafrikas sind bereits einberufen worden.

Das Manöver läuft unter der Bezeichnung Swaland 4. Angesichts des Umstandes, dass laut Mandat auf Südwester Gelände keine militärischen Übungen stattfinden dürfen, ist das Manöver im Raum von Walvis Bay, der zur Republik gehört, geplant worden.

GRUNDLINGH SCHULDET 785 040 RAND

Windhoek – Nach dem jetzt veröffentlichten Bericht des Treuhänders Desmond O'Neil Mathews betragen die Gesamtschulden des bankrotten und seit letztem April im Ausland weilenden D. I. Grundlingh 1 029 300 Rand, von denen nur wenig an Guthaben eingebracht werden kann, so dass immer noch ein Freibetrag von 785 040 Rand vorliegt. Auf der ersten Gläubigerversammlung vorn 18. Juli 1972 wurden Forderungen in Höhe von 303 019,28 Rand erhoben, auf der zweiten Gläubigerversammlung vom 23. Oktober 1972 weitere 493 937,44 Rand. Der Treuhänder konnte einige Summen sicherstellen, die der Konkursmasse wieder zufließen, u.e. durch B. D. cons, P. Snyman, J. J. van SWADIF (Pty) Ltd., Swatrust Finance Co. (Pty) Ltd. and Associated Companies.

NOCH IMMER UNGEWISSHEIT

Ottawa – Zwei Wochen vor der Exekutivsitzung des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne, wo noch einmal Montreals Pläne einer Untersuchung unterzogen werden, herrscht in Kanada weiterhin Ungewissheit darüber, ob man 1976 in Montreal die Olympischen Spiele erleben wird. Die Frage, ob die finanziellen Aufwendungen der Stadt ausreichen, um die Spiele veranstalten zu können, ist nämlich weiterhin unbeantwortet.

AFRIKANISCHER NATIONALRAT VERHANDLUNGSBEREIT

Salisbury – Der oppositionelle Afrikanische Nationalrat hat ein Dokument ausgearbeitet, worin die offizielle Politik des Rates im britisch-rhodesischen Konflikt festgelegt wird. Der Führer des Nationalrates, Bischof Abel Muzorewa, erklärte, seine Organisation sei bereit, jederzeit Besprechungen mit der Regierung aufzunehmen. Der Inhalt des Dokumentes könne vorläufig nicht veröffentlicht werden. Es sei nun an der rhodesischen Regierung Gespräche aufzunehmen, und er hoffe, die Regierung werde auf sein Angebot eingehen.

KUPFERTRANSPORTE ÜBER TANSAM

Daressalam – Sambia und Tansania sind übereingekommen, fiir die Kupfertransporte vom Kupfergürtei nach Daressalam auch den fertiggestellten Teil der Tansam-Eisenbahri zu benutzen. Wie der tansanische Verkehrsminister Lusinde erklärte, könnte täglich ein Zug zwischen Makambako und Daressalam verkehren und etwa 1 200 Tonnen Kupfer befördern. Auf der Rückfahrt könnten Güter für Sambia mitgenommen werden, soweit der Raumt nicht fiir Baumaterialien für die Eisenbahn benötigt wird. Aufgrund dieser Abmachung sollte es moglich sein, fast die gesamte Kupferproduktion nach Daressalam zu bringen. Die tansanische Regierung hat Sambia den Hafen von Daressalam zur Verfügung gestellt und wird für den eigenen Import und Export den Hafen von Tanga im Norden des Landes benutzen. Von der Tansam-Eisenbahnlinie sind bis jetzt 750 km fertiggestellt.

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2023-02-08

Zu diesem Artikel wurden keine Kommentare hinterlassen

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen