in-Kommunales Netzwerk
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Das Deutsch-Namibische Kommunal-Netzwerk hat sich konstituiert

Bereits auf dem bundesweiten Namibia-Seminar der Deutsch-Namibischen Gesellschaft (DNG) Ende Oktober 2021 in Göttingen wurde das Thema der kommunalen Entwicklungspartnerschaften ausführlich vorgestellt. Im Nachgang der Tagung fanden sich Namibia-Freunde aus verschiedenen Bundesländern zusammen, um über die DNG als bundesweites Kompetenzzentrum deutsch-namibische Städtepartnerschaften zu initiieren und zu fördern. Zehn neue Partnerschaften innerhalb der kommenden fünf Jahre anzustoßen sowie Bildung eines Netzwerkes aus neuen und bestehenden Partnerschaften lauteten die Ziele. Zum bundesweit aufgestellten Team bestehend aus den DNG-Mitgliedern Andreas Herbig (Berlin), Daniel Lange (Berlin), Heiner Naumann (Kleinmachnow) und Gerrit Poel (München) gehört mit Andreas Konietschke (Hannover) auch der Leiter des Honorarkonsulats der Republik Namibia für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aus den bisherigen Arbeitstreffen ist nun die Gründung eines Deutsch-Namibischen-Kommunal-Netzwerkes (DNKN) in der DNG entstanden.

Angestrebt wird ein pro-aktives Vorgehen, dass in enger Partnerschaft mit deutschen und namibischen Organisationen versuchen will, die formulierten Ziele zu erreichen. In Deutschland wurden als Hauptpartner das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), die Beratungsstelle für deutsche Nichtregierungsorganisationen in der entwicklungspolitischen Projektarbeit (BENGO) und der Deutsche Städtetag identifiziert. In Namibia wurde Kontakt aufgenommen mit der Vertretung der Städte und Kommunen (ALAN, Association of Local Authorities of Namibia) und dem Nationalen Jugendrat (NYC, National Youth Council), der angesprochen wurde, um Zugänge zu den lokalen Jugendorganisationen zu erhalten. Auftreten wird die Initiative als Deutsch-Namibisches-Kommunal-Netzwerk (DNKN) bzw. in Namibia als Namibian-German-Twinning-Network (NGTN). Notwendige Werkzeuge wie ein digitales Archiv der erarbeiteten Daten, Formate für Datenerhebungen sowie Diskussion und Verabschiedung einer Projektkonzeption legten die Grundlagen für das weitere Vorgehen.

Höhepunkt in Oshakati

Im März/April ergab sich die Möglichkeit für das DNKN zu verschiedenen Namibiareisen. In deren Verlauf konnte der Kontakt zu ALAN und NYC und mit zahlreichen deutschen und namibischen Organisationen aufgenommen werden. Ein Höhepunkt der Reise war dabei die Teilnahme am ALAN-Kongress in Oshakati, zu dem fast alle namibischen Kommunen Vertreter entsandt hatten. Dort stieß zum einen die Vorstellung des Projektes auf eine enorme Resonanz. Von vielen Vertretern wurde Interesse an einer Kommunal-/Städtepartnerschaft signalisiert. Zum anderen ergab sich die Möglichkeit mit der Verbandsspitze von ALAN über die zukünftige Arbeit zu sprechen.

Ähnlich positiv waren die Treffen mit dem Jugendverband NYC, der Unterstützung auf nationaler und regionaler Ebene zusagte. Daneben fanden zahlreiche Einzelgespräche mit einzelnen Vertretern namibischer Kommunen und zivilgesellschaftlichen Organisationen statt.

Projektpartner akquiriert

Auch der deutsche Botschafter Herbert Beck, die Entwicklungsreferentin an der Deutschen Botschaft, der für Stadtplanung zuständige Projektleiter der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die angesprochenen Vertreter der Organisationen deutschsprachiger Namibier erklärten, das Projekt unterstützen zu wollen. Alle Gesprächspartner erklärten, dass sie entsprechende Einschätzungen und Empfehlungen an ihre Zentralen senden würden.

In Gesprächen mit dem Vizepräsidenten Namibias Dr. Nangolo Mbumba und dem Parlamentspräsidenten Prof. Peter Katjavivi wurde von beiden betont, wie wichtig das Projekt für die Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern sei und dass es gerade Begegnungsveranstaltungen auf der kommunalen Ebene seien, die die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nachhaltig verbessern könnten. Der Vizepräsident erklärte dabei seine Bereitschaft, eine Schirmherrenfunktion für das Projekt übernehmen zu wollen.

Daneben wurden auch bestehende Partnerschaften weiter gefördert. Heiner Naumann hatte die Möglichkeit die Partnerstadt Kleinmachnows, Keetmanshoop, zu besuchen und dort mit führenden Vertretern der Stadt und der Zivilgesellschaft zu sprechen. Dabei wurde er eingeladen, ein Denkmal für die COVID 19 Opfer Keetmanhoops, das mit finanzieller Unterstützung aus Kleinmachnow errichtet werden konnte, einzuweihen. Da im April auch andere Kleinmachnower die Möglichkeit hatten, Keetmannshoop zu besuchen, wurde als erstes offizielles Treffen beider Kommunen eine Einladung zu einem Besuch einer lokalen Delegation nach Kleinmachnow für Ende September ausgesprochen. Auch hier war das Interesse an einer Kooperation sehr groß.

Neue Partnerschaft mit Mannheim

Dies gilt auch für den Besuch einer Delegation aus Pfungstadt, die angeführt von Bürgermeister Patrick Koch ihre Partnerstadt Oshikuku besuchen konnte. Ebenfalls im Frühjahr wurde die neue Partnerschaft zwischen Mannheim und Windhoek begonnen. Auch hier besuchte eine Delegation aus Mannheim die neue Partnerstadt. Parallel dazu fanden verschiedene Initiativen im Rahmen des Jubiläums der Städtepartnerschaft Berlin – Windhoek statt sowie Besuche aus Trossingen und Bremen in Windhoek, die ebenfalls mit Namibias Hauptstadt verbunden sind.

Mit diesen sehr positiven Rückmeldungen aus Namibia ließ sich der Aufbau des DNKN stärken. Die Werbung für Städtepartnerschaften mit namibischen Kommunen soll über die Strukturen der DNG, die Kooperationen mit einzelnen Kommunen, aber auch über deren Spitzenverbänden in den Bundesländern und im Bund fortgesetzt werden. Mit den Vertretern der offiziellen deutschen Entwicklungszusammenarbeit soll ausgelotet werden, ob und wie weit eine Förderung der Arbeit aus öffentlichen Mitteln möglich ist. Die Datenbasis über die kooperationswilligen namibischen und deutschen Kommunen soll verbessert werden, um Gemeinsamkeiten für die zukünftigen Kooperationen zu finden. Weitere Ziele und Ideen dazu ließen sich auch im Rahmen eines Vortrages beim Jahrestreffen des DNG-Bezirksverbandes für Mitteldeutschland am 19. März 2022 in Leipzig vorstellen und diskutieren. Aktuell widmet sich Hitradio Namibia mit einer wöchentlichen Interviewserie dem Thema der deutsch-namibischen Städtepartnerschaft, während im September 2022 gleich drei namibischen Delegationen aus Swakopmund, Oshikuku und Keetmanshoop nach Deutschland in ihre Partnerstädte Gießen, Pfungstadt und Kleinmachnow reisen.

Interessierte Städte und Gemeinden in Namibia und Deutschland sind jederzeit eingeladen, die Arbeit des DNKN zu unterstützen. Die Kontaktaufnahme kann per E-Mail erfolgen unter [email protected] . Die Gestaltung eines entsprechenden Informationsportals zum Thema Städtepartnerschaften auf der Homepage der DNG befindet sich im kontinuierlichen Aufbau unter https://dngev.de/index.php/projekte/staedtepartnerschaften

Heiner Naumann

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2022-11-27

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