22 Januar 2019 | Meinung & Kommentare

Zweijährige Zeitbombe tickt

Wiederholt hatten die Medien in der Vergangenheit auf die Mängel des JSC-Bildungssystems hingewiesen. Von der ersten Klasse bis hin zur zehnten Klasse wurden Schüler mit jämmerlichen 33 Prozent als Mindestmaß versetzt. Die absolute Mehrheit der Schulabgänger wurde dann mit einem „JSC“-Zertifikat, das einer Mittleren Reife gleichkam, auf die Berufswelt losgelassen - und sie blieben arbeitslos.

Die Versetzung in die 12. Klasse geschah gemäß einem Punktestand, der zwar die Versetzung erlaubte, aber längst nicht garantierte, dass die Mehrheit den Endspurt schaffen konnte. Daran führen keine endlosen Erklärungen der Bildungsministerin vorbei - die absolute Mehrheit der namibischen Schulabgänger hat nicht die geringste Chance im Ausland für ein weiteres Studium angenommen zu werden.

Die Neugestaltung der Klassen 10, 11 und 12, die nun vom Bildungsministerium vorgenommen wird, ist der verkehrte Ansatz. Jetzt sollen Zehntklässler noch länger an der Schule bleiben und sogar die Klasse 11 schaffen (die vorher dem niederen Niveau der Klasse 12 entsprach). Das ändert doch nichts am neunjährigen Fehlstart! Somit wird das bereits fragwürdige NSSCO-Zertifikat jetzt den Platz des abgeschafften JSCs einnehmen.

In zwei Jahren sollen die Schüler des normalen, alten Stroms ihre Prüfungen im NSSCO und NSSCH bestehen und gleichzeitig werden die Schüler der jetzigen zehnten Klasse - bis dahin in der elften Klasse - ebenfalls ihre NSSCO-Prüfungen absolvieren.

Von den namibischen Universitäten erwartet die Ministerin, dass Schulabgänger ohne NSSCH (mit dem NSSCO bewaffnet) angenommen und ausgebildet werden. Um ihnen dann später grundsätzlich eine nichtsagende und unbedeutende Qualifikation in die Hände zu drücken. Die Tatsache, dass sich Dr. Tjama Tjivikua als Kanzler der Namibia Universität für Wissenschaft und Technologie (NUST) über die verfrühte Einführung des neuen Systems sorgt, spricht Bände.

Die Zeitbombe tickt, während sich die Bildungsministerin weiterhin etwas vormacht.

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