18 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Zwischen Himmel und Erde

Gescheite Leute haben sich schon den Kopf zerbrochen, ob Namibia eine eigene Fluglinie besitzen sollte oder nicht. Unsere zwei Überseemaschinen und acht Lokalflieger messen sich mit Linien wie American Airlines (knapp 1800 Flugzeuge) und der Lufthansa-Gruppe (mehr als 700 Maschinen). In dieser Industrie werden Kosten- und Profitspielräume bis aufs Kleinste berechnet und bestimmt folglich die Masse das Einkommenspotential.

Viele Namibier erkennen darin keinen Sinn mehr, doch werden sie obendrein ständig von der Regierung angeflunkert. Jedes Mal wird ein „besserer Aufsichtsrat als der vorige“ eingestellt und trotzdem klappt es weder hinten noch vorne. Wenn es dann mal einen Mann gibt, der das Ruder einigermaßen herumreißt, wird er beim ersten Anzeichen des Erfolges durch eine inkompetente Person ersetzt, die sich wohl eher auf ihre politischen Verbindungen verlassen kann als auf zutreffende Berufserfahrung - und dann geht das Spiel von vorne los.

Da die Regierung genauso klamm ist wie die Fluggesellschaft, werden dem Staatsbetrieb nur die nötigsten Subventionen zugespielt (und dann meist spät). Inzwischen versucht das Personal der Air Namibia das Beste aus der schlechten Situation zu machen, nur um dann vom Kabinett zu hören, dass dieser Notzustand in 14 Tage neubetrachtet wird. Dann will man sich darüber Gedanken machen, ob es sich lohnt die Air Namibia zu besitzen oder nicht - sehr ermutigend!

Während keine Entscheidungen fallen und die Luftlinie seit jeher von einer Krise in die nächste stolpert, häuft sich der Unmut des Personals. Ein Misstrauen zwischen Führungsebene und den ausführenden Kräften wird geboren - dem Flug- sowie Bodenpersonal, die seit einiger Zeit nicht mehr ihre Kostenzulagen pünktlich empfangen.

Auch wenn der Pressesprecher mit unsinnigen Anmerkungen aufwartet wie „am Ende zahlen wir immer“, dann ist dies ein unakzeptabler Sachverhalt, den die Regierung sofort in Ordnung bringen sollte, denn in weiteren 14 Tagen ist der Ruf der Fluglinie endgültig ruiniert.

Von Frank Steffen

Gleiche Nachricht

 

Armee „besteht“ auf Respekt

vor 8 stunden | Meinung & Kommentare

Die deutsche Kabarettistin Lore Lorentz (1920 - 1994) sagte mal: „Dass eine Armee nicht auffällt, ist das Beste, was man von ihr sagen kann.“ Vielleicht...

Warum auf die schwierige Art?

vor 1 tag - 15 Juli 2019 | Meinung & Kommentare

Entwickelte Länder (von denen wir uns ungern etwas vorsagen lassen), haben für ziemlich jeden Notfall einen Plan in der Schublade. So brauch ein Plan nicht...

Über die Kunst der Kündigung

vor 5 tagen - 11 Juli 2019 | Meinung & Kommentare

Wer glaubt, die wegen Korruption verurteilte Erziehungsministerin Katrina Hanse-Himarwa habe freiwillig das Feld geräumt, sollte sich deren Rücktrittsschreiben samt Reaktion ihres obersten Dienstherrn auf selbiges...

Wie immer fehlt das Konzept

1 woche her - 08 Juli 2019 | Meinung & Kommentare

Wenn künftig auf der Welt ein Boot kentert und Leute im Meer ertrinken, dann ist dies angesichts der Weltpopulation von Milliarden Menschen eigentlich nur ein...

Vertrauen muss verdient werden

1 woche her - 04 Juli 2019 | Meinung & Kommentare

Als Freiheitspartei müsste die Regierungspartei doch wissen, dass sie knapp sechs Jahre brauchte (von 1960 bis 1966), bevor annähernd genügend Vertrauen unter der Bevölkerung entstanden...

Meatco hält Versprechen

vor 2 wochen - 26 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Vor einem Jahr hatten die namibischen Farmer die Nase voll und drohten dem halbstaatlichen Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieb Meatco mit der Vorenthaltung ihrer Rinder - sie...

Kampf gegen Windmühlen

vor 3 wochen - 25 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Die von Petitionen begleiteten Demonstrationen gegen eine bedingte Freilassung mutmaßlicher Nashorn-Wilderer sind zwar eine verständliche Reaktion auf die drohende Ausrottung von Rhinozerossen in Namibia,...

Gelegenheit für Neubeginn

vor 3 wochen - 24 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Laut Übertragung des Plutarch köpfte der außer sich geratene Tigranes den Botschafter, der ihm den Anmarsch des Luculles ankündigte. Infolge dessen tobte der Krieg danach...

Von Faszination und Vertreibung

vor 3 wochen - 21 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Allein dem Wort wohnt etwas magisches, etwas erhabenes inne: Wüstenlöwe. Es evoziert den Zauber des Einzigartigen, birgt die Verheißung einer einmaligen Begegnung mit dem König...

Wenn Politik Vernunft verdrängt

vor 3 wochen - 20 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Staatsoberhaupt Hage Geingob hat den Hinterbliebenen des von einem Soldaten erschossenen Taxifahrers sein Beileid ausgesprochen und „bedauert“ diesen scheinbar sinnlosen Tod im Rahmen eines ohnehin...