15 Mai 2018 | Meinung & Kommentare

Zur Dokumentation die keine ist

Der Duden erklärt das Wort Dokumentation als „das Dokumentieren; Zusammenstellung und Nutzbarmachung von Dokumenten, Belegen und Materialien jeder Art; … anschaulicher Beweis aus dokumentarischen Texten…“

Die Erklärung wird sich mit allen Sprachen der Welt decken, auch in Oshivambo, Nama und Otjiherero. Was bezweckt der ehemalige Vize-Landreformminister Bernardus Swartbooi mit seinem angeblichen Dokumentarfilm über die rassistischen, deutschsprachigen Weißen? Und warum stellt sich das Redfish-Filmunternehmen ein derart schwaches Zeugnis aus?

Der Film wechselt kontinuierlich zwischen „weißen“ Wohngebieten und Vororten sowie Siedlungen, derer Einwohner eindeutig arm sind - und ja, sie sind nicht weiß. Dies wird penetrant und unüberlegt vorgeführt. Denn für die Swapo-Partei wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, sich seit mehr als 28 Jahren als Regierungspartei zu halten (zumeist mit einer Zweidrittelmehrheit), wenn der Film den Tatsachen entspräche. Dieser zweiteilige Film spricht der Regierung alle Erfolge ab. Denn schon seit langen sind Namibias Städte und Ortschaften vollinte­griert. Dass die Farmbesitz-Situation noch nicht optimal ist, streitet keiner ab, aber auch hier hat sich viel getan und ändert sich weiterhin. Mit hiesiger sowie ausländischer Unterstützung hat der Staat viel bewegt und wenngleich die Meinungen beizeiten auseinandergehen, wird meist eine Lösung gefunden, sodass Namibia als der Gewinner dasteht. Im Falle Swartbooi trifft dies nicht zu. Dieser Mann, der als ehemaliger Gouverneur der //Karas-Region und späterer Minister längst Grund und Boden besitzt, schürt ungebändigten Hass und agiert rücksichtslos. Ob er auch die Verantwortung übernimmt, wenn sich junge Menschen von ihm zu tragischen Dummheiten verleiten lassen? Nimmt man das Beispiel Caprivi-Aufstand als Maßstab, ist es wahrscheinlicher, dass auch er sich im Zweifelsfalle - genau wie ein Muyongo - ins Ausland absetzen würde, wonach seine Gefolgsleute seinen Mist ausbaden dürfen!

Von Frank Steffen

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