29 März 2011 | Natur & Umwelt

Zum Schutz der Vögel in Namibia

Am vergangenen Wochenende nutzen viele Windhoeker die Gelegenheit, beim Rehabilitationszentrum für Vögel NARREC (Namibia Animal Rehabilitaion Research and Education Center) in Brakwater vorbeizuschauen und sich über die Organisation zu informieren. Am frühen Morgen wurden gemeinsam mit Mitglieder des namibischen Vogelclubs bereits einige Vögel gefangen und beringt. Findet man die Vögel später wieder können dadurch Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wohin Vögel ziehen, wie viele überleben (vor allem Jungvögel), wie alt Vögel werden und welche Gebiete sie bevorzugen. "An dem Tag sind uns besonders viele Mahaliweber und Elfenastrilde ins Netz gegangen", erzählt Mascha Schädlich, die auf NAAREC arbeitet.
Beim Rundgang über das Gelände konnten Besucher zahlreiche Vögel beobachten. Neben verschiedenen Papageienarten und einem sprechenden Rabe fanden besonders die Raubvögel, zu denen unter anderem zwei Felsenadler und mehrere Milchuhus gehören, viel Interesse bei den Gästen. Besonders beeindruckend waren für die Besucher der Ohrengeier und die beiden Weißrückengeier, die man ganz aus der Nähe beobachten konnte. Die Population der Ohrengeier wird in Namibia als verwundbar angesehen, weil sie nur noch in geringer Anzahl vorkommen. Namibia ist das zu Hause für wahrscheinlich gut ein Viertel des gesamten Bestands dieser Art. Die Weißrückengeier werden als leicht bedroht eingestuft, weil auch ihre Weltpopulation um mehr als 30 Prozent in den vergangenen vierzig Jahren zurückgegangen ist. Weißrückengeier sind aber die am häufigsten vorkommenden Geier in Namibia.
Wer genaueres über bestimmte Vögel oder deren Lebensweise wissen wollte, konnte sich bei NARREC-Leiterin Liz Komen oder den Mitgliedern des Vogelclubs informieren. "Wir sind sehr erfreut über das Interesse der Besucher. Vögel nehmen einen so wichtigen Platz in unserer Artenvielfalt ein. Sie sollten von uns beschützt werden. Denn mit ihrem Erhalt sichern wir einen kleinen Teil unserer Umwelt, so wie wir sie kennen, lieben und brauchen", so Komen.
Immer wieder würden besonders Raubvögel Opfer, wenn Farmer Fallen stellen oder Giftköder auslegen, um Problemtiere zu bekämpfen, berichtet Komen. Wenn die Tiere Glück haben, landen sie dann bei NARREC und werden dort wenn möglich gesund gepflegt und ausgewildert. Einige mussten allerdings aufgrund ihrer Verletzungen eingeschläfert werden. Andere wie die beiden Felsenadler auf NARREC können nicht mehr ausgewildert werden. "Es ist uns wichtig, das die Namibier erkennen, welchen bedeutenden Platz Vögel in unserem Ökosystem einnehmen", so Komen.
Zu den Aufgaben der Organisation zählen deshalb nicht nur die Rehabilitation von Vögeln, sondern auch die Erforschung der Tiere. Außerdem bietet NARREC für Schulklassen bestimmte Programme für die jeweilige Altersgruppe an. Hier erfahren Kinder nicht nur, was Vögel zum Leben brauchen oder wo sie in der Nahrungskette stehen, sondern auch welche Vögel tag- und welche nachtaktiv sind oder was der Unterschied zwischen einem Raubvogel und einem Aasfresser ist. Sie dürfen dann beispielsweise Feder anfassen, um deren Struktur und Funktion zu verstehen.
Des Weiteren veröffentlicht NARREC regelmäßig Informationsmaterial über Vögel. So wurde Ende vergangenen Jahres ein Poster über Zugvögel erstellt, auf dem die Vögel, ihre Routen und die Bedrohungen, die auf sie einwirken, gezeigt werden. Der Klimawandel, Verunreinigungen des Wassers und der Luft, Lebensraumverkleinerungen und das unbedachte Verhalten der Menschen zeigen, wie die globale Artenvielfalt bedroht wird. NARREC ist eine 1988 gegründete, privat geführte, gemeinnützige Organisation, die finanziell von privaten Spendern unterstützt wird. Zurzeit arbeiten neben Liz Komen vier weitere Mitarbeiter auf NARREC, die sich für den Schutz von Vögeln in Namibia einsetzen. NARREC liegt zirka 25 Minuten von Windhoek entfernt, in Richtung Okahandja, bei Brakwater. Weitere Informationen unter www.narrec.net. bzw. www.orusovo.com/narrec
Oder Tel.: 061-264409 /264256 oder 081-1290565.

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