21 September 2017 | Tourismus

Zwischen Panikmache und Realität

Sicherheitsempfinden hinsichtlich Touristen in Namibia variiert

Sind Reisende in Namibia (steigenden) Verbrechen ausgesetzt? Während das Tourismusministerium von „unnötiger Panikmache“ spricht, hat das Auswärtige Amt Deutschlands Ergänzungen bei den Sicherheitshinweisen vorgenommen und empfiehlt Touristen, sich in eine Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Von Nina Cerezo, Windhoek

Seit einigen Wochen mehren sich die Schlagzeilen über kriminelle Überfälle auf Touristen. Erst im Juni wurde einem Ehepaar an seinem ersten Urlaubstag sämtliches Gepäck aus dem Leihwagen in der Tiefgarage des Einkaufszentrums The Grove in Windhoek gestohlen. Im August gab es einen (vereitelten) Überfall bei Brakwater, außerdem wurden zwei Überfälle auf Reisende in Walvis Bay registriert. Am Wochenende schlugen dort drei Männer die Scheibe eines Mietwagens ein und stahlen Wertgegenstände (AZ berichtete).

Für das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) scheinen solche Vorfälle nicht ungewöhnlich. „Kriminalität gegen Touristen kommt überall auf der Welt vor, sogar in Industrieländern“, heißt es in einer am Montag herausgegebenen Erklärung. Und weiter: „Wir müssen uns bewusst machen, dass der Tourismus in Namibia in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen hat; und solange keine beweisenden Statistiken vorliegen, dürfen wir keine unnötige Panik verbreiten.“

In der gleichen Meldung versichert MET-Pressesprecher Romeo Muyunda zudem, „dass die Sicherheit der Reisenden eine der obersten Prioritäten der namibischen Regierung“ sei, wozu verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise die Einführung einer Touristen-Polizeieinheit oder verstärkte Patrouillen auf den Fernstraßen ergriffen worden seien. Aus diesen Gründen kommt das MET zu der Schlussfolgerung, dass „die größte Herausforderung die Image-Trübung ist, den Namibia durch einzelne Schicksale erleidet“ und dadurch den Status als sichere Feriendestination verliere. „Ein nicht behebbarer Schaden“, so Muyunda.

Eine etwas andere Einschätzung vermittelt hingegen das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland, das in der vergangenen Zeit einige redaktionelle Änderungen auf der Namibia-Länderseite vorgenommen hat. Generell findet man dort mehrfach Formulierungen wie „erhöhte Vorsicht“, „besondere Aufmerksamkeit“ oder „erhöhtes Diebstahlrisiko“. Am 1. September hat es zudem im Kapitel „Kriminalität“ folgende Ergänzung gegeben: „Auch werden Fahrzeuge unter dem Vorwand einer angeblichen technischen Störung zum Halten genötigt und die Insassen ausgeraubt. Die Polizei rät daher, nur an Tankstellen und belebten Rastplätzen anzuhalten, wo sich auch andere Personen befinden.“ Zuvor hat es zudem den Angaben des Auswärtigen Amtes zufolge im März die letzte Anpassung gegeben, wobei der Satz „In Windhuk ereignen sich Raubüberfälle oft an Sonn- und Feiertagen, wenn die Straßen menschenleer sind“, hinzugefügt worden ist.

Darüber hinaus wird seit Anfang dieses Monats vom Auswärtigen Amt erstmals auch auf eine Eintragung in die sogenannte Krisenvorsorgeliste hingewiesen. In diese können Reisende ihre Kontaktdaten und die ihrer Familienangehörigen eintragen, damit im Katastrophenfall schneller Kontakt aufgenommen werden kann. Auf AZ-Nachfrage stellt die Behörde jedoch klar, dass „diese Empfehlung allgemein für alle Länder gegeben werde“ und nun entsprechend überall ergänzt worden sei.

Almuth Styles, Eigentümerin des ältesten Informationsbüros Namibias, Namib i (Swakopmund), empfindet die Ergänzungen des Auswärtigen Amts als hilfreich für Touristen, jedoch sieht sie diese nicht als Resultat einer erhöhten Kriminalität. „Es ist egal, in welches Land man reist, Überfälle gibt es überall“, so Styles, die rückblickend auf die vergangenen Jahre keine Zunahme an Verbrechen gegen Reisende empfindet. Überdies verweist sie auf die aktuelle Hochsaison und auch darauf, dass Touristen ein leichtes Opfer seien, da „sie nach kurzer Zeit wieder weg sind und nicht vor Gericht aussagen können“. Reisende sollten ihrer Meinung nach aber mehr unterrichtet werden, um heikle Situationen zu vermeiden. In diesem Sinne hält sie die Ergänzungen des Auswärtigen Amts für absolut sinnvoll, hält aber auch abschließend fest: „Im Großen und Ganzen können sich die Besucher bei uns sehr sicher fühlen.“

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