Augenblick der Besinnung

So gelingt das Leben.

Unser Leben ist vergleichbar mit einem Zirkelkreis. In der Schule haben wir geübt und gelernt, dass der Kreis nur dann gelingt, wenn wir den Zirkel am richtigen Punkt ansetzen und der Zirkel nicht ausrutscht. Was ist das Zentrum und damit auch das Ziel meines Lebens? Wo setze ich an, damit mein Leben gelingt?

Wer nur bei dem ansetzt, was Spaß macht, kommt nie ans Ziel. Die meisten Kinder würden dann wohl bald die Schule verlassen.

Wer ansetzt beim Geldverdienen, gerät leicht in den Sog der Habsucht. Er wird geizig und unglücklich, weil er nie genug haben wird und in manche Versuchung hineingerät.

Wer sein Ego als Mittelpunkt für den Zirkel wählt, bei dem geraten bald alle unbequemen Maßstäbe ins Wanken.

Wir können den Zirkel ansetzen bei den zehn Geboten. Das ist schon besser. Aber wenn die Neigung zur Sünde uns zieht, sind sie eher lästig und wir sind schwach. Wir kommen leicht ins Rutschen.

Am besten ist es, wenn wir direkt bei Jesus Christus ansetzen. Jesus ist keine tote Ideologie, sondern Lebensverbindung mit Gott. Er gibt Kraft und Liebe und die richtigen Motive, um aus der Zirkellinie einen schönen Kreis zu machen. Bei ihm darf ich auch neu ansetzen, wenn der Kreis einmal nicht gelingt. Er vergibt und er bewahrt.

Meister Eckhart, ein Theologe aus dem 13. Jahrhundert, hat es folgendermaßen ausgedrückt: „Die ein gutes Leben beginnen wollen, die sollen es machen wie einer, der einen Kreis zieht. Hat er den Mittelpunkt des Kreises richtig angesetzt und steht der fest, so wird die Kreislinie gut. Das soll heißen: Der Mensch lerne zuerst, dass sein Herz fest werde in Gott, so wird er auch beständig werden in seinen Werken.“

Wo haben Sie Ihren Zirkelpunkt angesetzt?

Wenn der Zirkel richtig angesetzt ist, dann lassen Sie uns fleißig Kreise ziehen. Dann gilt: „Sich regen bringt Segen!“

„Darum, liebe Brüder, tut desto mehr Fleiß, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln.“ (2. Petrus 1,10)

Johannes Trauernicht

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2022-11-27

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