Vor 50 Jahren
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1973-11-20
EINSTWEILIGE VERFÜGUNG GEGEN PRÜGELSTRAFE

Windhoek – Das südwestafrikanische Obergericht hat in einer einstweiligen Verfügung, die von dem anglikanischen Suffraganbischof Richard Wood, dem Leiter der evengelisch-lutherischen Owambokavangokirche, Bischof Leonard Auala, und Thomas Komati beantragt worden war, veranlagt, dass die Stammesbehörden Ondangwas und Kwanyamas in Owambo die öffentliche Prügelstrafe einstellen. Ferner ist den betreffenden Behörden auch untersagt, jegliche Form der Körperstrafe gegen eine Person auszuüben, von der angenommen wird, dass sie ein Mitglied bzw. Anhänger der Democratic Co-operative Development Party (DEMCOP) beziehungsweise der South West African Peoples' Organisation ist oder legal für eine dieser Organisationen gearbeitet hat. Richter G. Hoexter hat weiterhin verfügt, dass die beiden genannten Stammesbehörden bis spätestens am 22. Februar im Gericht Gründe anzuführen haben, warum die einstweilige nicht zur endgültigen Verfügung umgewandelt werden soll.

WER HAT KAPUUO EINGELADEN?

Windhoek – Bisher galt es als sicher, dass Hererochef Clemens Kapuuo von den Vereinten Nationen eingeladen worden ist, nach New York zu fliegen und vor dem Vierten Komitee der Generalversammlung als Petent in Sachen Südwestafrika aufzutreten. Diese Version ist jedoch nur insofern richtig, als das Vierte Komitee auf einer Sitzung am 8. Oktober beschlossen hat, Kapuuo anzuhören. Der Beschluss erfolgte aufgrund eines entsprechenden Gesuchs des NUDO-Vertreters in New York, Kuaima Riruako, vom 15. September. Der Brief Riruakos wurde am 3. Oktober als UNO-Dokument veröffentlicht. Das Vierte Komitee hat Kapuuo jedoch nicht nach New York eingeladen und auch nicht seine Reisekosten bezahlt.

FARMER STIFTEN ZUCHTMATERIAL

Windhoek – Der südwestafrikanische Arbeitgeberverband in der Landwirtschaft wird den Regierungen Owambos und Kavangos gutes Zuchtmaterial stiften. Dieser Beschluss wurde gefasst, nachdem der Verbandsvorstand kürzlich diese beiden. Bantuheimatgebiete besucht und mit Regierungsvertretern sowie mit Beamten der Landwirtschaftsschule in Mahanene Unterredungen geführt hatte. Der Vorstand ist dabei zu dem Schluss gekommen, dass in diesen beiden Heimatgebieten ein Bedarf an gutem Zuchtmaterial für bestimmte Rinderrassen, Boerbokke und Dorperschafe vorhanden ist.

Nach einer Rücksprache mit der SWA Landwirtschaftsunion hat sich der Arbeitgeberverband um Stiftungen in diesem Zusammenhang bemüht. Verschiedene Farmer des Landes haben schon ihre Bereitwilligkeit erklärt, gutes Zuchtmaterial zur Verfügung zu stellen, dass den Regierungen Owambos und Kavangos übergeben wird. In einer Erklärung des Verbandes wird dies als eine Geste des Wohlwollens der weißen Farmerschaft gegenüber den schwarzen Farmern in den genannten beiden Heimatländern bezeichnet. Farmer, die Zuchtmaterial stiften wollen, können sich mit jedem Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes oder Henning Snyman, dem Geschäftsführer der SWA Landwirtschaftsunion, in Verbindung setzen.

ÜBER 6 000 GEFANGENE AUSGETAUSCHT

Kairo – Bis jetzt sind an der Suez-Front über 6 000 Gefangene repatriiert worden. Die Araber gaben 182 von 247 Israelis frei, die Israelis, die mehr als 8 000 Ägypter gefangen hielten, ließen 6 072 Araber zurückkehren. Die beiden Generalstabschefs werden sich heute wieder beim Kilo-meterstein 101 treffen. Es ist nur eine inoffizielle Zusammenkunft. Die nächste entscheidende Begegnung findet am Mittwoch statt, wo der schwierigste Punkt des Verhandlungspaktes besprochen werden soll: der Rückzug auf die Waffenstillstandslinie vom 22. Oktober. Die Ägypter halten strikt daran fest, während die Israelis nach wie vor behaupten, es sei unmöglich, die Positionen am 22. Oktober zu präzisieren.

DRASTISCHE BENZINEINSCHRÄNKUNGEN IN EUROPA

Bonn/Kopenhagen/London – Drei Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft, Großbritannien, Dänemark und die Bundesrepublik, kündigten drastische Maßnahmen zur Einsparung von Benzin und Heizöl an. Die Beschlüsse wurden trotz der arabischen Versicherung gemacht, dass acht EG-Staaten von der weiteren Kürzung der Erdöllieferungen von fünf Prozent im Dezember ausgenommen seien, weil ja die 25prozentige Produktionskürzung bestehen bleibt.

In der Bundesrepublik gilt ab nächsten Sonntag für vier Wochen ein Sonntagsfahrverbot. Wirtschaftsminister Hans Friderichs kündigte gleichzeitig eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Kilometer auf den Autobahnen und von 80 Kilometer auf den übrigen Straßen an. Friderichs fügte auf einer Pressekonferenz hinzu, dass die Bundesrepublik mit arabischen Staaten Verhandlungen über das Erdölembargo gegenüber den Niederlanden aufgenommen habe. Westdeutschland beziehe 22 Prozent des Rohöls und die Hälfte des raffinierten Ölbedarfs über den Hafen von Rotterdam, so dass die Zufuhr wegen des Embargos um etwa 15 Prozent gekürzt werde. Durch das Sonntagsfahrverbot würden etwa sieben Prozent Benzin eingespart, während die Geschwindigkeitsbegrenzung weitere sechs Prozent ausmache.

SCHWERE STUDENTENUNRUHEN IN ATHEN

Athen – Neun tote und etwa 200 verletzte Zivilisten und 38 verwundete Polizisten – das ist das Ergebnis der bisher schwersten Studentenunruhen in Griechenland. Zur Unterstützung ihrer Athener Kommilitonen der Technischen Hochschule, die für größere politische und akademische Freiheit und für eine nationale Erhebung gegen die Führer des Landes plädierten, veranstalteten am Donnerstagabend etwa 1 000 Studenten der Universität von Patras ein „Sit-in". Es blieb jedoch nicht bei friedlichen Demonstrationen, und am Samstag musste die griechische Regierurig in Athen und Saloniki den Ausnahmezustand verhangen. Eine Nacht blutiger Unruhen war an dieser Maßnahme schuld. Soldaten und Panzer wurden eingesetzt, um die demonstrierenden Studenten auseinanderzutreiben. Vier Leute starben in der ersten Nacht der Unruhen, und etwa 120 wurden verletzt. In einer Radiosendung teilte Präsident Papadopoulos mit, dass „anarchistische Demonstrationen" ihn gezwungen hatten, den Ausnahmezustand zu verhangen, um die Ordnung wiederherzustellen. Der Ausnahmezustand verbietet Demonstrationen und Vergehen gegen die Sicherheit des Staates. Trotzdem fanden immer noch öffentliche Versammlungen statt. Es nahmen daran hauptsachlich Studenten teil.

Der Befehlshaber der griechischen Armee, General Zagorianakos, sagte, dass Verstöße gegen den Ausnahmezustand vor ein Militärgericht kamen und dass die Sicherheits-truppen die Ruhe „um jeden Preis" aufrechterhalten wurden.

KEIN FRIEDE IN VIETNAM

Saigon – Während im Nahen Osten ein Friede er-strebt wird, wird im Fernen Osten erneut gekämpft. Etwa 190 Kilometer nordöstlich von Saigon konnten Regierungs-truppen am vergangenen Donnerstag einen. nordvietnamesischen Angriff, der mit Panzern, Artillerie und Infanterie geführt wurde, erfolgreich abwehren. Es gab jedoch nicht nur auf der Seite der Nordvietnamesen große Menschenverluste. Auch bei Bu Prang und Dak Song wurde schwer gekämpft. Diese zwei Orte liegen an der Versorgungsroute, die die Vietcong zu ihren Stellungen nördlich von Saigon unterhält.

Am Samstag gab Saigon bekannt, dass aus „unbekannten Gründen" eines ihrer Aufklarungsflugzeuge abgeschossen worden und zwei Hubschrauber abgestürzt seien und dass außerdem eine Dakota der zivilen vietnamesischen Luftfahrt auf einem Flug zwischen Saigon and Quang Ngai, etwa 560 Kilometer nordöstlich von Saigon, verschollen sei. An Bord waren 26 Personen. EM weiterer Hubschrauber ist am Samstagmorgen abgestürzt, als Medikamente in von Taifunen heimgesuchte Gebiete geflogen wurden. Alle vier Insassen kamen dabei ums Leben.

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2024-06-22

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